29.03.2002 · In Kubas Westen und der Provinz Pinar del Rio finden Reisende die schönsten Landschaften der Insel: Orchideengärten, Wasserfälle, Tabakpflanzungen und die bizarr verwitterten Mogotes.
Von Christian NowakFidel Castro, der mittlerweile greise Revolutionär Kubas, ist ein Mann der Visionen und des unerschütterlichen Optimismus'. Oder ist es doch schon realitätsferner Größenwahn? Auf den Autobahnen, die Havanna mit den großen Städten im Osten und Westen der lang gestreckten Insel verbinden, könnten täglich problemlos einige Hunderttausend Autos rollen.
Davon hat Fidel Castro zumindest mal geträumt. Doch wegen Embargo, Benzinmangel und chronischer Wirtschaftsschwäche bleiben die sechs- und achtspurigen Betonpisten gespenstisch leer. Statt Autos, Lastwagen und Bussen tummeln sich Radfahrer und Ochsenkarren auf den Schnellstraßen.
Revolution mit fragwürdigem Fortschritt
Der private und auch der öffentliche Verkehr sind auf der Zuckerrohrinsel schon lange zusammengebrochen. So warten die Kubaner im Schatten der Brücken geduldig auf eine Mitfahrgelegenheit. Hoffen auf einen altersschwachen Bus, einen rostigen Lastwagen mit offener Ladefläche oder einen der wenigen Privatwagen. Doch nur selten kommt eine dieser wackligen Stützen des öffentlichen Transports vorbei. Kubanischer Alltag mehr als 40 Jahre nach der Revolution.
"Die Massen müssen spüren, dass die Grundlage für Wunder existiert", hat der Comandante einmal gesagt. Seit er die Insel regiert, sind leider nur wenige Wunder geschehen. Doch die meisten Kubaner tragen diese endlose Gratwanderung am Rande des wirtschaftlichen Zusammenbruchs mit erstaunlicher Würde und Gelassenheit. Auch in den schweren Zeiten haben sie nichts von ihrer Fröhlichkeit und Gastfreundschaft verloren. Immer wieder hört man, dass sie ihr Land lieben und nirgendwo anders leben möchten. Wenn das Leben nur nicht so mühsam wäre!
Dollar über alles!
Reisende mit genügend US-Dollar in der Tasche haben diese Probleme nicht. Für sie gibt es vom All-Inclusive-Luxushotel am Traumstrand von Varadero bis zum Privatzimmer mit Familienanschluss Unterkünfte für jeden Geschmack. Mit den magischen grünen Geldnoten bekommt der Besucher auch überall einen Mietwagen und kann so die Insel problemlos auf eigene Faust erkunden. Selbst Benzin ist fast überall erhältlich - natürlich nur, wenn mit Dollar bezahlt wird.