Atlanten-App
Sie ersetzt den unhandlichen Brockhaus und die überladene Wikipedia: Die puristische App „Länder der Welt“ (1,59 Euro) beinhaltet 202 Länder, aufgelistet in alphabetischer Reihenfolge und mit jeweiliger Nationalflagge. Mit einem Klick erfährt man grundlegende Länderfakten: Hauptstadt, Einwohnerzahl, Staatsoberhaupt, Nationalfeiertag, Telefonvorwahl, Staatsform, Bruttoinlandsprodukt, Human Development Index, Staatsverschuldung oder Militärbudget. Doch wo genau liegt noch mal Oman oder Antigua und Barbuda? Ein weiterer Klick, und die App zeigt das gesuchte Land auf der Weltkarte. Für die Nutzung braucht man keine Internetverbindung. Der Nachteil: Die Daten werden nur durch Updates aktualisiert und können veraltet sein.
Gesundheits-Apps
Die App „Fit for Travel“ ist medizinischer Begleiter - vor, während und nach der Reise. Für mehr als dreihundert Reiseziele werden Gesundheitshinweise, Impfempfehlungen und Krankheitsrisiken aufgelistet. Mit einer Ärztesuche kann man die Kontaktdaten ausgebildeter Reisemediziner in der Nähe finden; Checklisten helfen beim Packen der Reiseapotheke und geben Tipps, wie man Durchfall oder Übelkeit lindern kann. Um alle Impfungen auch auf Reisen im Blick zu haben: Mit den Apps „Auf Reisen“ der Techniker Krankenkasse und „Impfpass“ der KKH-Allianz lassen sich sämtliche Daten verwalten. (Alle drei kostenlos.)
Über-den-Wolken-Apps
Mit diesen Apps hat man den weiten Blick ins Blaue: „Swoodoo“ und „Skyscanner“ bündeln die Angebote mehrerer Fluggesellschaften. Das spart Zeit - und eventuell Geld. Die Flüge werden nach ihren Preisen geordnet, inklusive aller Zusatzgebühren. Gebucht wird dann über die Website des jeweiligen Anbieters. Ein Tipp nicht nur für Vielflieger: Die App „iFly Safe“ verrät Übungen, um Verkrampfungen auf langen Strecken vorzubeugen. Einige der Aufgaben sind nur im Stehen möglich- perfekt, um die WC-Wartezeit zu nutzen. (Alle drei kostenlos.)
Zimmer-Apps
Alle großen Internetportale für Hotelbuchungen wie HRS, Booking.com oder Hotel.de haben auch ihre Apps - Konkurrenz machen ihnen Last-Minute-Programme wie „JustBook“ oder „BookitNow!“. Sie locken mit tagesaktuellen Angeboten und ordentlichen Schnäppchen. Jeden Tag ab zwölf Uhr mittags bieten sie für deutsche Großstädte Hotels an, die noch Zimmer frei haben. Einige Angebote sind auch im Luxussektor attraktiv. So bietet ein Münchner Nobelhotel ein Doppelzimmer für 255 statt 345 Euro an. Die Angebote lassen allerdings nicht viel Auswahl zu. Mit den Hotelbewertungs-Apps von „HolidayCheck“ und „TripAdvisor“ kann man Unterkünfte am Reiseziel orten, Videos und Bilder anschauen und Erfahrungsberichte lesen. Wer keinen Standard will: Die App „Airbnb“ offeriert private und ungewöhnliche Unterkünfte wie ein Hausboot in Indien, ein Loft in New York, eine Jurte im Obstanbaugebiet, einen Lieferwagen in Norwegen oder sogar eine eigene Insel in der Südsee. Vom Discountpreis sind diese Unterkünfte meist jedoch weit entfernt. (Alle kostenlos.)
