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Prognose für 2004 Deutschland-Tourismus erholt sich

 ·  Das Tourismusgeschäft in Deutschland hat sich in der zweiten Jahreshälfte 2003 deutlich erholt. Hotels, Pensionen und andere Urlaubsanbieter hoffen für 2004 erstmals seit zwei Jahren auf einen spürbaren Gästezuwachs.

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Das Tourismusgeschäft in Deutschland hat sich in der zweiten Jahreshälfte 2003 deutlich erholt. Hotels, Pensionen und andere Urlaubsanbieter hoffen für 2004 erstmals seit Ausbruch der Reisekrise vor zwei Jahren auf einen spürbaren Gästezuwachs. „Wir werden im kommenden Jahr schon eine deutlich bessere Lage haben", sagte Petra Hedorfer, Vorstandschefin der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), am Dienstag in Frankfurt.

Für die nächsten zwei bis drei Jahre geht Hedorfer von zwei bis drei Prozent Wachstum in der Branche aus. Bereits seit dem Sommer hat das Tourismusgewerbe nach DZT-Angaben deutlich mehr Übernachtungen gezählt als in den ersten Monaten des Jahres. Dazu hätten besonders Deutschland-Besuche aus dem europäischen Ausland beigetragen. „Die Nachbarmärkte boomen überdurchschnittlich gut", sagte Hedorfer.

Bis Jahresende rechnet die DZT mit insgesamt gut 315 Millionen Übernachtungen in Deutschland, was einem leichten Rückgang von 0,5 Prozent entspricht. Zur Jahresmitte war das Minus zum Vorjahr noch fast dreimal so groß. Die Übernachtungszahl deutscher Gäste werde allerdings trotz der guten Entwicklung in den vergangenen Monaten in diesem Jahr nochmals um rund ein Prozent auf 277 Millionen zurückgehen, nach einem Minus von fast drei Prozent im Vorjahr. „Die Nachfrage aus dem Ausland ist trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen Wachstumsmotor für den Deutschland-Tourismus“, sagte Hedorfer.

Ausländische Gäste als Wachstumsmotor

Vor allem die Nachfrage ausländischer Urlauber habe nach deutlichen Einbußen im vorigen Jahr wieder deutlich zugenommen, sagte Hedorfer. Von Januar bis August stieg die Zahl der Übernachtungen um 0,4 Prozent. „Wir werden mit einem Prozent Plus abschließen", gibt sich Hedorfer für das Gesamtjahr 2003 in diesem Bereich zuversichtlich. Die seit November amtierende neue DZT-Chefin führt den Anstieg vor allem auf gute Besucherzahlen aus westeuropäischen Nachbarländern zurück. So reisten bis August aus der Schweiz oder Belgien je 7,5 Prozent mehr Gäste nach Deutschland.

Trotz umfassender Werbekampagnen hatten sich nach den Worten Hedorfers nicht mehr Urlauber aus den Vereinigten Staaten (minus 8,6 Prozent) nach Deutschland locken lassen. Der Irak-Krieg sowie die Lungenkrankheit Sars in Asien hatten auch deutlich weniger Deutschland-Besuche aus Ländern wie Japan (minus 15 Prozent) oder China (minus zehn Prozent) zur Folge. Für 2004 rechnet die DZT-Chefin allerdings damit, daß sich das Interesse auch in diesen Ländern am Reiseziel Deutschland wieder normalisiert. Realistisch sei ein Zuwachs der Auslands-Gästezahl um insgesamt zwei bis drei Prozent, hieß es.

Potential in Osteuropa

Neben China wird im Zuge der EU-Osterweiterung vor allem in Osteuropa großes Potential für Deutschland-Urlauber gesehen. Das Hauptaugenmerk der DZT liegt allerdings bereits auf der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Hiervon verspricht sich das deutsche Tourismusgewerbe schon vorab einen Schub.

Ausländische Touristen und Geschäftsreisende besuchen laut Statistischem Bundesamt während ihrer Deutschland-Aufenthalte vor allem die großen Städte, die Deutschen zieht es in die kleinen Gemeinden. Die Hälfte aller ausländischen Gäste übernachteten im vergangenen Jahr in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Jeder zweite deutsche Gast schlief dagegen in Städten mit weniger als 10.000 Einwohnern, jeder Fünfte in einer Großstadt.

Deutsche Reiselust hält sich in Grenzen

Die Reiselust der Bundesbürger betrachtet die DZT hingegen noch mit Skepsis. Seit dem Sommer sei zwar ein Aufwärtstrend im Inlandstourismus deutlich spürbar. Allerdings seien weniger Familien in den Urlaub gefahren und der heiße Sommer habe viele Deutsche dazu verleitet, ihre Ferien zu Hause zu verbringen, sagte Hedorfer. Damit beurteilt die DZT die Reiselust der Deutschen etwas zurückhaltender als die großen Reisekonzerne TUI und Thomas Cook. Diese erwarten für ihr Geschäft bei Pauschalflugreisen nach den steigenden Buchungszahlen für die laufende Wintersaison auf für den kommenden Sommer erstmals seit 2001 wieder spürbare Zuwächse.

Reise-Buchungen per Internet werden beliebter: Die Zahl der Online-Buchungen stieg zwischen 2000 und 2002 um 83 Prozent auf jährlich 2,1 Millionen. Das ist jeder 150. Deutschland-Aufenthalt. Die DZT wirbt im Auftrag der Bundesregierung im Ausland für das Reiseland Deutschland und koordiniert auch das überregionale Inlandsmarketing.

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