24.07.2010 · San Francisco ist nicht nur eine phantastisch schöne Stadt, sondern auch der radikale Gegenentwurf zum Mainstream der Vereinigten Staaten: freigeistig und freizügig, individualistisch und anarchistisch und dabei so entspannt, dass man am liebsten gleich dabliebe.
Von Jakob Strobel y SerraRobert kennt sich aus, in den Untiefen menschlicher Triebhaftigkeit genauso wie in den Unsinnigkeiten kommunaler Haushaltspolitik. "Schauen Sie sich doch nur San Francisco an", seufzt Robert, ein höflicher älterer Herr, tadellose Erscheinung, tadellose Manieren, ganz Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle. "Die Politiker werfen das Geld mit vollen Händen hinaus, und die Stadt ist trotzdem in einem beklagenswerten Zustand. Als ich noch Broker an der Börse war, da herrschten ganz andere Verhältnisse, das kann ich Ihnen sagen." Aber er wolle nicht klagen, um Gottes Willen, es sei immer noch wunderbar hier, denn San Francisco sei eine Stadt so vieler Möglichkeiten. "Ich zum Beispiel arbeite jetzt hier, weil es mir als Rentner einfach zu langweilig war", sagt er und rückt gedankenverloren einen Stapel sadomasochistischer Pornomagazine zurecht. "Die verkaufen sich übrigens gut, ganz anders als das Zeug da vorne." Robert, der längst mit seiner Lebenslegende vollkommen verschmolzen ist, zeigt auf ein Regal voller Sexscherzartikel, Plastikpenisse mit Sprungfedern, Kuchenformen in Gestalt primärer Geschlechtsteile, Klopapier mit Kopulationsbildchen, Hartweizennudeln der Marke "Titaroni". "Das sind Makkaroni, die wie kleine Busen aussehen. Verkaufen sich auch nicht. Beim Sex wollen die Leute keine Scherze", sagt Robert mit einem feinen Lächeln zum Abschied und bedankt sich für die nette Plauderei, ein Vergnügen sei sie ihm gewesen, ganz unsererseits.
Roberts Sexshop versteckt sich nicht verschämt in einer finsteren Gasse, sondern liegt hell und offen wie eine Drogerie mitten im Kneipen-, Künstler-, Anarchisten-, Atheistenviertel North Beach und ist nur eines von Tausenden Beweisstücken für die Toleranz San Franciscos, für die ungebrochene Kraft seines liberalen und sehr gerne auch libertinären Geistes. Impulsiv und eruptiv ist alles an San Francisco. Schon seine Geburtsstunde war es, als mit dem großen Goldrausch von 1848 aus dem Kaff quasi über Nacht eine Großstadt wurde. Traumatisch waren dann die Zerstörungen beim großen Erdbeben von 1906, so vieles ging damals verloren, dass die Stadt nie wieder den Respekt vor dem Alten verloren hat und heute in bester Eintracht mit ihrem viktorianischen Erbe lebt. Und apokalyptisch ist das Schicksal, mit dem San Francisco jeden morgen aufwacht, weil unter seinem Fundament der Sankt-Andreas-Graben wie ein gefräßiges Ungeheuer auf die nächste Gelegenheit wartet, die Stadt zu verschlingen. Vielleicht kann sie deswegen gar nicht anders, als dem Carpe diem zu huldigen und jeden nach seiner Art glücklich werden zu lassen, schließlich weiß man nie, wie lange alles noch gutgeht.
