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Chalkidiki Einsamer Badeluxus im heiligen Wasser

29.05.2002 ·  Mittags gibt es ein strenges Ritual: ab in die Taverne! Gebadet wird erst, wenn die größte Hitze vorbei ist, gefolgt von schaumig geschlagenem Eiskaffee.

Von Jule Reiner
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Es ist nur ein Bootshüpfer hinüber nach Amouliani, der einzigen bewohnten Insel vor der Chalkidiki. Dieses idyllische Eiland mit seinem feinen Sand, das vor den Grenzen der Mönchsrepublik wie ein vertäutes Beiboot schwimmt, ist unter Einheimischen aus dem nahen Thessaloniki ein beliebtes Ausflugsziel.

Von ihnen kann man lernen, wie man in einer geschickten Mischung aus Genuss und Entsagung dem heißen Inselflecken mit griechischer Lebensart begegnet. Besonders in den Sommermonaten ist die weinlaubbewachsene Taverne wichtiger als der Strand. Beschaulich wird das Mittagsgelage über viele Stunden ausgedehnt. Kleine Teller mit frischem Fisch, Oktopus und Muscheln, die als "mydia saganaki" in geschmolzenem Schafskäse und Tomaten köstlich zubereitet sind, beleben das Gespräch und die Lust am Genuss.

Relaxen, Ausruhen, Nichtstun: eine Anleitung zum Glücklichsein

Mit Respekt für den stechenden Sonnengott Helios bleibt man bis in den frühen Nachmittag unter der Weinpergola und übt Bade-Askese. Denn erst nach der Siesta lädt das weichere Licht zum ausdauernden Sonnenbad am Sandstrand. Beim "Frappeé", einem eiskalt mit viel Zucker schaumig geschüttelten Kaffee á la Grèce, freut man sich mit vergehender Sonne über einen langen ereignislosen Tag und plant Ereignisse, die morgen eintreten könnten.

Einen Ausflug zum Heiligen Berg zum Beispiel: Soweit es die noch rund 2.000 dort lebenden Mönche zulassen, nähert sich das Boot ihrer Küste bis auf etwa 200 Meter. Gewiss gehört die Tuckerfahrt mit dem Boot an den westlichen Gebirgshang der Athosrepublik zum malerischsten Erlebnis des Chalkidiki-Urlaubs.

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