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Chalkidiki Klöster in den Himmel gehängt

29.05.2002 ·  Männer finden unter den schweigenden Mönchen in der Mönchsrepublik auf dem Athosberg Ruhe. Frauen ist der Zutritt seit mehr als 1000 Jahren verwehrt.

Von Jule Reiner
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Die herrschaftlichen Klosteranlagen sind eingenistet in wildes Grün mit ihren Zinnen, Türmen, den byzantinischen Schindelkuppeln und manchmal arabesken Fassaden. Der Begriff "göttliche Ruhe" wird zum konkreten Bild. Eine Oase der Sinne scheinen sie zu sein, besonders das Kloster Panteleimonas, eine kleine Mönchsstadt, die nah ans Wasser heruntergeklettert ist.

Andere Klöster wirken wie Wehrdörfer, trutzig und gleichzeitig von der Welt losgelöst in die schroffen Felsen geschmiegt. Über allem thront der über 2.000 Meter hohe Gipfel des Athosbergs, im Frühjahr mit glitzernder Schneehaube. Die üppigen Zedernwälder schicken ihren harzigen Duft in die leichte Meerbrise. Man meint, die Stille der Klosterhöfe einatmen zu können.

Eintritt in eine andere Welt - Frauen unerwünscht

Vielleicht sitzt ein Fahrgast mit auf dem Boot, der schon einmal zu den wenigen Touristen zählte, die alljährlich die Genehmigung bekommen, und Einlass auf den Berg zu einer Pilgerwanderung zwischen den Klöstern erhalten hat. Er wird von unvergesslich Erlebnissen erzählen, wie er von weltentrückten Greisen empfangen und in ein byzantinisches Refektorium geleitet wurde, wie er unter schweigenden Mönchen an schweren Holztischen das Abendessen einnahm, während ein Vorleser altgriechische Litaneien erklingen ließ.

Frauen müssen sich mit der Phantasie über das Geschehen begnügen. Es ist schon eine Neuerung, dass sie von diesem Sommer an zumindest das ehemalige Kloster Zygos besuchen dürfen, das unmittelbar vor den Grenzen der autonomen Mönchsrepublik liegt.

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