Blumen im Haar
"The Capital of Counterculture" will San Francisco sein, die Hauptstadt der Gegenkultur, und niemand hat bessere Gründe, diesen Ehrentitel für sich zu reklamieren: Hier fanden die Rebellen der Beat-Generation um Jack Kerouac und Allen Ginsberg ihr Shangri-la. Hier löste sich 1967 in den Marihuanawolken des "Summer of Love" Amerikas Prüderie in Rauch auf. Hier ist seit Jahrzehnten die Liebe zum gleichen Geschlecht so selbstverständlich wie anderswo in den Vereinigten Staaten die Liebe zu Gott - und beides auch noch vereinbar, wie das wunderbar traurige, melancholisch verspielte Triptychon von Keith Haring in der Grace Cathedral zeigt, das an die Abertausenden Aids-Toten in San Francisco gemahnt und das Haring nicht mehr vollendet sah, weil er Tage zuvor selbst an Aids gestorben ist. Fälschlich geschmeichelte Europäer glauben wegen dieser Freigeistigkeit und angesichts pedantischer Mülltrennung, kohlendioxydfreier Trolleybusse, genereller Waffenverbote und liberaler Einwanderungspraktiken, dass San Francisco die europäischste Stadt Amerikas sei. Doch in Wahrheit ist sie etwas ganz anderes: Sie ist der unamerikanischste Ort Amerikas, ein exterritoriales Anti-Amerika, eine Trutzburg gegen die Tyrannei des Mainstreams und die Verlogenheit des amerikanischen Individualismusideals.
San Francisco will kein Amerika von der Stange sein. Es will anders leben, anders denken, anders essen, keinen abgepackten, industriellen Einheitsbrei, sondern das, was jeden Samstag auf dem Erzeugermarkt am Ferry Building verkauft wird. Es ist ein biologisch-organisches Happening mit Legendenstatus, eine Völlerei mit ökologisch reinem Gewissen ausgerechnet zu Füßen einer Bronzestatue des dürren Asketen Mahatma Gandhi. Genauso groß wie konsensfähig sind hier die Versprechen. "Family farmed porc, humanely raised, no junk ever" steht wie ein Glaubensbekenntnis an einem Marktstand, während nebenan "Love filled vegan Sushi" und Obst von den "Allstar Organics" im Angebot sind und noch ein paar Meter weiter ein Mann, der wie besessen auf ein Schlagzeug Marke Eigenbau aus Kochtöpfen, Plastiktonnen und Benzinkanistern eindrischt, sein Territorium mit dem Schild "Peace Zone - Share Love" markiert. Und man glaubt es kaum: Zwischen all den Obst-, Gemüse-, Fisch- und Souvenirständen, an denen Althippies selbstgebastelten Schmuck verkaufen oder clevere Asiaten Transvestitenbedarf von der Federboa bis zum Pfauenhut, kann man doch tatsächlich noch Batikhemden mit Peace-Zeichen erstehen, nicht als Partygag, sondern als Gesinnungsleibchen - als sei die Zeit mit einem verzückten Lächeln stehengeblieben und summe auf ewig Scott McKenzies One-Hit-Wonder von den Blumen im Haar, die man beim San-Francisco-Besuch tragen sollte.
Majong am Nachmittag
Warum in San Francisco als einziges Dogma gilt, dass jeder sein eigenes Dogma ausleben soll, wie es ihm gerade passt, steht im Rathaus in Stein gemeißelt. Es ist ein Palast des Bürgerstolzes von vatikanischen Dimensionen, ein neoklassizistischer Rausch aus Marmor, Blattgold und Granit, eine Allegorienorgie im Halbrelief, in der sich jeder Bürger wie ein Sonnenkönig fühlen darf. Auf der Empore blickt der frühere und jetzt als Büste in Bronze gegossene Bürgermeister George Moscone den stolzen Bürger freundlich durch seine Hornbrille an und sagt ihm auf dem Sockel, dass San Francisco deswegen eine so außerordentliche Stadt sei, weil ihre Bürger gelernt hätten, friedlich miteinander zu leben und sich gegenseitig zu respektieren. Aus diesem Grund seien sie die glücklichsten Menschen auf Erden. Und um mit gutem Toleranzbeispiel voranzugehen, hat die Stadtverwaltung auf dem Rasen vor dem Rathaus Schilder aufgestellt, die das Campieren ausdrücklich nur nachts verbieten. Tagsüber sind die Penner gern gesehen, die einträchtig neben Schulklassen beim Picknick und Studenten beim Knutschen in der Sonne dösen.