Reisekatalog-App
Den Globus drehen, statt Reisekataloge wälzen: In der App „Reisesuche“ (kostenlos) kann man erst die digitale Weltkugel drehen, dann das gewünschte Ziel antippen sowie Personenzahl und Reisezeitraum eingeben. Schon bekommt man Angebote, zusammengestellt von mehr als 150 Anbietern: pauschal oder nur Hotel. Nicht sofort das Traumziel gefunden? Auf der Weltkugel im Miniformat erscheinen Alternativen samt Preis.
Planer-Apps
Mit dieser App hat jeder seinen persönlichen Reiseassistenten dabei: „WorldMate“, zu Deutsch „Welt-Kumpel“, speichert und verwaltet den gesamten individuellen Reiseplan. Wenn man seine Buchungsbestätigungen - ob Hotel, Flug oder Mietwagen - per Mail an „WorldMate“ weiterleitet, werden alle Daten synchronisiert und auf dem Smartphone übersichtlich aufgelistet. Die App informiert zudem über das Abflugterminal, Verspätungen und Flugausfälle. Was auch passiert, der Welt-Kumpel behält stets den Überblick. Ein ähnliches Konzept, aber unter anderem Namen, bietet die App „TripIt“. Beide Programme sind auf Englisch. (Beide kostenlos.)
Pack-Apps
Ich packe meinen Koffer...und vergesse garantiert nichts mehr: Das versprechen die Apps „Packing“ (0,79 Euro) und „Packing Pro“ (2,39 Euro). Aus unterschiedlichen Kategorien wie „Kleidung“, „Körperpflegemittel“ oder „Kleinkram“ stellt man seine individuelle Liste zusammen. Wem das zu aufwendig ist, der greift auf Beispiel-Packlisten zurück. Im Angebot sind welche für Paare, Familien, Geschäftsleute oder Camper. Einfacher aufbereitet, aber dafür kostenlos ist die App „Pack the bag“.
Allrounder-App
Die „Travel App Box“ (1,59 Euro) ist Rechenkünstler, Ideengeber und Sprachcoach in einem: Sie rechnet Kleidergrößen, Maßeinheiten und Währungen um; sie verrät, mit welcher Geschwindigkeit der Zug fährt und auf welcher Höhe man sich befindet; sie empfiehlt, wie viel Trinkgeld man geben sollte, wie viel Verspätung der Flug hat, und wenn auf der langen Autofahrt die Kinder quengeln, liefert die App Spiele-Ideen: Kühezählen ist eine davon. Rudimentäre Sprachkenntnisse hat diese App auch, zum Beispiel: Per favore chiamate i vigili del fuoco - Bitte rufen Sie die Feuerwehr! Fast alle fünfzehn Tools können offline genutzt werden. Fazit: Diese Reisebox kann alles - doch alles nur ein bisschen.
Die Wege-Apps
Von A nach B und wieder zurück. Es gibt zahlreiche Apps, die auf allen Wegen begleiten: egal, ob man mit dem Fahrrad, dem Auto, der Tram oder dem Zug unterwegs ist. Viele öffentliche Verkehrsverbünde haben ihre eigenen Apps, mit denen man sich Fahrpläne zusammenstellen kann. Teils gilt, wie bei der Deutschen Bahn („DB Tickets“), auch schon der Handy-Fahrschein. In einigen Städten kann man mit „myTaxi“ (kostenlos) direkt ein Taxi bestellen und mit „Clever Tanken“ (1,59 Euro) oder „MyGas“ eine günstige Tankstelle finden - die Preise sind aber nicht immer aktuell. Wer sich verirrt: „Google Maps“ bietet ein Gratis-Navi, im Ausland kann dies allerdings teuer werden. Zu empfehlen sind Offline-Karten wie „ForeverMap“ (1,59 Euro) oder „CityMaps2Go“ (1,59 Euro).
