Home
http://www.faz.net/-gxh-qf74
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Terminal www.wale

20.04.2005 ·  Wale sind die Kokospalmen der Meere: So gut wie alles an ihnen kann man sinnvoll verwenden. Das Fleisch wird von Menschen und Haifischen als Delikatesse geschätzt, der Tran sorgt für Licht und ist obendrein gesund, und die Skelette sind ein dekorativer Wandschmuck.

Von Jakob Strobel y Serra
Artikel Lesermeinungen (0)

Wale sind die Kokospalmen der Meere: So gut wie alles an ihnen kann man sinnvoll verwenden. Das Fleisch wird von Menschen und Haifischen als Delikatesse geschätzt, der Tran sorgt für Licht und ist obendrein gesund, und die Skelette sind ein dekorativer Wandschmuck. Doch davon erfährt man im Internet recht wenig, obwohl dort ungeheuer viel über die Meeressäuger steht. Auf der Website www.marine-mammals.de zum Beispiel werden sämtliche Arten tabellarisch mit Foto dargestellt, dazu gibt es wissenschaftliche Artikel zu heiklen Fragen wie Überfischung, Beifang oder Ringwadenfischerei, außerdem den neuesten Forschungsstand, Unmengen von Links, Tonproben von Walgesängen, einen Online-Postershop und eine Bastelvorlage für Papier-Pinguine. Auch auf der Homepage der Tierärztlichen Hochschule Hannover (www.cetacea.de) kommen Walfreunde auf ihre Kosten. Sie können in einem virtuellen Antiquariat nach Walbüchern stöbern, Bibliographien mit Fachliteratur kostenlos herunterladen, Zeitungsartikel zum Walschutz lesen oder sich durch eine Liste mit allen öffentlich zugänglichen Walskeletten in Deutschland klicken. Die Perle dieser Seite aber ist eine sehr schöne, kommentierte Linksammlung.

Der Delphin ist ein Wal

Eher der Schutz als der Nutzen der Tiere liegt Homepages wie www.wale-delphine.de am Herzen. Hier erklärt eine Vortragreisende in Sachen Meeressäuger die Welt der Wale; wer hätte gedacht, daß das Gehirn des Pottwals bis zu neun Kilogramm schwer werden kann und andere Arten einen drei Meter langen Penis haben. Den "Mord" an den Säugern prangt die Seite www.walschutz.de an, während unter der Adresse www.wale.de unter anderem eine Liste mit umweltbewußten Thunfischfabrikanten zu finden ist, die ihre Doseninhalte "delphinfreundlich" fangen, also mit Netzen, die Flipper in Frieden lassen.

Mit Randaspekten der Wale beschäftigen sich die Seiten http://home.t-online.de/home/whaletalk - hier geht es vor allem um die Sprache und Gesänge der Meeressäuger - und www.cetaceen.de, in deren Mittelpunkt terminologische Schwierigkeiten stehen. Man lernt, daß auch Delphine Wale sind, daß es Spritzloch und nicht Blasloch heißt, und daß ein armer Forscher um die Früchte seines Ruhms gebracht wird: nämlich Carl Hubbs, der dem Hubbs-Schnabelwal seinen Namen gegeben hat. Heute kennt die Literatur das Tier fast nur noch als Hubb-Schnabelwal, weil das "s" als Genitivkennung mißverstanden und deshalb fälschlicherweise weggelassen wird. Also: Rettet das Hubbs-S!

Quelle: F.A.Z., 21.04.2005, Nr. 92 / Seite R4
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1966, Redakteur im „Reiseblatt“.

Jüngste Beiträge