27.07.2009 · Sehr, sehr viele Autofahrer stehen Jahr für Jahr auf der Fahrt in den Urlaub vor den Mautstationen in Frankreich, Spanien oder Italien in der Warteschlange und verfluchen die Gebührenwegelagerei der Autobahngesellschaften.
Von Jakob Strobel y SerraSehr, sehr viele Autofahrer stehen Jahr für Jahr auf der Fahrt in den Urlaub vor den Mautstationen in Frankreich, Spanien oder Italien in der Warteschlange und verfluchen die Gebührenwegelagerei der Autobahngesellschaften. So verständlich ihr Groll ist, so ernüchternd wäre es, sein Urlaubsziel allein nach der Höhe der jeweiligen Gebühren auszuwählen. Das zeigt schon ein kurzer Blick auf die Website www.kfz-auskunft.de/info/autobahngebuehr.html, die eine gute Übersicht über die Usancen in allen europäischen Ländern gibt einschließlich durchschnittlicher Autobahngebühren pro Kilometer, Vignetten, Innenstadtmaut und Extrazahlungen an Brücken und Tunneln. Man erfährt, dass Italien das älteste Mautsystem in Europa mit achtzig gebührenpflichtigen Strecken besitzt, Spanien ganz besonders hohe Gebühren verlangt und auch Frankreich es von den Lebendigen nimmt. Spottbillig hingegen sind so sympathische Länder wie Bulgarien, Mazedonien, die Slowakei und Slowenien. Was diese Webpage allerdings nicht bietet, ist die Möglichkeit, die Gebühren für bestimmte Strecken konkret zu berechnen.
Das geht auf der Seite www.camping-total.de/Service/autobahngebuehr, wenngleich mit Mühen. Denn sie ist nur verlinkt mit Websites von Autobahngesellschaften in Italien, Frankreich und Spanien, auf denen man sich erst zurechtfinden muss; daneben gibt es hier die Tarife von wichtigen europäischen Tunneln und Bahnverladungen. Wesentlich einfacher und bequemer ist die Berechnung der Maut bei guten Routenplanern wie www.viamichelin.de. Neben der Strecke und den Kosten für Benzin werden bis auf den Cent genau die Gebühren angezeigt. Die Strecke Frankfurt-Barcelona zum Beispiel kostet 78,35 Euro; erstaunlicherweise ist es beim Routenplaner des ADAC (www.adac.de) noch ein bisschen billiger mit 76,91 Euro. Und noch erstaunlicher ist, dass die dreimal so lange Strecke von Lissabon nach Moskau bei Michelin nur 77,23 Euro kostet und beim ADAC auch nicht viel mehr. Mit dem Auto erst auf Landstraßen von Frankfurt nach Lissabon und dann auf Autobahnen weiter nach Moskau - gebührentechnisch zumindest ist das eine Verlockung.