Versteher-Apps
Für all diejenigen, denen die Worte fehlen, die aber nicht auf Hände und Füße zurückgreifen wollen, bietet Langenscheidt Sprachführer-Apps („talk&travel“), die auch offline funktionieren (9,99 Euro). Die „Leo-Wörterbuch-App“ übersetzt nur mit Internetverbindung und die „iTranslate-Voice-App“ (0,79 Euro) hin und wieder mit lustigen Fehlern. Einfach einen Satz in das iPhone sprechen, und schon erscheint dieser in anderer Sprache - mal mehr, mal weniger gekonnt. Ein Versuch mit dem ersten Satz dieses Absatzes: „For all the words which are missing here, but do not rely on hands and feet to.“
Sightseeing-Apps
Der Markt an mobilen Reiseführern ist kaum zu überblicken: Viele Print-Guides gibt es inzwischen auch als App-Guides, ob Merian, Lonely Planet oder Marco Polo. „Trip Advisor“ bietet auch auf dem Smartphone Tipps für Restaurants und Sehenswürdigkeiten an. Hinzu kommen Hunderte Applikationen, meist von kleinen Anbietern. Zwei Empfehlungen: „SpottedbyLocals“ ist für all jene, die keine Highlights für Massen, sondern Tipps von Einheimischen wollen. Diese verraten ihre Lieblingskneipe, ihren Lieblingsflohmarkt oder ihre Lieblingsgalerie. 41 europäische Städte sind derzeit in dieser App aufgelistet. Fünf Ratschläge gibt es gratis, die volle Version kostet 3,99 Euro. Die App „Wikihood“ (kostenlos) lokalisiert per GPS den Standort und liefert Informationen zu Sehenswürdigkeiten in der Nähe.
Umgebungs-Apps
Wer noch auf dem Hotelzimmer verschnaufen will, kann die Umgebung schon mal per Fingerklick kennenlernen: Mit den Apps „Around me“ und „Qype“ (beide kostenlos) findet man Banken und Bars, Kinos und Kaufhäuser, Theater und Taxen, Restaurants und Hotels. Alles nur wenige Hundert Meter entfernt, Telefonnummer und Wegbeschreibung inklusive.
Tagebuch-App
Diese App ist ein multimediales Fotoalbum: Im „Trip Journal“ (2,39 Euro) lassen sich alle Reiseerlebnisse sammeln und speichern - samt Fotos, Videos, Route und Notizen. Wer nicht warten kann, zu Hause von seinen Urlaubsabenteuern zu erzählen, teilt das Reisetagebuch in Echtzeit mit Freunden und Familie via Google Earth, Facebook oder Twitter. So spart man sich zumindest teure Auslandsanrufe und hat einen Liveticker aus der Ferne.
Postkarten-App
Wer die Nase voll hat von immer gleichen Bildmotiven, schickt seine eigenen Urlaubsbilder als Postkarte in die Heimat: Bei „Urlaubsgruß“ und „Postkarte HD“ (beide kostenlos) kostet der Versand weniger als zwei Euro, die Karte kommt innerhalb von zwei Tagen an. So spart sich der Sender den Weg zum ausländischen Postamt - und der Empfänger wundert sich über die deutsche Briefmarke.
Apps im Ausland
In der Ferne kann das mobile Internet eine komfortable Hilfe sein- aber auch eine kostspielige Falle. Für viele Applikationen ist eine Internetverbindung notwendig, was im Ausland zu hohen Gebühren führt. Es empfiehlt sich daher, das Daten-Roaming nur dann zu aktivieren, wenn man es wirklich braucht. Für die mobile Nutzung im Ausland bieten manche Provider Datenpakete für einen Tag oder eine Woche an. Außerdem gibt es lokale Prepaidkarten mit Datenoptionen. Diese funktionieren allerdings nur, wenn das Smartphone nicht an eine bestimmte Karte oder ein bestimmtes Netz gebunden ist. Darüber klärt der jeweilige Anbieter auf. Informationen zu Erwerb und Nutzung von SIM-Karten finden sich für einige Länder zudem im „Pay as You Go Sim with Data“-Wiki (prepaidwithdata.wikia.com). Die günstigste Variante, online zu gehen, bleibt das W-Lan im Hotel oder im Café. An einigen Orten gibt es auch kostenlose Hotspots - wieder zu finden mit einer App: dem „Wifi-Finder“.