01.08.2002 · Neben dem Mosteiro dos Jerónimos am Ufer des Rio Tejo im Lissabonner Vorort Belem bieten zwei weitere imponierende Klosteranlagen Genuss für Kulturliebhaber.
Von Rudi StalleinNeben dem Mosteiro dos Jerónimos, das Hieronymus-Kloster, am Ufer des Rio Tejo im Lissabonner Vorort Belem bieten zwei weitere imponierende Klosteranlagen - allesamt Unesco-Weltkulturerbe - Genuss für Kulturliebhaber.
Als beeindruckendstes Bauwerk der portugiesischen Gotik gilt das Mosteiro de Alcobaca nördlich von Lissabon. 1222 wurde die weitläufige Abtei fertig gestellt, in der genau 999 Zisterzienser Mönche lebten - immer einer weniger als 1.000, wie es die Ordensregel vorschrieb.
Vor allem die gigantischen Ausmaße der Anlage lassen die meisten Besucher staunen, genauso wie die riesige, beeindruckende Küche, durch die der Rio Alcoa, ein Nebenarm des Rio Tejo plätschert. 18 Meter misst der Abzug über der Küche, die seinerzeit so etwas wie einen Gourmettempel darstellte. Tipp für Romantiker: In marmornen Särgen sind im Kloster von Alcobaca Pedro und Inês beigesetzt - die dramatische Liebesgeschichte der beiden ist so etwas wie die portugiesische Variante von Romeo und Julia.
Weltkulturerbe und Nationaldenkmal
Drittes im Bunde der herausragenden Klöster im Lissabonner Umland ist das etwa 20 Kilometer östlich von Alcobaca in Batalha gelegene Kloster "Santa Maria da Vitória". Errichtet als Dank und in Erinnerung an die große siegreiche Schlacht gegen die Kastilier, in einer Bauzeit von sagenhaften 215 Jahren - von 1338 bis 1553.
Die gotisch-manuelinische Kirche mit ihrem filigranen Dekor ist in ganz Portugal unvergleichlich. Das Nationaldenkmal ist eine wahre Pilgerstätte kulturhistorisch interssierter Besucher. Berühmt und besonders sehenswert sind die Capelas Imperfeitas, der Kapitelsaal sowie die "Unvollendeten Kapellen", die einst Mausoleum der Avizkönige werden sollten.