08.05.2009 · Die drei wichtigsten Reisemotive der Menschheitsgeschichte waren jahrtausendelang: Seelenrettung, Ruhmvermehrung und Pfeffer. Hätten sich die Menschen mit Salz begnügt, wäre ihre Geschichte ganz anders verlaufen und das Fernreisewesen nicht so früh zur schönsten Blüte gekommen.
Von Jakob Strobel y SerraDie drei wichtigsten Reisemotive der Menschheitsgeschichte waren jahrtausendelang: Seelenrettung, Ruhmvermehrung und Pfeffer. Hätten sich die Menschen mit Salz begnügt, wäre ihre Geschichte ganz anders verlaufen und das Fernreisewesen nicht so früh zur schönsten Blüte gekommen. Schon der notorische Italienurlauber Alarich der Gote, der im Jahr 408 mit seiner etwas ungehobelten Reisegesellschaft Rom besuchte, hatte im Grunde nur eines im Sinn: als Souvenir dreitausend Pfund Pfeffer aus der damaligen Welthauptstadt mitzunehmen.
Jaluk und Felfel
Warum Pfeffer so begehrt ist und zur Triebfeder so vieler Entdeckungsreisen wurde, kann man im Internet auf Seiten wie www.firstasiaclub.com oder www.netzwissen.com/ernaehrung/pfeffer/index.php nachlesen. Hier erfährt man, dass Pfeffer das älteste und beliebteste Gewürz der Erde ist, wahlweise seit drei- oder viertausend Jahren kultiviert wird und sehr wahrscheinlich aus Malabar im Südwesten Indiens stammt. Etwas knapper fasst sich die Website www.inform24.de/pfeffer.html, die dafür mit einem weitverbreiteten Missverständnis aufräumt: Als schärfster aller Pfeffer wird gern der Cayennepfeffer genannt, der aber gar kein Pfeffer, sondern ein Paprikagewächs ist. Die beste und ausführlichste Pfefferquelle im deutschsprachigen Netz ist aber ohne Zweifel die Seite www.uni-graz.at/~katzer/germ/Pipe_nig.html, die sich streng wissenschaftlich dem Piper nigrum widmet. Hier steht alles über Herkunft, Sorten, Verwendung, Inhaltsstoffe, Etymologie und Aromen, die von Monoterpen-Kohlenwasserstoffen bestimmt werden, und zwar vor allem von Sabinen, Pinen, Terpinen, Myrcen, Caryophyllen, Humulen und Bisabolon. Für den Hardcore-Pfefferliebhaber gibt es außerdem den Namen der Pflanze in nicht weniger als sechsundachtzig Sprachen zum Auswendiglernen - von Assamesisch ("Jaluk") über Farsi ("Felfel") und Malayalam ("Yavanapriyam") bis Urdu ("Gol mirch").
Bestellen kann man Pfeffer im Internet natürlich auch, zum Beispiel die Spitzensorte Schwarzer Tellicherry bei www.besserkochen.de oder verschiedene Dschungelpfeffer bei www.pfefferkontor.de - es sei denn, man ist so schlau und fährt selbst dorthin, wo der Pfeffer wächst.