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04.12.2006 ·  Weihnachten wäre ohne Weihnachtsmärkte wohl nur halb so schön. Aber wo gibt es denn nun den besten Glühwein, die schönste Dekoration und die stimmungsvollste Kulisse?

Von Jakob Strobel y Serra
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Vielleicht ist das Schönste an Weihnachtsmärkten die Weihnachtsmarktpoesie. Die Sprache, mit der das bunte Tun beschrieben wird, ist eines Volkes der Dichter würdig. Auf der Website www.kprkpr.de, die von sich sagt, „die größten, schönsten und bekanntesten Weihnachtsmärkte in Deutschland“ in Worte zu fassen, darunter Märkte von Weltformat wie Bad Lippspringe, Bedburg-Hau, Hexenagger, Schweppnitz und Trittau, liest man solcherlei: „In der Zeit vor Weihnachten schlüpft Bad Mergentheims Innenstadt in ihr Festtagskleid.“ Wunderbar. Oder: „Lebhaftes Treiben, illuminierte Straßen und weihnachtliche Musik, dazu der verführerische Duft von gebrannten Mandeln, Bratwurst und Glühwein, das sind die typischen, stimmungsvollen Merkmale des Weihnachtmarktes in Bielefeld.“

Mittelalterliche Mundart

Die wohl ausführlichste Liste mit Weihnachtsmärkten inklusive Beschreibung, Fotos und Kontaktadressen gibt es bei www.weihnachtsmarkt-deutschland.de. Sogar ein paar Märkte im befreundeten Ausland und selbst in Chicago, Arlington Heights, Osaka und St. Denis de la Réunion werden hier vorgestellt. Etwas weniger imposant ist die Sammlung bei www.urlaub.de, die gleichfalls Markt für Markt charakterisiert und die Adresse des örtlichen Tourismusamtes angibt. Nicht immer auf dem neuesten Stand ist die Seite www.weihnachtsstadt.de, die manchmal die Öffnungszeiten von 2005 nennt. Auf die Vorstellung der wichtigsten Märkte beschränkt sich die Webpage www.weihnachtsmarkt.weihnachten-info.de. Das allerdings macht sie derart ausführlich, daß man schon ein Weihnachtsmarkt-Junkie sein muß, um sich hier wohl zu fühlen.

Viele andere Internetseiten beschränken sich darauf, Links zu den Homepages von Weihnachtsmärkten zu sammeln. Solide, aber recht übersichtlich ist die Liste bei www.fernweh.com, ziemlich eigenwillig die Auswahl bei www.weihnachtsseiten.de. Die berühmten Märkte von Affing oder Ober-Hilbersheim sind der Seite einen Link wert, die Provinzveranstaltungen in Frankfurt oder Köln hingegen nicht. Dabei weiß doch jeder: „Hier präsentieren Handwerksleut' ihre vor Ort handgefertigte Ware und wissen in mittelalterlicher Mundart so manche schöne Geschichte zu erzählen.“

Quelle: F.A.Z., 30.11.2006, Nr. 279 / Seite R4
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Jahrgang 1966, Redakteur im „Reiseblatt“.

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