http://www.faz.net/-8vvt5-8vvvz
Zurück zum Artikel
    1/6
Ein heiliger Ort bleibt niemals leer, weiß ein russisches Sprichwort. Darin klingt auch an, dass die alles verdrängende politische Macht in diesem Land beansprucht, etwas beinahe Sakrales zu sein. Deswegen sind die neunziger Jahre so unvergesslich als ein Zeitfenster, in dem viele Russen glaubten, sie gestalteten die Zukunft ihrer Heimat mit. Michail Gorbatschow, der durch Glasnost und Perestroika das Sowjetsystem modernisieren und dynamischer machen wollte, delegitimierte es und brachte es zum Einsturz. Seine Politik des Die-Zügel-hängen-Lassens setzte jedoch auch Erfindergeist und einen Wagemut frei, mit dem eine ganze Gesellschaft sich völlig neu definierte. Dabei betrachtete sie sich selbst so ehrlich und offen wie nie zuvor oder danach.
© Daniel Biskup/www.salzundsilber.de Vergrößern
Ein heiliger Ort bleibt niemals leer, weiß ein russisches Sprichwort. Darin klingt auch an, dass die alles verdrängende politische Macht in diesem Land beansprucht, etwas beinahe Sakrales zu sein. Deswegen sind die neunziger Jahre so unvergesslich als ein Zeitfenster, in dem viele Russen glaubten, sie gestalteten die Zukunft ihrer Heimat mit. Michail Gorbatschow, der durch Glasnost und Perestroika das Sowjetsystem modernisieren und dynamischer machen wollte, delegitimierte es und brachte es zum Einsturz. Seine Politik des Die-Zügel-hängen-Lassens setzte jedoch auch Erfindergeist und einen Wagemut frei, mit dem eine ganze Gesellschaft sich völlig neu definierte. Dabei betrachtete sie sich selbst so ehrlich und offen wie nie zuvor oder danach.
Zur Homepage