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Beirut "Iss bis du weinst"

 ·  Iss, bis Du weinst, heißt ein libanesisches Sprichwort. Kurz vor dem Weinen greifen Beiruter allerdings zur Wasserpfeife.

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Nicht nur für Beiruter, sondern auch dem Greenhorn in Sachen west-östliche Lebensart ist das folkloristische Musik-Restaurant "Mir al Khan" zur Zeit der ideale Ort, um den neuen Puls der schwer ramponierten Metropole zu erfühlen. "Iss bis du weinst", umschreibt ein libanesisches Sprichwort die Übung, über die Köstlichkeiten der Landesküche jeden Gedanken an gestern aus der Seele zu fegen. Vor dem Lokal stauen sich Porsche, BMW und Mercedes der S-Klasse, drinnen hasten die Kellner mit übergroßen Tabletts von Tisch zu Tisch und verteilen den Reichtum der libanesischen Spezialitäten: eine Flut von Tellern mit delikaten Salat-, Teig- und Fleischkleinigkeiten, den Mezze.

Kurz vor dem Weinen geht man zur Wasserpfeife über: Das Lokal füllt sich mit schwerem Tabakrauch, der nach Honig und Rosenaroma riecht. Dazu erklingen die animierenden Rhythmen der orientalischen Laute, der Oud. Und dann hält es niemandem mehr auf den Stühlen. Man schleudert Servietten wie Wimpel über dem Kopf, tanzt durchs Lokal und bald auf den Tischen. Denn wenn Spannung und Entspannung in diesem Teil der Welt schon immer eng beieinander lagen, dann ist der Tanz in die Nacht die neue Ausdrucksform für ein zukunftsorientiertes Lebensgefühl vor allem der jungen Oberschicht.

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