20.09.2006 · Trotz des Militärputschs gibt es bisher kein Grund, auf einen Urlaub in den thailändischen Feriengebieten zu verzichten. Das Auswärtige Amt empfiehlt aber, sich über die aktuelle Entwicklung auf dem laufenden zu halten.
Nach dem unblutigen Militärputsch in Thailand sehen die großen Reiseveranstalter zur Zeit keine Gefahren für deutsche Urlauber. Die Ausflugsprogramme würden fast ohne Änderungen angeboten, berichteten die führenden Touristik Unternehmen am Mittwoch. Das Auswärtige Amt in Berlin sprach bisher keine Reisewarnung aus, gab allerdings einige Verhaltenstipps. Besonders aus den Badeorten wie auf Phuket hieß es: Der Urlaub geht weiter wie vorher. Die Lufthansa flog den Flughafen Bangkok planmäßig an, teilte das Unternehmen mit.
Auf allen Flughäfen des Landes liefe der Betrieb ungestört, berichtete auch die thailändische Sektion der Pacific Asia Travel Association (Pata). Bei Stadtrundfahrten in Bangkok werde allerdings das Regierungsviertel derzeit nicht angefahren oder sie würden ganz abgesagt. Nach thailändischen Angaben reisten 2005 knapp 370.000 Menschen aus Deutschland über den Flughafen Bangkok ins Land ein.
Urlauber sollen aktuelle Lage verfolgen
Beim Auswärtigen Amt in Berlin hieß es: „Nach gegenwärtigem Stand wird nicht zur Ausreise aus Thailand geraten.“ Deutschen Staatsangehörigen werde aber empfohlen, die Entwicklung der aktuellen Lage über die Medien zu verfolgen und sich insbesondere in Bangkok vorsichtig zu bewegen. Menschenansammlungen seien zu meiden, im Zweifel sollten Urlauber im Hotel bleiben.
Berichte aus den Feriengebieten Thailands besagen, daß der Putsch bisher keinerlei Auswirkungen auf das Urlauberleben habe. „Die meisten Urlauber haben von dem Putsch noch gar nichts mitgekriegt“, berichtete Herbert Winterstein von der Tauchschule „Poseidon“ in Ao Nang, rund 170 Kilometer südlich von Phuket. Allerdings seien derzeit in der Nebensaison nur einige hundert Touristen im Ort. „Einige Schweden wollten wohl voller Panik abreisen, als sie von ihren Angehörigen zu Hause angerufen worden waren“, sagte Winterstein. „Dafür gibt es aber gar keinen Anlaß.“