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Kopenhagen Die Weihnachtstische von Royal Copenhagen

06.12.2001 ·  Wenn alle Museen besucht, die restaurierten Häuserzeilen bestaunt sind, lohnt ein Besuch bei Royal Copenhagen, der königlichen Porzellanmanufaktur.

Von Christian Nowak
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Für die meisten Kopenhagenbesucher bildet der Rathausplatz den Ausgangspunkt für einen Stadtbummel. Sechsspurig nimmt der Autoverkehr auf dem Hans Christian Andersen Boulevard und der Vester Voldgade das Rathaus in die Zange und schnürt ihm fast die Luft ab.

Seit der riesige Platz zum Kulturjahr 1996 vollständig umgebaut wurde, sieht er jetzt fast wieder so aus wie zu Anfang des Jahrhunderts. Der imposante Klinkerbau des Rathauses hat eine durchaus beabsichtigte Ähnlichkeit mit dem Palazzo Publico im toskanischen Siena. Über dem Eingang wacht Bischof Absalon mit Schwert und Bischofsstab über die von ihm 1167 gegründete Stadt. Auf einer Säule hoch über dem Verkehrslärm stehen zwei Lurenbläser und richten ihre Instrumente gen Himmel. Auf der anderen Seite des Rathauses sitzt Hans Christian Andersen in Bronze gegossen und schaut auf den Eingang des Tivoli. Sein Knie ist schon ganz blank gescheuert von den vielen Kindern, die darauf für ein Erinnerungsfoto gesessen haben.

Direkt am Rathaus zeigt "Ripley's Believe it or not"-Museum Sonderbares aus aller Welt. In Louis Tussauds Wachsfigurenkabinett werden, wie im Londoner Vorbild, wächserne Persönlichkeiten verblüffend lebensnah gezeigt. Ein Stück den Andersen Boulevard hinunter liegt die Ny Carlsberg Glyptotek mit der größten Skulpturensammlung Skandinaviens. Auch das Nationalmuseum ist nicht weit. Das neue Foyer des Museums führt in einen lichtdurchfluteten Innenhof und ist ein gelungener Auftakt für den Besuch der kulturhistorischen Sammlungen.

Einkaufsmeile "Strich"

Vom Rathausplatz laufen alle zum Strøget, der "Strich" genannten Einkaufsmeile, der sich bis zum Kongens Nytorv zieht. Die gesamte Konsummeile ist Fußgängerzone und schmückt sich vor Weihnachten mit Girlanden aus Tannengrün, in deren Mitte ein großes rotes Herz leuchtet. Mit jedem Adventswochenende wird der Menschenstrom auf dem Ströget dichter, doch niemand verliert die Ruhe oder gerät gar in vorweihnachtliche Hektik.

Ein beliebtes Ziel ist der Amagertorv mit dem Storchenbrunnen in der Mitte und der Kulisse aus wunderschönen, 300 Jahre alten Häusern. Hier findet man die Läden von Royal Copenhagen, Georg Jensen und Illums, die alles verkaufen, was gut und teuer ist. Besonders Royal Kopenhagen, die königliche Porzellanmanufaktur, wird vor Weihnachten von Besuchern geradezu überschwemmt. Hauptattraktion sind die Weihnachtstische, die seit mittlerweile fast 40 Jahren von bekannten dänischen und internationalen Designern zusammengestellt werden. Das edle Porzellan wird auf den Weihnachtstischen zu unbezahlbaren und unverkäuflichen Kunstwerken arrangiert. Insgesamt ist die Gegend um den Amagertorv ein Synonym für Shopping in der gehobenen Preisklasse. Erschwinglich bleibt der Besuch im Cafe Royal Copenhagen, wo Kaffe und Kuchen auf königlichem Porzellan serviert werden.

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