06.12.2001 · In Nyhavn gibt es Kneipe an Kneipe, Cafés und Restaurants. Bis spät in die Nacht hinein herrscht hier Hochbetrieb. Nyhavn ist "in", bei Kopenhagenbesuchern und der einheimischen Schickeria.
Von Christian NowakVom Kongens Nytorv ist schon der kurze Nyhavn Kanal zu sehen. Die Front aus alten, bunt gestrichenen Häusern und den am Kai liegenden nostalgischen Holzseglern ist eines der beliebtesten Fotomotive Kopenhagens. In Nyhavn gibt es Kneipe an Kneipe, Cafés und Restaurants. Bis spät in die Nacht hinein herrscht hier Hochbetrieb. Nyhavn ist "in", bei Kopenhagenbesuchern und der einheimischen Schickeria.
Die alten Kaufmannshäuser an der Kanalfront haben in den vergangenen Jahren ein gründliches Facelifting erhalten, trotzdem haben sie noch viel von ihrem nostalgischen Charme und können so manche Geschichte erzählen. Oft sind es kleine Details an den Fassaden, die an die Bewohner der letzten Jahrhunderte erinnern. Gildezeichen, Schiffslampen, Inschriften oder Türschilder von Kaufleuten, Zuckerhändlern und Goldschmieden lassen ahnen, dass hier schon vor langer Zeit das Herz der Stadt schlug. Zu Zeiten eines Hans Christian Andersen, der in dem Haus Nr. 20 sein erstes Märchen schrieb, war Nyhavn ein zwielichtiger Rotlichtbezirk. Ein Treffpunkt für Seeleute aus aller Welt, die in dunklen Hafenkneipen und Bordellen ihre Heuer durchbrachten. Erst durch den Tourismus wurde Nyhavn wieder zum Leben erweckt.
Eine Königin der leisen Töne
Nördlich vom Nyhavn beginnt der Stadtteil Frederiksstaden. Seinen Namen verdankt er König Frederik V., der sich mit den vielen Prachtbauten ein Denkmal gesetzt hat. Nicht zu übersehen ist Schloss Amalienborg, die Residenz des dänischen Königshauses seit 1794. Der achteckige Schlossplatz wird von vier Rokoko-Palais' begrenzt, in denen die königliche Familie wohnt. Königin Margrete II. im Palais Schack, ihre Mutter im Palais Brockdorff und Kronprinz Frederick im Palais Levetzau. Das Palais Moltke wird als königliches Gästehaus genutzt.
Ist die Königin zu Hause, weht die rot-weiße Landesflagge, das Danebrog, über dem Schloss. Ihr zu Ehren wird dann auch der große Wachwechsel zelebriert. Militärisch korrekt bis ins kleinste Detail, gehen die Soldaten ihrem Job nach. Es ist eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen die dänische Monarchie sich prunkvoll der Öffentlichkeit präsentiert. Ansonsten bevorzugt Königin Margrete II. eher die leisen Töne. Zehn Minuten laufen die Soldaten der königlichen Leibgarde im Stechschritt auf und ab, danach müssen sie fünf Minuten zur Salzsäule erstarrt stehen. Mit ihren schwarzen Bärenfellmützen und dem Bajonett sind sie das Motiv für unzählige Erinnerungsfotos. Selbst durch die aufdringlichsten Fotografen lassen sie sich nicht aus der Ruhe bringen - gelernt ist gelernt.