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Hotel The Chedi Muscat : Hektik gilt in Oman als unfein

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Klares Wasser, klare Linien: Das The Chedi ist meilenweit entfernt vom goldenen Dubai-Style. Bild: Monica Gumm

Auf einem schmalen Landstreifen zwischen Gebirge und Arabischem Golf liegt The Chedi Muscat. Als Oase der Ruhe vermittelt das Luxushotel ein teures Gut: orientalische Gelassenheit.

          Mit rund vierzig Grad Celsius ist es in Muscat, der Hauptstadt Omans derzeit zu warm. Als der Flieger am frühen Abend im Morgenland landet, ist es bereits dunkel. Hier in den Tropen, nicht weit vom Äquator, sind die Tage beinah so lang wie die Nächte. Das Flugzeug öffnet seine Türen, wie eine Wand trifft die feuchtwarme Luft das Gesicht. Mit dem Taxi geht es auf breiten Highways durch das weitläufige Muscat, vorbei an neuen, hell erleuchteten Gebäuden. Geländegängige, chromblitzende Geländewagen füllen die Straßen, gesteuert von Männern in blütenweißen Dishdashas, den typischen bodenlangen Gewändern.

          Das Taxi rollt durch das Viertel Ghubra in Richtung Meer, entlang der Straße des 18. November. Dieses Datum ist der Geburtstag von Sultan Ibn Qabus, inzwischen 75 Jahre alt. Der Sultan ist geistiger Führer, Staatsfürst und Vaterfigur. Seine Landsleute verehren ihn wie einen Halbgott, weil er den Westen versteht. Er hat das Land vom Mittelalter in die Moderne katapultiert, in nur 45 Jahren, und Oman zu einer stabilen Bastion im Nahen Osten gemacht. Öl ließ das Land reich werden, touristisch setzt es strategisch auf Luxusklasse. Ein Beispiel ist The Chedi Muscat, ein Fünf-Sterne-Haus. Und für zwei Nächte unser Hotel.

          Der orientalische Ursprung der Fläzkultur

          Die schmale Straße führt im Dunkel der Nacht auf hell schimmernde Wohnwürfel zu, umgeben von einer Mauer. Das ist Tradition. Frei stehende Häuser, meist ein bis zwei Geschosse, darum ein Gürtel aus Stein, damit die Frauen nicht von außen gesehen werden. Wir passieren die Einfahrt. Dahinter ein Rondell mit Brunnen, ein Spitzbogen birgt den Eingang zum Empfang. Wir sind da. Das hier ist Arabien – ein glückliches Arabien? Zumindest scheint die orientalische Welt, seit je Sehnsuchtsland des Westens, hier in Ordnung. Ein Bediensteter öffnet die Autotür, er trägt Dishdasha und Khanjar, einen kleinen, silbern ziselierten Krummdolch, der im Gürtelbund steckt und zur omanischen Tracht gehört. Gleich hinter der Rezeption rahmen beleuchtete, meterhohe Wandpaneele ein kleines Ölgemälde – das allgegenwärtige Konterfei des Sultans. Streng und gütig ruht sein Blick auf den Reisenden.

          Links das Meer, rechts der Pool: Man muss sich nur noch entscheiden.
          Links das Meer, rechts der Pool: Man muss sich nur noch entscheiden. : Bild: Picture-Alliance

          Die Lobby öffnet sich in einen übergroßen Raum, überdacht von weitläufigen Zeltbahnen – eine Hommage an das orientalische „Majlis“, das Versammlungszelt nach alter Beduinen-Tradition. Im Majlis sitzen Männer und Frauen getrennt auf Matratzen am Boden, trinken Kaffee oder essen – mit der rechten Hand, auch „Gottes Hand“ genannt, denn die linke gilt als unrein. Das Majlis ist das, was wir Wohnzimmer nennen. Von dieser heimischen Wohnkultur erzählt die Lobby. In ihrer Mitte prangt eine Insel aus Kissen, eine wahrlich einladend-ausladende Sofalandschaft. Wir erinnern uns: Sofas und Diwane stammen ursprünglich aus dem Orient, dort liegt der Ursprung der bei uns so beliebten Fläzkultur. Über der Sofainsel schweben rote und naturfarbene Lampions. Ein Arkadengang umgibt den großen Raum, in seinen Nischen birgt er Sitzgruppen aus Korbstühlen.

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