Kann es eine solche Idealstadt des Glücks überhaupt geben? Nein, San Francisco gibt es gar nicht. Es gibt Dutzende San Franciscos, Japantown und Little Saigon, das Viertel der Muslime und den Russian Hill. Es gibt Chinatown, das zerschnitten ist in einen authentischen Teil, in dem Männer in Unterhemden auf dem Gehsteig Majong spielen, und in einen touristischen, in dem sich Wahrsagereien und Souvenirsupermärkte mit Ein-Dollar-Chinoiserien auf den Füßen stehen. Es gibt das ehemals kleinbürgerliche Mission, das inzwischen ein Kleinlateinamerika ist, Herrschaftsgebiet der Jungfrau von Guadelupe, Spielwiese alternder Mariachis, die zahnlückenlächelnd mit ihren Gitarren die Straßen entlangstolzieren wie zerrupfte Pfaue, ein ganzes Viertel unter der Duftglocke von Empanada-Fett, erfüllt vom Geplappere sämtlicher Dialekte südlich des Río Grande und vom Gezeter unermüdlicher Straßenmissionare auf Seelenrettungstour.
Summer of Love
Ganz andere, viel besser gelaunte Gottheiten regieren in Haight-Ashbury, Schauplatz des "Summer of Love", Epizentrum der Hippie-Bewegung, ein gut- und gleichzeitig antibürgerliches Viertel aus lückenlosen Reihen herrlicher viktorianischer Häuser mit Erkern, Spitzgiebeln, Stuckfriesen, korinthischen Säulen und steinernen Löwen als Eingangswächtern. Hier stehen dicke SUVs neben leichtfüßigen Porsche-Karmann-Oldtimern und VW-Bullies, den Dienstwagen der Hippies, stilecht vollgemüllt und bepflastert mit Aufklebern, die für die friedliche Koexistenz aller Religionen und Ideologien und aller Rad- und Autofahrer dieser Erde werben.
Zu kaufen gibt es solche Bekenntnisse an der Hauptstraße von Haight-Ashbury, der Haight Street, an der eine gnadenlose Musealisierung und Kommerzialisierung des Hippietums betrieben wird. Wasserpfeifenfachgeschäfte drängeln sich neben Memorabilienhändlern, die das komplette Pantheon der Hippiegottheiten - Marley, Morrison, Joplin, Lennon - auf Kaffeetassen, Baseballmützen, Badetüchern, Duftkerzen oder Schlüsselanhängern verscherbeln. Ein Laden namens "The Love of Ganesha" hält im Räucherstäbchendunst Ashram-Accessoires vorrätig, während man sich im "Anarchist Collective Bookstore" zerfledderte Trotzki-Heftchen besorgen kann. Und über allem schwebt wie ein Mantra aus abgestandenem Haschischrauch die immerwährende Dreifaltigkeit des Liebessommers - viel Sex, ewiger Friede, gratis Rauschmittel.
Gealterte Rebellen
Unten auf der Erde, auf den Gehsteigen der Hauptstraße, sind manchen aber die Proportionen verrutscht. Penner und Punker rotten sich auf dem Pflaster zu Häuflein menschlichen Elends zusammen, Althippies genauso wie jung Gescheiterte, die sich das Hirn aus dem Kopf gekifft und den Hohlraum mit Schnaps gefüllt haben und jetzt mit glasigen Augen Blödsinn vor sich hin brabbeln - das war nicht gemeint mit der Befreiung von allen Zwängen. Doch San Francisco ist so frei, nicht nur jeden sein Glück, sondern auch sein Unglück finden zu lassen. Und so haben schon ein paar Meter abseits der Haight Street die Menschen in ihren schönen viktorianischen Häusern ganz andere, viel existentiellere Sorgen: An den Laternenpfählen in ihren Straßen kleben Zettel, die alle Bürger zu einer Versammlung über die geplante Änderung des Anwohnerparkens einlädt.
