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09.07.2003 ·  Deutsche Autofahrer fühlen immer noch Wut und Verzweiflung, wenn sie auf ausländischen Autobahnen am Kassenhäuschen zur Ader gelassen werden. Was wo zu zahlen ist, weiß auf Heller und Pfennig das Internet.

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Welcher ungeheuere Fortschritt und Segen der Euro ist, wird auch dem skeptischsten kleinen Mann von der Straße ausgerechnet auf Schnellstraßen bewußt: an den Mautstationen im Euro-Ausland. Früher ruinierten die Péages und Peajes regelmäßig die Stimmung, nicht nur weil sie die Urlaubskasse plünderten, sondern auch, weil irgend jemand immer vergessen hatte, rechtzeitig Geld in die Währung der Ferien- oder Transitländer umzutauschen oder es ganz unten im Kofferraum verstaut hatte.

Heute fühlen deutsche Autofahrer zwar immer noch Wut und Verzweiflung, wenn sie auf ausländischen Autobahnen am Kassenhäuschen zur Ader gelassen werden, aber wenigstens gibt es in vielen Staaten keinen Ärger mehr mit den Devisen.

Bedienungsanleitungen für Mautstellen

Was wo zu zahlen ist, in der Euro-Zone und im restlichen Europa, weiß auf Heller und Pfennig das Internet. Am ausführlichsten referiert der ADAC auf seiner Homepage (www.adac.de) - allerdings nur für Mitglieder - die Mautregularien von Bulgarien bis zur Türkei. Dazu gibt es Landkarten mit gebührenpflichtigen Autobahnen zum Herunterladen, Bedienungsanleitungen für die Mautstellen - "an den meisten Einfahrtsstationen müssen Sie ein Ticket durch Knopfdruck aus dem Automaten entnehmen" - und einen Routenplaner, bei dem man sich die Straßengebühr für eine bestimmte Strecke individuell ausrechnen lassen kann.

Nur einen kurzen Überblick über das europäische Mautwesen gibt der Automobilclub von Deutschland auf seiner Website (www.avd.de). Ähnlich knappe Informationen bekommt man auf den Seiten www.sellpage.de/autobg.htm und www.pkw-steuer.de/info/autobahngebuehr.html. Immerhin erfährt man hier, daß zumindest die Höhe der Maut für einen Türkei-Urlaub spricht. Am Bosporus zahlt man zwischen lächerlichen fünfzig Cent und einen Euro fünfzig für die Benutzung der öffentlichen Straßen.

Nostalgisch bei "Focus"

Nostalgisch wird man beim Online-Auftritt der brandaktuellen Zeitschrift "Focus" (www.focus.msn.de). Auch hier kann man sich über die Mautgebühren in Europa informieren und muß nicht einmal umständlich umrechnen, denn die Angaben sind in Mark. Sogar noch in Lira und Franc zahlt man auf der Seite www.autobahn.de/autobahnuebersicht/gebuehren.html, die - wie bezeichnend - derzeit eine Baustelle ist. Genausowenig Eile, in die Zukunft zu stürmen, hat die Page www.frankreich-business.de/reisen/autobahn.htm, auf der man die Kosten für seine Fahrt in Frankreich errechnen kann - die Tarife sind auf dem Stand von 1999, und das ist ein schöner Anlaß, sich wehmütig an den einen oder andere Péage-Familienkrach zu erinnern.

Quelle: str., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2003, Nr. 157 / Seite R4
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