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Internet-Tipps www.postkarten

30.05.2007 ·  Von wegen Internet und E-Mail machen die gute alte Postkarte obsolet. Im Netz gibt es Nützliches und Wissenswertes, nicht nur für Hobbyhistoriker. Oder wussten Sie, dass Grußkarten außer einer bunten und einer weißen Seite auch noch eine Metaebene haben.

Von Jakob Strobel y Serra
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Die germanistische Fachzeitschrift „Lingua et Opinio” hat sich in einem Aufsatz mit der Postkarte als Kommunikationsmedium beschäftigt und ist auch zu keinem anderen Schluss gekommen als der gesunde Menschenverstand: „Der Zwang zur Begrenzung des Textes begünstigt die Beschränkung auf reine Grüße und wenige Äußerungen mit zumindest äußerst geringem Informationswert.“ Die wahre Aussagekraft, so heißt es weiter, verberge sich freilich in einer verschlüsselten Metaebene, zu der nur Autor und Adressat Zugang hätten. Textbeispiel: „Wir sitzen momentan in einer Hotelbar und genießen unseren Urlaub. Hotel und Essen sehr gut, Wetter ok für T-Shirt und Shorts, Wasser warm genug zum Schwimmen. Also, ein toller Urlaub! Viele Grüße F. und N.“ Stimmt.

Von Metaebenen verstand der preußische Oberpostrat Heinrich Stephan nichts, der 1865 als Erster die Idee zur Postkarte hatte. Deswegen konnte er nicht verhindern, dass seine Erfindung wegen mangelnder Vertraulichkeit verworfen wurde. Dass die „Correspondenz-Karte“ dann doch rasch Karriere machte, ist auf der Seite www.avgcard.de nachzulesen, die sich ausführlich mit der Geschichte der Postkarte beschäftigt.

„Meer zu kalt, Bier zu warm“

Heute schreibt man auch gerne elektronische Urlaubsgrüße, die als E-Cards auf den Websites vieler Tourismusinformationen bereitliegen oder auf Pages wie www.grusskarten-e-cards.de heruntergeladen werden können. Wer hingegen eine echte Postkarte mit eigenen Motiven gegen Bezahlung versenden will, ist bei www.postkarte-verschicken.de richtig.

Und wer Schwierigkeiten nicht nur mit der Metaebene, sondern mit dem geschriebenen Wort ganz generell hat, kann das Internet als Schreibhilfe nutzen und von Seiten wie www.rebelman.de solche Texte auf seine Urlaubskarte übertragen: „Hi Eltern, das Wetter hier iss geil. McDonalds ham se hier auch. Am Strand laufen immer Super-Puppen vorbei. Nachts sind wir immer dicht wie Hein. Also mit anderen Worten: der Urlaub ist saulangweilig!“ Ein klein wenig poetischer geht es bei den Textvorschlägen der Website www.g8way.de zu, die allerdings ziemlich unverschlüsselt sind: „Meer zu kalt, Bier zu warm, komm' bald wieder in deinen Arm.“

Quelle: F.A.Z., 24.05.2007, Nr. 119 / Seite R4
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