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Terroranschläge Sieben Schritte zur Sicherheit auf Reisen

25.09.2001 ·  Ein Sieben-Punkte-Programm für größere Sicherheit im Flugverkehr soll das Vertrauen der Passagiere in die Fluggesellschaften wieder herstellen. Eine Übersicht.

Von Monika Ganster
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Sitzplätze sind in den Flugzeugen reichlich vorhanden, aber keiner will sie haben. Das Vertrauen in die Sicherheit beim Fliegen ist seit den Anschlägen am 11. September merklich gesunken, als Terroristen vier Flugzeuge entführt und zum Absturz gebracht hatten. Zwar hält sich die Zahl der von Passagieren stornierten Flügen offenbar in Grenzen, aber der Ticketverkauf ist ins Stocken geraten.

Verkehrsminister Kurt Bodewig, Vertreter von Fluggesellschaften und den deutschen Flughäfen, der Deutschen Flugsicherung (DFS) und dem Bundesgrenzschutz (BGS) erarbeiteten ein Sieben-Punkte-Programm, um den Passagieren den zögerlichen Weg zur Gangway zu erleichtern.

Das Sieben-Punkte-Programm im Einzelnen:

1. Auf vielen Flügen, insbesondere nach Nordamerika, sollen bewaffnete Sicherheitskräfte mitfliegen. In Lufthansa-Maschinen fliegen bereits sogenannte „Sky Marshals“ mit, getarnt als normale Passagiere. Die Spezialisten sollen einem Terror-Kommando entschlossenen Widerstand entgegensetzen. Fachleute gehen davon aus, dass drei bis acht Sicherheitsleute an Bord sein müssen - je nach Flugzeugtyp.

In Abstimmung mit dem Bundesinnenministerium sollen offenbar Beamte aus Spezialeinheiten des Bundesgrenzschutzes (BGS) zu Bord-Polizisten werden. Ungeklärt ist nach Angaben der Airline, wer die zusätzlichen Kosten trage. Die bewaffneten Sicherheitsleute waren bisher vor allem unter den Piloten stets auf Skepsis gestoßen, da bei einer Schießerei an Bord technische Versorgungsleitungen oder sogar die Außenhaut der Kabine beschädigt werden könnten. Dies erhöhe die Gefahr eines Absturzes. Durch die Sicherheitsanforderungen nach den Terroranschlägen von New York und Washington sind diese Bedenken jedoch in den Hintergrund getreten.

2. Reisegepäck soll stärker als bisher kontrolliert werden, nicht nur per Durchleuchtung, sondern von Hand. Scharfe Gegenstände wie Feilen oder Taschenmesser werden dem Besitzer abgenommen - und vielfach in den Müll geworfen. Nur in wenigen Flughäfen macht man sich die Mühe, die Gegenstände getrennt vom Besitzer mitfliegen zu lassen und sie den Passagieren am Zielort wieder auszuhändigen. Wer auf sein Taschenmesser im Urlaub für unverzichtbar hält, sollte es vorsorglich in den Koffer packen. Häufiger als bisher sollen außerdem Sprengstoffdetektoren bei der Gepäckkontrolle eingesetzt werden. Kontrolle kostet Zeit: Experten rechnen damit, dass Passagiere zumindest bei Transatlantikflügen künftig zwei bis drei Stunden vor dem Abflug am Check-in sein müssen.

3. Dazu gehört auch, das künftig nach dem Sicherheitscheck der Passagiere keine Gegenstände mehr verkauft werden, die in irgendeiner Weise als Waffen missbraucht werden könnten.

4. Auch die Besatzung an Bord und an den Flughäfen soll strenger kontrolliert werden. Personal, das Gepäck verlädt, aber auch Wartungs- und Reinigungskräfte sollte künftig genauer überprüft werden. Bisher werden neben den Personaldaten Informationen bei den Polizei- und Verfassungsschutzbehörden abgefragt. Künftig werde dies durch die Abfrage von MAD, BND, den Strafverfolgungsbehörden, dem Ausländerzentralregister und der Beauftragten für die Stasiunterlagen erweitert, erklärte Verkehrsminister Bodewig. Allein am Frankfurter Flughafen sind davon nach Angaben von Fraport-Chef Wilhelm Bender rund 50 000 Mitarbeiter im sicherheitsrelevanten Bereich betroffen. Auch die Besatzung an Bord soll strenger kontrolliert werden.

5. Durch technische Veränderungen soll ebenfalls die Sicherheit an Bord der Flugzeuge erhöht werden. Stabile Türen, die ein Eindringen von Entführern in die Pilotenkabine verhindern, sind derzeit nur in wenigen Passagiermaschinen installiert, wie etwa bei der israelischen Fluggesellschaft El Al. Außerdem soll es nicht mehr möglich sein, dass Luftpiraten die Ortungsgeräte an Bord ausstellen - dann kann der Kurs einer Maschine nicht mehr von der Bodenkontrolle verfolgt werden.

6. Ins Paket gehört auch die Staatshaftung bei Terroranschlägen auf Flugzeuge oder Flughäfen bringen, die einen Monat lang gelten soll, bis sich die Versicherungswirtschaft mit den Fluggesellschaften auf ein neues Modell geeinigt hat. Kein Flugzeug werde wegen versicherungstechnischer Probleme auf dem Boden bleiben, versicherte Verkehrsminister Bodewig und ergänzte, die Vier-Wochenfrist genüge, um das Versicherungsproblem privatwirtschaftlich zu lösen.

7. International will sich die Bundesregierung für eine Sicherheitsüberprüfung aller Flughäfen einsetzen. Für jeden
Airport sollte es ein sogenanntes Sicherheits-Audit geben. Auch solle nicht nur der ausgehende, sondern auch der einkommende Flugverkehr scharf kontrolliert werden. Dies könne unter Umständen auch zu Einflugverboten für bestimmte Maschinen führen, sagte Bodewig.

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Jahrgang 1966, Redakteurin vom Dienst bei FAZ.NET.

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