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Iglu bauen Captain Iglu herrscht im Großstadtpark

Es schneit und sobald die lieben Kleinen genug Schneemänner gebaut haben, stellt sich unweigerlich die Frage: Wie genau baut man eigentlich ein Haus aus Schnee? Über einen Versuch im Großstadtpark.

© Arcticphoto/laif Vergrößern ...und fertig ist das Iglu – hier aber nicht im Frankfurter Stadtpark, sondern irgendwo, wo Profis am Werk waren

Dass es einen Zusammenhang zwischen Meteorologie und Elternschaft gibt, weiß, wer Kinder hat, nur zu genau. Im Winter heißt das: Wenn es über Nacht geschneit hat, die Kleinen das spitzkriegen und auch noch Wochenende ist, muss man früh aufstehen, die Schneeanzüge heraussuchen und darauf bauen, dass es wenigstens auch früh wieder dunkel wird. So kam der Anruf von Freund C. nicht unerwartet: Er wolle mit seinen beiden Kindern in den Park, sagte er, ein bisschen Schlitten fahren, was denn mit uns sei. Übrigens komme auch sein alter Studienfreund B. mit, zwei Kinder im Grundschulalter. In einer halben Stunde? Ob ich vielleicht Kakao mitbringen könne? Und Glühwein?

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Der Weg zum Grüneburgpark im Frankfurter Westend führt durch den Unicampus, vorbei an Institutsgebäuden und einem flachen Teich, am verschneiten Koreanischen Garten und dem abgetrennten Rasenstück mit matten Hunden und frierenden Hundehaltern. Der Schnee fällt in dicken Flocken, feucht und schwer, und bleibt auf den Mützen liegen. Als wir uns auf der vereinbarten Wiese treffen, sind wir drei Väter mit zusammen fünf Kindern. Die rennen los und bewerfen sich mit Schneebällen, wir schauen ihnen zu, bis sie nacheinander wieder zurückgelaufen kommen und fragen, was sie jetzt machen sollen.

Einen Schneemann bauen?, frage ich matt

Wie wäre es mit einem Iglu?, fragt B. Die Kinder jubeln, der bestens vorbereitete B. öffnet seinen Rucksack und zieht eine Art Schaufel heraus. Den Klappspaten habe er noch aus seiner Bundeswehrzeit, sagt er, und wenn jetzt alle Kinder mal ganz fix diesen prächtigen Pappschnee herbrächten, hätten wir bald ein richtiges Haus, wie die Eskimos. Inuit, sagt C., mehr zu den Kindern als zu B., die Bewohner der Nordpolarregion heißen Inuit. Und dass die einen Klappspaten zum Iglubau benutzten, habe er auch noch nicht gehört.

Das ist doch egal, sagt B. und fixiert fröhlich das Spatenblatt, du wirst schon sehen, wie gut das geht. Ich habe das mal in einem dieser Winterkurse zum Iglubauen gelernt. Ganz raffinierte Techniken haben die da drauf, da können deine Inuit aber einpacken.

C. murmelt irgendwas. Um mich aufzuwärmen, helfe ich den Kindern, die kleine Schneekugeln formen und sie dann so lange auf der weißen Wiese hin- und herrollen, bis riesige daraus geworden sind. Es dauert nicht lange, dann liegen sie aufgestapelt vor unseren Füßen. C. müht sich damit ab, aus den größten Kugeln einen Kreis zu formen. Als er die zweite Reihe legen will, zückt B. den Klappspaten und schaufelt losen Schnee in den Kreis.

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Was soll das?, ruft C., aber B. macht weiter. Dann strahlt er in die Runde: Wir klopfen den Schnee einfach fest, sagt er, und am Ende grabe ich dann ein Loch in den Haufen.

Mein Lieber, sagt C., das ist aber eine seltsame Art, ein Iglu zu bauen. Die Inuit ...

Du hast nicht zufällig ein Messer aus Walfischknochen dabei?, fragt B.

David! Paula!, ruft C. seinen Kindern zu, könnt ihr noch ein paar Schneekugeln machen? Für ein richtiges Iglu? Wie in „Nanook, der Eskimo“?

C.s Kinder tun ihm den Gefallen, und B.s Kinder bringen weiter Schneekugeln zum mittlerweile recht kompakten Haufen ihres Vaters. Unter dem Hang liegt Frankfurts Silhouette im klaren Winterlicht: die Hochhäuser, der Main, ganz hinten der Stadtwald, über dem die Flugzeuge aufsteigen. Links und rechts von mir wird verbissen gearbeitet. C. setzt schon den Schlussstein, seine Kinder verputzen die Fugen. B.s Spaten hat gerade den letzten Schnee aus dem Haufen geholt. Dann gehen sie in ihre Iglus, jeder für sich.

Mein Atem bildet Wölkchen, und gerade als mir die Thermoskanne mit dem Glühwein einfällt, zupft mich mein Sohn am Ärmel, weil er nicht weiß, was er mit dem großen Ball, den er gerollt hat, anfangen soll. Wir machen noch einen zweiten und einen dritten, dann ist der Schneemann fertig. Bauen wir morgen aber auch ein Iglu?, fragt mein Sohn. Ja, sage ich. Und wie?, fragt er. Das besprechen wir lieber zu Hause.

Iglubau und Igludörfer in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Iglubau steht derzeit in vielen Wintersportorten hoch im Kurs. In Deutschland kann man im Allgäuer Pfronten, angeleitet von einem Schneebiwak-Baumeister, sein Iglu bauen. Ab 125Euro pro Person, Termine auf www.pfronten.de. Auf der Zugspitze gibt es ein Igludorf samt Bar, Küche, Whirlpools. Frühstück im Gletscherrestaurant. Ab 109 Euro pro Person im Standard-Iglu, ab 209 im „Romantik-Iglu“. Im Bayerischen Wald steht das Igludorf in Mauth, mit Aktivitäten wie Nachtwandern im Wald. Gasthof in der Nähe. Diverse Angebote unter www.bayerwaldigludorf.de

In Österreich liegt in Kühtai auf 2020 Metern das „Iglu-Village“ mit FassSauna und Outdoor-Aktivitäten. Ab 109 Euro pro Person, www.iglu-village.at. Das Schneedorf im Ötztal bietet Iglubau-Workshops für 95 Euro pro Person. Übernachtung ab 109 Euro. www.schneedorf.com

In der Schweiz gibt es Igludörfer in Engelberg-Trübsee, auf dem Muottas Muragl über St. Moritz, auf dem Gornergrat über Zermatt und in Gstaad. Ab 174 Euro pro Person. Informationen unter www.iglu-dorf.com

Quelle: F.A.S.

 
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Veröffentlicht: 16.12.2012, 09:13 Uhr