04.01.2002 · Strahlend weiße Karibikstrände, türkisblaues Meer, üppige Vegetation im Landesinneren, pulsierende Städte und Jahrtausende alte Mayastätten - das ist die faszinierende Mischung auf Mexikos Halbinsel Yucatan.
Von Heidi Siefert und Rainer KrauseCancun ist die Keimzelle einer viel besuchten und lebhaften Ferienregion, die sich Riviera Maya nennt. Der gut 100 Kilometer lange Strandreigen beginnt im Norden bei Punta Brava und endet im Süden am Fischerdorf Punta Allen. Das zweitgrößte Riffsystem der Erde läuft entlang der Küste. Es bildet ein kleines Paradies für Tauchsportler und schützt die feinsandigen Strände vor allzu viel Brandung. Hier die wichtigsten Strandregionen, Inseln und Attraktionen der Riviera Maya:
Via Cancun, dem am Reißbrett entstandenen Touristen-Moloch, erreicht man bequem die Halbinsel Yucatan, die sich zwischen dem Golf von Mexiko und dem Karibischen Meer wie eine Zunge Richtung Kuba streckt. Wo heute knapp 30.000 Hotelbetten stehen, gab es vor 30 Jahren nur ein verschlafenes Fischerdorf. Es lag am Beginn einer 21 Kilometer langen Sandzunge, die L-förmig in das türkisfarbene Wasser der Karibik ragt. Zwischen dem Festland und der Halbinsel befinden sich blau schimmernde Lagunen, die größte heißt Laguna de Nichupte. "Gringolandia", das Land der Gringos, nennen die Einheimischen den Badeort, der jährlich 1,5 Millionen Touristen zählt und hauptsächlich von US-Amerikanern besucht wird.
Isla Mujeres
Acht Kilometer lang, maximal einen Kilometer breit ist die eine halbe Bootsstunde vor Cancun gelegene Insel ein tropisches Paradies. Auf der "Insel der Frauen" gibt es nur wenige Hotels, dafür reihenweise Traumstrände mit goldfarbenem Sand und Palmen. Sie heißen Cocos, El Garrafon, Cocoteros und Posada del Mar.
Holbox
An der Nordküste Yucatans, an der Grenze von Karibik und Golf von Mexiko, liegt die neue Trauminsel der Aussteiger. Nur knapp 1.000 Einwohner zählt sie, Fischfang ist die Haupteinkommensquelle. Die märchenhaften Strände vor dem glasklaren Meer sind noch nicht bebaut, nur Fischerboote schaukeln sanft auf den Wellen. Wer einen längeren Aufenthalt als einen Tagesausflug per Wasserflugzeug von Cancun aus plant, muss mit einfachen Pensionen vorlieb nehmen.
Playa del Carmen
Der Küstenort hat inzwischen 70.000 Einwohner und gehört zu den am schnellsten wachsenden Tourismuszentren Mexikos. Bis vor einigen Jahren war der Ort nur als Fährhafen zur gegenüber liegenden Insel Cozumel bekannt. Die weißgelben Sandstrände wurden bald von Aussteigern und jungen Leuten entdeckt. Sie begeisterte das türkisfarbene Meer, das intakte Riff und das lockere Nachtleben. Dann begann mit der Hotelzone Playacar die touristische Entwicklung. Playacar ist das europäische Pendant zu Cancun. Besonders deutsche Veranstalter bauten hier Hotels.
Der Trend geht hier zu All-inclusive-Anlagen. Inzwischen ist sogar die Rede von einem eigenen Flughafen, der den Gästen die 70 Kilometer Fahrt vom Flughafen Cancun ersparen soll. Etwas außerhalb gibt es sie aber noch: Nette kleine Hotels mit nur einem Dutzend Zimmern, davor der Strand, an dem man ausgedehnte Spaziergänge machen kann und dabei kaum jemand begegnet. Übrigens: Viele kennen Playa del Carmen, ohne es zu wissen - mehrere Folgen der Serie "Klinik unter Palmen" wurden hier gedreht. Und noch ein Tipp zum Abendessen: das romantische Restaurant "Jungla Caribe" des ehemaligen Münchners Rolf Albrecht.
Cozumel
Mexikos größte bewohnte Insel liegt auf der Höhe der Playa del Carmen zwischen Tulum und Cancun. Wegen der leuchtenden Korallenriffe zählt Cozumel zu den beliebtesten Tauchrevieren der Karibik. Zu den Attraktionen zählt die Möglichkeit, mit Delfinen zu schwimmen. Die Hotels stehen an der ruhigen Küstenseite am weißen, dem Festland zugewandten Strand.
Xcaret
Nur fünf Minuten per Auto sind es von Playa del Carmen zu dem Naturschauspiel von Xcaret. Ein unterirdischer Fluss kommt hier an die Oberfläche, durchfließt eine Lagune, verschwindet in einem Cenote. Besucher schwimmen mit Delfinen, gehen im Botanischen Garten spazieren und im Maya-Dorf einkaufen.
Puerto Ventura
Das Resort südlich von Cancun gibt sich exklusiv und ruhig. Hier relaxt man mit Komfort und startet von der Marina aus zum Fischen.
Tulum
Rund um den spektakulären Maya-Tempel Castillo, der direkt auf den Klippen am Meer aufragt, herrscht noch ein wenig das Flair der 60-er Jahre. Hierher kommen junge Weltenbummler, die in den eher einfachen Unterkünften günstig wohnen. Über zehn sandige Kilometer erstreckt sich der Strand, der Sonnenuntergang gilt als einer der schönsten der gesamten Küste.
Akumal
Flitterwöchner und Ruhesuchende fühlen sich sicher wohl in Akumal. Kleine Hotels und Pensionen stehen an der 15 Kilometer langen, feinsandigen Bucht, in der Hängematte am Strand wird karibisches Gefühl zur Wirklichkeit.
Boca Paila und Punta Allen
Die zwei Orte befinden sich auf einer schmalen Halbinsel innerhalb des "Sian Ka'an Biosphere Reserve", einer geschützten Zone von etwa 100 Kilometern Länge. Nur wenige Hotels und Fischerunterkünfte wurden hier gebaut, die Elektrizität wird von Generatoren erzeugt. Im Osten befindet sich die Karibik, im Westen erstrecken sich Mangrovensümpfe und Kanäle. Die 600 Einwohner des Örtchens Punta Allen leben hauptsächlich vom Langustenfischen.