28.08.2003 · Im Kampf um die Unesco-Kulturnationenweltmeisterschaft ist der Spielstand derzeit so: Spanien führt mit 37 Weltkulturerbestätten knapp vor Italien (36), dahinter ringen China (29), Deutschland, Frankreich (jeweils 27) und Großbritannien (25) um den dritten Platz.
Von Jakob Strobel y SerraIm Kampf um die Unesco-Kulturnationenweltmeisterschaft ist der Spielstand derzeit so: Spanien führt mit 37 Weltkulturerbestätten knapp vor Italien (36), dahinter ringen China (29), Deutschland, Frankreich (jeweils 27) und Großbritannien (25) um den dritten Platz. Es ist also noch nichts entschieden, und damit es schön spannend bleibt, nimmt die Unesco pausenlos neue Kultur- und Naturdenkmäler in die Liste des Menschheitserbes auf. Auf ihrer Website (http://whc.unesco.org) sind die Stätten alphabetisch und geographisch geordnet, allerdings ohne einheitliches Raster, wodurch die Seite ein wenig konfus wirkt. Bei allen Stätten gibt es zwar die "Justification for Inscription" der zuständigen Kommission. Doch manchmal werden die Denkmäler nur mit wenigen Sätzen beschrieben, dann wieder ausführlicher, und lediglich bei den Naturstätten bekommt man Informationen zu den wichtigsten Fakten, zur Bedeutung der Orte oder zur touristischen Infrastruktur. Dafür versöhnt die Homepage mit einem Newsletter, aktuellen Meldungen über die Welterbestätten und "Erfolgsgeschichten". Es sind freilich nur zwei, eine über Yellowstone und eine über Galápagos.
Mit dem deutschen Weltkulturerbe beschäftigt sich die nicht nur grafisch ansprechende Seite www.unesco-welterbe.de. Neben interaktiven Karten und vielen Fotos gibt es Routenvorschläge, online buchbare Pauschalangebote, Kontaktadressen und Links. Gut gemacht ist auch die Website www.schaetze-der-welt.de zur gleichnamigen ARD-Serie. Die Stätten werden nach immer demselben Muster vorgestellt, mit Geschichtstabellen und Fotogalerien, einem interaktiven Bilderbuch und natürlich dem dazugehörigen Fernsehfilm. Nichts weiter als Links zu den Weltkulturdenkmälern bietet www.reise-preise.de/yellow-pages/weltkulturerbe. Dabei scheint Systematik keine besondere Rolle gespielt zu haben. So wird beim Speyerer Dom auf die Homepage des Portals "Katholisches Deutschland" verwiesen, bei der Völklinger Hütte auf eine Website der Philosophischen Fakultäten der Universität des Saarlandes und bei der Wieskirche auf die private Homepage eines engagierten Liebhabers der Weltkultur.
Private Homepages von Welterbefans findet man zuhauf im Netz, etwa die eines Holländers (www.worldheritagesite.org), der seine Reiserouten ausschließlich nach den Vorgaben der Unesco aussucht. 125 Weltkulturstätten hat er schon geschafft. 629 hat er noch vor sich. Bei dem Tempo, mit dem die Unesco das Menschheitserbe vermehrt, schafft er das nie.