09.06.2001 · Beirut hat zehn Jahre nach Kriegsende Milliarden in den Wiederaufbau investiert und präsentiert sich jetzt mit schicker Kneipenszene, Einkaufsmeilen, einem nicht enden wollenden Nachtleben und dem französisch-orientalischen Flair der Vergangenheit.
Von Jule ReinerBeirut tanzt. Jeden Abend gegen neun Uhr bricht in der Stadt, die einmal als das Paris des Mittleren Ostens galt, ein Vergnügungstaumel aus, als feiere man in einem endlosen Fest das Leben selbst. So hat sich im ältesten und einst umkämpftesten christlichen Stadtteil Achrafyé eine junge Bar- und Restaurantszene etabliert, die den Crossover zwischen orientalischem und westlichem Styling mit solcher Lust zelebriert, als läge die Stadt nicht am östlichen Mittelmeer sondern an der Seine.
Milliardeninvestitionen in den Wiederaufbau des im Krieg völlig zerstörten Stadtkerns sollen dabei helfen, die goldenen 70er Jahre Beiruts wiederzubeleben, als sich der internationale Jet-Set und saudiarabische Investoren auf dem "heißesten Pflaster der Welt", wie die Beiruter selbst sagen, ihr Stelldichein gaben.