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Spezial Auszeit in der Namib

01.11.2002 ·  Von Wüstenelefanten und Spitzmaulnashörnern: Bei einer Wanderung durch die Namib erleben Abenteuerlustige die Wüste hautnah.

Von Fabian von Poser
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Plötzlich geht alles blitzschnell. Die Nashornkuh wirbelt herum, springt in zwei, drei Sätzen den Sandhügel hinauf und galoppiert auf uns zu. 1.500 Kilo Knochen, Muskeln und Panzer. Die drei Argentinier erfassen die Situation zuerst und katapultieren sich in Windeseile auf den einzigen Strauch weit und breit. Oben Francisco, der Schmächtige, darunter die beiden anderen. Dann wir drei Deutschen, als letzter Joe.

Nur einen Steinwurf vom Busch entfernt macht das Tier Halt, schüttelt den Kopf, schnaubt, scharrt und prustet. Was muss das für ein Anblick sein: Sieben kreidebleiche Touristen auf einem Busch, dessen Zweige kaum dicker sind als ein Daumen. Aber wir haben Glück: Ehe wir uns versehen hat unsere gepanzerte Freundin auch schon wieder kehrtgemacht und trottet gemächlichen Schrittes davon. Die Botschaft ihrer Visite allerdings ist klar: Gringos, Ihr seid hier nur auf der Durchreise!

Bequemer Schnickschnack gestrichen

Wir, das sind ein dreiköpfiges Filmteam aus Buenos Aires, das den Tieren der Wüste mit der Kamera auf die Pelle rücken will, dazu wir drei Deutschen, unser namibischer Führer Joe und Zeugwartin Uschi, die die Greenhorns mit dem Auto aufgabeln soll, wenn die Beine schlapp machen. Zwei Wochen Wüste hat Joe uns verschrieben. Zu Fuß versteht sich, ohne komfortablen Schnickschnack wie Aircondition und Federkernmatzratze.

Unser Revier: Das nördliche Damaraland, ein einsamer Landstrich zwischen den Trockenflüssen Hoanib und Uniab, die nach unzähligen Windungen an der Skelettküste in den Atlantik münden. Die Spielregeln sind klar: 14 Tage Trockenfutter, Getränke aus dem Wasserloch, Schlafsack, Isomatte, und, wenn es die Sicherheit gebietet, Zelt.

Die Wüste lebt, dem Anschein zum Trotz

Das Damaraland ist eine verlassene Gegend. Wie kopflose Kegel ragen riesige Tafelberge aus der menschenleeren Steinwüste. Mittags verlieren die massigen Felsklötze durch die hoch stehende Sonne jede Kontur, abends im Sonnenuntergang leuchten sie in tiefem Rot. Außer den kugelrunden Euphorbien-Büschen gedeiht in der kargen Landschaft nicht viel.

Trotzdem ist die Wüste voller Leben: Von dem wenigen Wasser, das die Regenfälle und der morgendliche Küstennebel über der Namib zerstäuben, nähren sich Springböcke, Oryx-Antilopen, Kudus, Bergzebras, Giraffen, zahlreiche Insekten- und Vogelarten, Schakale, Hyänen, ja sogar Löwen, Nashörner und Elefanten.

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