Dass Rebellen auch in Würde altern können, zeigt sich in North Beach, Wohnstube und Brutstätte der Beat-Bewegung, das nebenbei auch noch die Rolle des Little Italy und des Rotlichtquartiers für Heterosexuelle übernimmt. Um am eigenen Leib zu spüren, wie friedlich und unkompliziert das alles hier koexistiert, wie entspannt und tolerant diese Stadt ist, muss man sich nur an die Ecke Columbus und Pacific Avenue stellen und sich einmal um die eigene Achse drehen. Dann sieht man den Wolkenkratzer der Transamerica-Pyramide, San Franciscos kapitalistisches Wahrzeichen, der Leuchtturm des Finanzdistrikts, daneben das prunkvolle klassizistische Palais der Menschenrattenfänger und Seelendiebe von Scientology, dann den grell wie ein Motel erleuchteten Hustler-Sexclub von Larry Flint, dessen livrierter Portier so höflich wie in einem Fünfsternehotel ist, und dazwischen lauter Weinbars, Gourmetrestaurants, Antiquariate, Beat-Poeten-Gedenkorte.
Abteilung für Anarchismus
Ihnen ist sogar ein eigenes Museum gewidmet, in dem Jack Kerouac wie Che Guevara heroisiert wird und das Mädchen an der Kasse ein Zitat des Kerouac-Kumpels Lawrence Ferlinghetti als Unterarm-Tattoo trägt: "I'm awaiting perpetually and forever a renaissance of wonder." Kein Wunder, sondern Selbstverständlichkeit ist es in einer Stadt wie San Francisco, die mit dem Neuen nie das Alte ausradiert, dass Ferlinghettis mystifizierter Buchladen „City LightsBooks“ keine fünfzig Meter weiter immer noch existiert und immer noch dem Dichter gehört - ein wunderbar verwinkeltes, knarzendes, mit nichts als Büchern vollgestopftes Buchgeschäft, ein Termitenbau der Literatur, in dem es eine eigene Abteilung für Anarchismus gibt und der Junge an der Kasse mit seiner Buchsbaumwischmobfrisur wie ein Wiedergänger von Jimi Hendrix aussieht.
Was sonst als die Jack-Kerouac-Gasse, in der auf Wandgemälden Freiheit für Chiapas beschworen wird, könnte das Buchgeschäft vom „Vesuvio“ trennen, einer der vielen noch existierenden Stammkneipen der Beat-Poeten. Es ist ein Schrein voller Fotos, Zeitungsausschnitte und Buchdeckel, aber auch ein Wirtshaus aus der Jetztzeit voller fröhlicher Zecher, die Baseball im Fernsehen schauen und es weniger mit existentialistischem Weltschmerz als mit lebensnahen Erkenntnissen etwa von W.C. Fields halten. Über der Theke beichtet er: „Wegen einer Frau wurde ich zum Trinker - und ich hatte nie den Anstand, ihr zu schreiben und mich bei ihr zu bedanken.“
Die Legende Specs
Die alt gewordenen Helden der Gegenkultur trifft man nicht hier, sondern ein paar Meter weiter in der Spelunke von Specs. Specs ist eine Legende, Wirt seit 1968, Wirt für immer, auch noch mit zweiundachtzig Jahren, der Gralshüter seines eigenen Vermächtnisses im Dämmerlicht. Specs steht in seiner Kneipe als Tutanchamun, der goldene Sarkophag in Originalgröße mit seinen Gesichtszügen, statt Krummstab und Wedel in der Rechten eine Flasche seines Lieblingsgins, in der Linken einen Walpenis. Specs's Leben und Überzeugungen hängen dichtgedrängt an den Wänden, Fotos dreiviertelnackter Frauen mit Lippenstiftwidmungen an den Hausherrn, Kampfaufrufe der republikanischen Regierung gegen den Faschisten Franco, Sinnsprüche auf Blechschildern - die Wirklichkeit, lernt man, sei nichts anderes als eine vorübergehende Illusion, die durch die Abwesenheit von Alkohol verursacht werde. Nur Specs ist nicht da. Er sei heute etwas müde, sagt die junge Chinesin Lucy hinter dem Tresen, der einzige Tribut in der Kneipe an die Gegenwart, aber seine Freunde seien da, da hinten, die mit dem Rotwein - lauter Männer in Specs's Alter, die ihr schütteres schlohweißes Haar unverdrossen schulterlang und über der Rotweinwampe T-Shirts mit dem Aufdruck „Red Poet“ tragen, menschliche Mahnmale unvergänglichen Rebellentums, umschwärmt von skandalös jungen, unverschämt hübschen Frauen. Was suchen sie nur hier? Geschichte zum Anfassen?
