18.04.2002 · Arequipa, die „weiße Stadt“, ist vom spanischen Kolonialstil geprägt. Schatten spendende Arkaden mit Restaurants und die massige Kathedrale beherrschen das Zentrum.
Von Gabriela HirtSie trägt das feine Tuch der Inka-Edelfrauen und wohnt im temperierten Glaskasten: "Juanita", Arequipas älteste Einwohnerin, ist gut 500 Jahre alt und doch ein Teenager. Das Inka-Mädchen starb auf dem Gipfel des Nevado Ampato in 6.000 Meter Höhe. Sie war eines der Kinder-Opfer, mit denen die Inkas einst ihre Götter zu besänftigen suchten. Die Mumie und die Grab-Beigaben, perfekt konserviert durch Kälte und Trockenheit, sind die Glanzstücke im Museo Santuarios de Altura in Arequipa.
Gleich gegenüber des Museums befindet sich der Eingang zum Kloster Santa Catalina. Katholische Nonnen lebten hier über 300 Jahre lang abgeschieden hinter Mauern bis in die 70er Jahre hinein. Die weitläufige Anlage mit kopfsteingepflasterten Gassen, Plätzen, Häusern und Gärten ist eine Kolonialstadt in Miniatur.
Spanische Eleganz in der Weißen Stadt
Arequipa selbst gilt als die am meisten spanisch geprägte Großstadt Perus. Ihr Name, „weiße Stadt“, rührt von dem weißen Vulkangestein her, aus dem viele der kolonialen Bauten errichtet sind. Schatten spendende Arkaden mit Restaurants sowie die massige Kathedrale säumen die elegante Plaza de Armas mit ihren Blumenanlagen, Palmen und Springbrunnen.
Der Flug der Kondore
Ein lohnendes Ausflugsziel von der Stadt aus ist der Colca Canyon. Ein Raunen geht durch die wartende Menge, als gegen 8 Uhr 30 der erste Kondor unvermittelt aus den Tiefen des Canyon auftaucht. Etwa 80 Menschen warten seit dem Morgengrauen am Cruz del Cóndor auf den Moment, da die riesigen Andenvögel mit der morgendlichen Thermik in den blauen Himmel aufsteigen.
Nirgendwo sonst in Peru lassen sich Kondore so atemberaubend nah sichten. Schon der schmale Colca Canyon allein, der zweimal so tief ist wie der Gran Canyon, lohnt die sechs Stunden lange Holperfahrt in das Hochland im Norden von Arequipa.