09.11.2007 · Indien ist erleuchtet. Fünf Tage lang wird beim Diwali-Fest der Sieg des Guten über das Böse gefeiert. Verbunden sind die Feiern mit zahlreichen Verpflichtungen: Geschenke kaufen, Verwandte besuchen, Hausputz machen.
Seit mehr als zwei Jahrtausenden feiern die Hindus in einer Neumondnacht im Spätherbst das Lichterfest Diwali. In Indien fällt das Fest in diesem Jahr auf den 9. November. In dieser Nacht werden Feuerwerkskörper gezündet, auf Mauern, in Fenstern und Türen brennen Öllampen. Lichterketten schmücken die Straßen. Häuser werden in frischem Weiß gestrichen. Das Diwali-Fest hat unterschiedliche Wurzeln und Bedeutungen.
In Nordindien feiern die Menschen mit Diwali die Rückkehr des göttlichen Ram, der an diesem Tag mit seiner Frau Sita nach 14 Jahren in der Wildnis in seine Heimatstadt Ayodhya zurückgekehrt sein soll. Die Menschen sollen für die Heimkehrer auf ihrem Weg Öllampen (Deepa wali) angezündet haben. Im Süden Indiens gedenkt man an Diwali dagegen eher dem flötenspielenden Gott Krishna und seinem Sieg über die Dämonen.
Kommerzialisiert wie Weihnachten
Das bedeutendste Fest im hinduistischen Kalender kennt eine Vielzahl von Ritualen. Der indische Wirtschaftsboom hat das Lichterfest inzwischen ähnlich kommerzialisiert wie Weihnachten im Westen - und entsprechend sieht es aus und geht es zu in Indiens Städten: Lichterketten schmücken Häuser, Märkte und Geschäfte sind hoffnungslos überlaufen. Schon seit Wochen sind die Wohlhabenden der Städte im Kaufrausch.
Geschäftspartner und Familienmitglieder erwarten Geschenke, Hausangestellte einen Monatslohn extra. Eines der liebsten Geschenke sind Süßigkeiten. Die bestehen Indien vor allem aus Fett, Nüssen, Zucker und noch mal Zucker. Gleich im Kilo wird der Konfekt in schmucken Schachteln eingekauft. Und damit nicht genug: Auch das Haus muss für Diwali auf Hochglanz gebracht werden. Tischler, Maler, Elektriker - alle sind bis zum Fest ausgebucht.