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Dolomiten Fünf Tage auf der Loipe

Einmal quer durch die Dolomiten bis Cortina d’Ampezzo kommt man im Winter auch auf Langlaufskiern. Nur ab und zu ist eine kurze Busfahrt nötig.

© Torurismusverband Hochpustertal Vorzeigestrecke zwischen Espresso und Mittagessen: Auf dem Weg von Toblach nach Cortina

Für diese Art von Neid braucht man sich wohl nicht schämen. Er kann es eben, der Albert Walder, unbeschwert und leichtfüßig bewegt er sich mit seinen dünnen Langlaufskiern über die steilen Buckel am Rande der Nordic Arena in Toblach. Früher war er ein Weltklasse-Langläufer, nun trainiert er Nachwuchssportler in Toblach im Südtiroler Hochpustertal.

“Heute habt ihr einen schönen Tag und eine schöne leichte Loipe“, freut er sich, „leicht genug für Einsteiger.“ Gut, unsere kleine Gruppe sieht nicht gerade aus wie die italienische Langlauf-Nationalmannschaft. Bequeme Jacken und Hosen anstelle hautenger Rennanzüge und neugierige, eher schüchterne Blicke. Wir machen eine Reise durch die Dolomiten - auf Langlaufskiern. Von Obertilliach im Osttiroler Lesachtal bis nach Cortina d’Ampezzo und dem Cadoretal im italienischen Veneto. Mit dem Auto fährt man diese Strecke durch das Hochpustertal und das Höhlensteintal in gemütlichen zwei Stunden. Unsere Reise dauert vier bis fünf Tage.

Etwas freundlicher wird es bei Vierschach

Langläufer sind gewöhnlich stationäre Menschen. Sie logieren an einem fixen Ort und drehen dort ihre Runden. Die Idee zu dieser ungewöhnlichen Tour kam von den Initiatoren von Dolomiti NordicSki, einem Verbund von zwölf Langlaufdestinationen mit insgesamt 1300 Loipenkilometern in den österreichischen und italienischen Dolomiten. Die Grundidee dieser Reise ist, von einem Ort zum nächsten in der Loipe zu laufen. Den Gepäcktransport besorgen die Hotels. Transfers werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln absolviert. Die Reise begann zwei Tage zuvor in Obertilliach, einem verschlafenen Osttiroler Bergdorf, das in Athletenkreisen wegen des modernen Biathlonzentrums einen exzellenten Namen hat. Zum Warmlaufen ging es auf die Grenzlandloipe auf den steilen Hängen zwischen Obertilliach und Kartitsch, von der die Einheimischen mit Stolz erzählen, dass hier die Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen trainiert.

Nächste Station ist der Osttiroler Ort Sillian. Zwischen der Grenzlandloipe bei Kartitsch und Sillian gibt es keine Verbindung. Also nehmen wir den Bus. Der Loipeneinstieg in Sillian ist nur einen Steinwurf vom Zentrum entfernt. Zunächst geht es bretteben neben der Bahnlinie Richtung Westen. Zwischendurch sehen wir rechts unten die alte Grenze mit Tankstellen, Speditionsgebäuden und wenig einladenden Imbissbuden. Etwas freundlicher wird es bei Vierschach, wo wir vor der Talstation des Skigebiets am Helm die Straßenseite wechseln und dann über ein weites offenes Feld bis Innichen laufen.

Den Gefrierpunkt spürt man nicht

Unser Tagesziel ist Toblach, das gute zwanzig Loipenkilometer entfernt ist. Dazu planen wir einen spektakulären Abstecher nach Sexten. Wir nehmen in Innichen den Skibus und laufen hinter Sexten dann das letzte Stück hinein ins berühmte Fischleintal. Der romantische Talboden führt vorbei an mächtigen Felswänden Richtung Drei Zinnen bis zur Talschlusshütte, die keine Hütte sondern ein stattliches Gasthaus ist. Die herzhafte Südtiroler Küche darf man sich auf der langen und durchweg ansteigenden Loipe verdienen. Immerhin lenkt der Blick auf den Einserkofl in der Mitte, die Drei-Schuster-Spitze rechts und die Sextner Rotwand links ein wenig ab. Aber dieser schweißtreibende Abstecher muss sein. Das sagt auch Eugenio Rizzo. Der Skilehrer aus Toblach ist der Guide auf unserer Tour und schwärmt schon vor der Talschlusshütte von den Sextner Schwarzbrotnudeln mit Ziegenkäse, die er sich hier stets auftischen lässt.

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