18.06.2009 · Alles hat ein Ende, mal plötzlich, mal schleichend, und mehr vielleicht als bei allen anderen Erfindungen des Menschen wünscht man sich bei Flugzeugen, dass es vorausberechnet sei und jemand sagt: Nun ist es gut. Dann landet das Flugzeug zum letzten Mal und steht fortan zwischen Tausenden anderer ...
Alles hat ein Ende, mal plötzlich, mal schleichend, und mehr vielleicht als bei allen anderen Erfindungen des Menschen wünscht man sich bei Flugzeugen, dass es vorausberechnet sei und jemand sagt: Nun ist es gut. Dann landet das Flugzeug zum letzten Mal und steht fortan zwischen Tausenden anderer Flugzeuge, die niemand mehr am Himmel sehen will - zum Beispiel in der Sonorawüste, in der die trockene Luft sie quasi einbalsamiert. Umso mehr wollen die Menschen diese Flugzeuge nun am Boden sehen, weshalb der kaum noch überschaubare Großparkplatz für Passagierflugzeuge, Düsenflieger und militärische Raketen nahe Tucson längst zu einer Touristenattraktion geworden ist. "Jets" heißt ein Bildband des Kunstfotografen Thomas Florschuetz, der sich auf die Kampfflugzeuge der Militärs konzentriert und ihnen buchstäblich auf den Leib gerückt ist. Mit den Details vernieteter Bleche, bunt lackierter Bomben und der windschlüpfrigen Formen legt er eine bizarre Ästhetik des Grauens frei. (F.L.)
"Jets" von Thomas Florschuetz. Mit Texten von Llassadra Pace und Ulf Erdmann Ziegler. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2009. 96 Seiten, 53 Abbildungen. Gebunden, 35 Euro.