Und warum verlässt man eine Kneipe wie die von Specs ohne schales Gefühl? Warum wirkt die Selbststilisierung der alten Männer nicht lächerlich? Warum verlieren die dichtenden Rebellenrentner nie ihre Würde? Warum ist ihr altersgebeugter Anarchismus nicht zur karikaturesk einstudierten Pose verkommen? Wahrscheinlich liegt es daran, dass San Franciscos Toleranzverdikt selbst keine Pose, sondern heiliger Ernst ist. Diese Stadt erlaubt allen alles, außer den anderen lächerlich zu machen. Jede Andersartigkeit ist willkommen wie in einer großen, großherzigen Familie. Und nirgendwo wird das so lustvoll exekutiert wie im Schwulenviertel Castro, das so flächendeckend mit der Regenbogenfahne der Homosexuellen-Bewegung beflaggt ist wie Peking beim Staatsbesuch und das eine beeindruckend vollständige Infrastruktur der Gleichgeschlechtlichkeit versammelt. Es gibt Friseure für Schwule, Fitnessclubs für Schwule, Spas für Schwule. Es gibt sogar Geschäfte, die nichts anderes als Unterhosen führen - der Laie staunt hier nicht schlecht über den Erfindungsreichtum des menschlichen Geistes. Und selbst die Penner, die man auch in Castro in erstaunlicher Zahl findet, sind ausnahmslos schwul.
Liebesakrobatenschaukel im Angebot
Am erstaunlichsten aber ist, dass man sich auch als Konventionalsexueller in Castro nicht fremd, sondern einfach nur in San Francisco fühlt. Man sitzt, wie alle anderen auch, in Straßencafés, nascht beim schwulen italienischen Delikatessenhändler San Daniele-Schinken, schlendert durch die Sexshops, staunt dort über Dildos so groß wie Baseballschläger und wunderliches Sexspielzeug wie Liebesakrobatenschaukeln oder Ganzkörpergummianzüge, stöbert in den Souvenirgeschäften, die ein riesiges Sortiment an Schwulen- und Lesbenbedarf führen. Besonders hübsch ist die Geburtstagskarte, die sieben nackte Männer mit Modellmaßen von hinten an eine Wand gelehnt zeigt, wobei ihre Popos uns den Gruß „Happy Birthday“ entrichten - ein Buchstabe pro Backe.
Von hier nach Amerika sind es nur ein paar Minuten, hinunter zur Fisherman's Wharf, San Franciscos touristischstem Teil, einem moralisch unbedenklichen Disney-Nepp-und-Nippes mit Hamburgerbratereien, Meerestiermassenrestaurants, Bimmelbahnattrappen, Wachsfigurenkabinetten, Andenkensupermärkten, „God bless America“-Autoaufklebern, mit Plastikmüll, Plastikessen und einem Publikum in Schlurflatschen und zirkuszeltgroßen Shorts, das so ganz anders ist als die Menschen in San Francisco, in jeder Hinsicht, allein schon in äußerer. Viele Besucher haben einen Body-Mass-Index so weit vom Idealwert entfernt, wie es die Insassen der vorgelagerten Gefängnisinsel Alcatraz einst von der Freiheit waren. Und auf manchem Popo würde „Happy Birthday“ ganz alleine Platz finden oder sogar „Gott segne Amerika“. Er möge es tun und bei San Francisco sein göttliches Auge zudrücken.
Anreise: Direktflüge nach San Francisco bietet seit kurzem auch die Schweizer Fluggesellschaft Swiss (www.swiss.com) an. Sie fliegt sechsmal pro Woche von Zürich in die Stadt. Die Preise in der Economy Class beginnen bei 845 Euro, in der Business Class bei 3970 Euro und in der First Class bei 11200 Euro (Preisbeispiele inklusive Zubringerflug von Frankfurt).
Einreise: Für die Einreise genügt ein Reisepass und eine Online-Registrierung auf der Internet-Seite https://esta.cbp.dhs.gov/esta (mindestens 72 Stunden vor Abflug), sofern man nicht mit einem Visum reist.
Information: Touristische Auskünfte gibt es im Internet unter www.onlyinsanfrancisco.com.