11.11.2012 · Sie nennen es One-Way-Carsharing und locken Autofahrer mit dem Versprechen, in Großstädten jederzeit mobil zu sein. Doch das spontane Mieten von Autos hat auch seine Tücken. Eine Testfahrt.
Von Mirco LomothRichtlinien für Lesermeinungen
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Car Sharing - echter Fortschritt in der Mobilität
Car Sharing als One-Way Option, d.h. man kann jederzeit die Miete
beenden ist einer der größten Fortschritte in der
Mobilität. Zudem ist dieser Service hocheffizient, da rund 40
Nutzer ein Auto nutzen und entsprechend wenig Parkfläche und totes
Kapital gebunden wird. Für den einzelnen bedeutet Car Sharing der
neuen Art ein Ersparnis von gut 50% gegenüber dem Besitz eines
Autos. Einzige Voraussetzung ist, dass man im Geschäftsgebiet eines
solchen Anbieters wie drive-now oder car2go wohnt. Genial wird dieser
Service durch die Kopplung mit Smartphones auf denen man jederzeit sein
nächstes Auto finden kann (meistens nicht weiter als 300 Meter entfernt).
Die Rechnung ist ganz einfach. Selbst bei 29 Cent pro Minute handelt es
sich um variable Kosten, die übers Jahr gesehen immer
günstiger sind als die fixen Kapitalkosten plus Versicherung,
Sprit, Werkstatt für den Besitz eines Autos.
Der Fortschritt ist sogar größer als die Umstellung der
benzingetriebenen Autos durch E-Autos.
Übungssache, nicht auf Apps verlassen. Mietzustand wird am Wagen angezeigt
Ich nutze selbst car2go und hatte selbst bisher nur einmal das Problem,
dass der Bordcomputer abgestürtzt ist. Wie auch bei dem Fall der
nicht schließenden Heckklappe sollte man sich bei Problemen immer
sofort mit dem Service in Verbindung setzten, solange man noch am
Fahrzeug ist
Der car2go-Service kann dann anscheinend direkt den Status des
Fahrzeuges erkennen und man ist auf der sicheren Seite. Sollte wegen
eines technischen Defekts das Beenden der Miete nicht möglich sein,
kann man man vor Ort klären, ob die Miete beendet wurde und somit
später keine Überraschungen auf in der Rechnung auftauchen.
Das Lesegerät am Fahrzeug und eine Blinkende LED zeigen den
Mietzustand an, sich auf etwas anderes zu verlassen ist leichtsinnig.
Zumal es auch Apps von Drittanbietern gibt, für deren Funktion
car2go nicht verantwortlich sein kann.
Also zunächst das Benutzerhandbuch lesen, entsprechend handlen und
erst dann über vermeintliche Nachteile einen Artikel schreiben...
Dann findet man leichter ein freies Fahrzeug. ;-)
Meine Erfahrungen mit dem Angebot von Sixt&BMW in Berlin sind
allerdings durchwegs positiv - bei der normalen Stadtfahrt im Berliner
Zentrum deutlich günstiger als ein Taxi und durch die hochwertigen
Fahrzeuge (z.B. Mini Cabrio im Sommer) zumeist ein Vergnügen. Der
eigene PKW wird eigentlich nur noch für Langstrecken genutzt und
steht recht viel in der Tiefgarage. Technische Probleme gab es bisher
auch noch nicht.
Gerade nach schlechten Erfahrungen mit dem Carsharing der Bahn - ich
mietete ein Fahrzeug mit defekten Bremsen, die einzige Lösung der
Kundenhotline war es, das Fahrzeug auf meine Kosten & eigenem Risiko
wieder an den Ausleihpunkt zurückzubringen - bin ich sehr positiv überrascht.
Mittlerweile bin ich Kunde bei beiden großen Anbietern, da sie
sich z.B. in Bezug auf die Geschäftsgebiete unterscheiden. So
erreiche ich meine bevorzugte Motorrad-Werkstatt nur mit Fahrzeugen von Car2Go.
Mal davon abgesehen, dass Carsharing durchaus Potenzial haben
könnte, zeigt der Artikel sehr schön, wie sich
Fahrzeughersteller im Gestrüpp der Elektronik verfangen haben. Denn
unter dem Problemen abstürzender Bordcomputer oder fehlerhafter
Schließkontakte dürfte heutzutage fast jeder Autofahrer
leiden. Von der an Masochismus grenzenden Benutzerführung
integrierter Radio- und Naviagation- und Bordcomputersysteme einmal abgesehen.
Aber vielleicht ist meine Generation auch einfach nur zu alt und zu
unwillig, die beim Kunden reifenden Spielzeuge zu ertragen.
Technische Fehler sind meiner Meinung nach in einer solch frühen und unausgereiften Phase noch verzeihlich. Aber der Grundgedanke des Carsharings ist auf jeden Fall zukunftsweisend: Praktisch, bezahlbar und vor allem umweltfreundlich, besonders wenn verbrauchsarme Modelle wie Smart oder Elektroautos eingesetzt werden.