10.10.2012 · An kaum einem anderen Land kleben so viele Klischees wie an Irland, der grünen Insel voller gutgelaunter, randvoll mit Guinness abgefüllter Melancholiker. Das kann ja nur ein Trugschluss sein.
Von Andrea DienerRichtlinien für Lesermeinungen
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There's litle Irish in all of us
Und diese "Emerald Isle", die Sie werte Andrea Diener, so
schoen beschreiben lebt immer noch in den Herzen der Soehne und
Toechter Irlands, egal wie fern sie von der Heimat in der Diaspora leben.
Gehen Sie nach Boston, MA, und sie werden ueberrascht sein wie gross
die Nostalgie dort ist fuer das "land of their ancestors"
unter den Irish-Americans. Man zitiert Irische Dichter, feiert die
keltische Music, und irgendwann und irgendwo in einer Pup singen
Menschen mit Traenen in den Augen 'when Irish eyes are smiling."
In der Tat, vor Jahren wenn Brian Mulroney, Prime Minister von
Canada, und US Praesident Ronald Reagen sich in Quebec City trafen,
sangen die beiden den selben Song.
Am St.Patricks Day, wenn man eine grosse Parade in NY haelt, is jeder
Irish, selbst wenn er aus vielen anderen Laendern stammt.
Und -- oh horreur -- man verzapft sogar gruenes Bier -- angeblich
gefaerbt zu Ehren von Eire -- der "Gruenen Heimat".
Ist da etwas Irisches in uns allen?
Irland in 2006 - ein Land wie St.Moritz
Bei meinen ersten Irland Besuch damals merkte ich schnell, dass ich die
falsche Wahl getroffen hatte. Ich landete in einem Land mit
Goldgräberstimmung (und passender Mentalität), welches an
einem Touristen mit normalem Budget eigentlich kein mehr Interesse
hatte. Irland schien die Schweiz weit hintersich gelassen zu haben. Von
natürlicher Gastfreundschaft wollen wir gar nicht reden.
Kann sein, dass sich das mit der Krise alles wieder geändert hat.
Mein Vertrauen damals wurde aber fur viel länger verspielt. Es sind
noch dieselben Menschen, oder?
@Wirklich in Irland gewesen?
Ja, das war ich tatsächlich.
Ich muss sogar sagen, dass ich Ireland von allen englischsprachigen
Ländern als das am wenigsten gastfreundliche empfand. Ich habe
jahrelang in London und den USA gelebt und kenne die
"angelsächsische" Welt gut.
Mir fällt auf, dass gerade Deutsche oft an Klischees oder positiven
Vorurteilen gegenüber anderen Ländern festhalten. Ich habe auf
dieser Reise einige getroffen, die in vielen Jahren davor nur in Irland
Urlaub gemacht hatten. Für mich war das völlig unverständlich.
Wirklich in Irland gewesen?
Was Sie da beschreiben habe ich bei meinen 13 Reisen nach Irland nicht
erlebt! Selbst im Jahr 2006 konnte ich das nicht feststellen. Da
scheinen Sie ja richtig Pech gehabt zu haben.
Ich kenne die Menschen dort als äußerst hilfsbereit und
gastfreundlich. Vielleicht sollten Sie es nochmal wagen. Machen Sie mal
Urlaub im Norden Irlands. Da wo der Massentourismus nicht so stark
ausgeprägt ist. Ich würde Ihnen den Donegal empfehlen. Die
Natur dort ist traumhaft schön und mit den Menschen dort hatt ich
immer viel Spaß.
Kaum ein anderes Land Europas ...
.. hat so von der Union profitiert, hat so einen Mist gebaut und genießt immer noch so viel Vertrauen und Sympathie wie Irland.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.10.2012 14:52 Uhrfinde ich nicht
Irland hat Mist gebaut - kann man so formulieren, wenn man das mal ganz
pauschal so sagen möchte.
Aber bei diesem Mist ist niemand gestorben - es hat nur Geld gekostet.
Die Suppe löffelt Irland jetzt selbst aus. Klar kriegen sie Hilfe
von der EU (und das finde ich auch richtig). Aber vergleichen Sie mal
die Situation in Irland mit der in Griechenland. Da finde ich die
irische Herangehensweise doch wesentlich konstruktiver: Einfach
akzeptieren dass der Wohlstand der Jahre 2000-2007 nie so ganz real war.
Dass es jetzt vorbei damit ist. Dass dies nicht zwingend einzig und
allein die Schuld von z.B. Deutschland ist. Sondern selbst etwas dagegen
zu tun ist und ein gewisser Wohlstandsverlust einfach hinzunehmen ist.
Das finde ich sympathisch!