Auf dieser Neuerung ruht alle Hoffnung: Endlich soll das lästige Ausfüllen der Formulare für eigentlich visumfrei Reisende in die Vereinigten Staaten nur noch alle zwei Jahre notwendig sein. Seit dem 12. Januar ist die Online-Registrierung vor dem Check-in Pflicht. "Esta" lautet die feine Abkürzung, sie steht für Electronic System for Travel Authorization. Auch für einen Transitflug müssen die Formulare ausgefüllt werden: "Sie reichen Ihren Antrag ein. Sie erhalten und notieren Ihre Auftragsnummer. Sie erhalten Antwort auf Ihren Antrag." Das Ankreuzen der Fragen und das Auswendiglernen der eigenen Passnummer findet nun nicht mehr kollektiv an Bord statt - alles ganz schnell, ganz einfach von zu Hause aus. Denkste.
Der Flug nach Costa Rica führt über den Flughafen Newark. In Deutschland war es eine kinderleichte Übung, auf der Internetseite www.esta-usa.de die Fragen zu beantworten. Verblüffend ist, wie schnell der positive Einreisebescheid nach dem Absenden des Formulars eintrifft. Ein Klick, und der Urlaub ist genehmigt. Dass in dieser einen Sekunde irgendwo ein "Abgleich der Daten mit den relevanten Datenbanken der Strafverfolgungsbehörden" vorgenommen wird, ist unvorstellbar. Misstrauisch ging es also mit der Auftragsnummer zum Flughafen. Spätestens über den Wolken bestätigte sich die Skepsis: Alle Passagiere wurden aufgefordert, doch wieder alle lästigen Zettel auszufüllen. Die Beamten seien noch nicht in der Lage, die Datenbanken an Ihren Computern aufzurufen, hieß es.
Mit Anträgen tapeziert
In Costa Rica gibt es noch keinen Online-Check-in. Alle Passagiere, wollen sie am nächsten Tag nicht in langen Schlangen ausharren, müssen sich im Büro der Fluggesellschaft melden. Auch Kinder müssen persönlich antreten. In einer Wagenkolonne mit zwei Kleinkindern an Bord geht es deshalb am letzten Ferientag in die Hauptstadt San José: "Sie müssen aber noch alle das Esta ausfüllen, sonst werden Sie nicht an Bord gelassen." Esta, schon wieder? Der Mann bleibt eisern: "Nur mit der Genehmigung werden Sie an Bord gelassen." Die elektronische Übertragung funktioniert aber immer noch nicht. Mit dem Ausspruch "Pura Vida" muntert man sich in Costa Rica aber sofort wieder auf. Die Kolonne setzt sich wieder in Bewegung - zum Internetcafé, während draußen die warme Sonne ohne uns scheint.
Dort begrüßt uns ein junger Mann, der gleich eloquent ein Formular am Bildschirm öffnet. Nach vielen Minuten stellt sich heraus, dass es ein Visum-Antrag ist: Esta, was ist das? Alles auf Anfang: Die Genehmigung erfolgt hier ebenso schnell. Die Beamten können bald ihr Büro mit unseren Anträgen tapezieren. Sechs Reisende, sechsmal alle Fragen beantworten - auch Lukas, er ist vier. Lukas, bist du gegenwärtig an Spionage- oder Sabotageakten, an terroristischen Aktivitäten oder an Völkermord beteiligt?
Passnummer im Schlaf
Am nächsten Morgen beginnt am Flughafen das Warten auf die Kontrolle der Auftragsnummer. Nichts geschieht: Nur eine Flughafensteuer wird uns abgenommen, die Bordkarten werden erneut erstellt. Später, auf dem Flug nach Newark schreibe ich zum gefühlten hundertsten Mal meine Passnummer in die Zeile, beantworte die Fragen. Pura Vida - ich kenne meine Passnummer jetzt auswendig.
Zeit ist einfach unbezahlbar - und das kann sich keiner mehr ausdenken!
u k (ukpunkt)
- 05.02.2009, 23:13 Uhr
Und nach all dem Aufwand ...
(CoolP)
- 06.02.2009, 05:32 Uhr