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Freitag, 10. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Reisebücher

Hanoi - offene Stadt

Privatheit ist ein Segen für den Einzelnen und ein Fluch für den Reisenden. Denn sie reduziert das öffentliche Leben auf ein Minimum und raubt dem Reisen seinen Reiz. Für Menschen, die unterwegs sind, gibt es nichts Schrecklicheres als verödete Innenstädte, deren Herzschlag mit dem Ladenschluss erstirbt, ... Mehr

Seit ich das Land verlassen hab

Es war wohl nicht einmal bittere Ironie, dass in den achtziger Jahren eine Leipziger Buchhandlung mit dem Slogan "Mit Büchern die Welt kennenlernen" warb, sondern bitterer sozialistischer Ernst. Das zumindest vermutet Kathrin Aehnlich, der bis zum Fall der Mauer nichts anderes übrigblieb, als auf literarische Augenzeugen zu vertrauen. Mehr

Jedoch die alte Frau kann sterben

Es zeugt von Bescheidenheit, wenn Simon Geissbühler sein Werk ein "Büchlein" nennt. Aber wenn es auch nur hundertzwölf Seiten hat, ist es auf keinen Fall angebracht, es kleinzureden, denn Thema und Ausführung sind außergewöhnlich. Der Autor, Mitarbeiter der Schweizer Botschaft in Bukarest, ist nach ... Mehr

Schönes Land! Und so unaufgeregt!

Nicht so steil! Nicht so schroff! Nicht so atemberaubend! Als sich das norwegische Fremdenverkehrsamt vor einiger Zeit eine Analyse seiner Werbebotschaften gönnte, waren die Ergebnisse klar: Die dramatisch fotografierte Fjordlandschaft, mit der die Tourismusförderung bis dahin wucherte, überforderte potentielle Besucher aus Mitteleuropa. Mehr

Es wächst mein Sehnen und Verlangen

Dies ist kein Reisebuch wie andere. Das zeigt schon das Verzeichnis der sechzehn Autoren und Autorinnen; alle haben promoviert, die meisten sind Professor, und ihre Reisen geben sie als "Humboldts Erben" zu erkennen: Sie lehren an der Humboldt-Universität zu Berlin, und sie forschen wie Alexander ... Mehr

Mehr Reisebücher
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Denk ich an Deutschland in der Nacht

Die Idee ist nicht schlecht: Eine junge Frau, Modedesignerin, Generation Praktikum, geht für drei Monate nach Berlin, und anstatt sich eine Wohnung zu suchen, schläft sie jede Nacht woanders. Couchsurfing wird das genannt. Normalerweise reisen Menschen mit wenig Geld oder viel Toleranz so um die Welt, übernachten bei fremden Menschen auf dem Sofa, das diese in Internet-Plattformen anbieten. Mehr

Das Frische an Bayern

Als "wichtige Vollzugsanstalten der bayerischen Trink- und Sozialkultur" erkannte ein scharfsinniger Jurist die Biergärten im Freistaat. Tatsächlich werden dort, im Schatten alter Bäume, Bayern, Franken und Schwaben bei frisch gezapftem Bier und einem deftigen Imbiss beinahe leutselig und gesprächig, soweit ihnen das möglich ist. Mehr

Heute ein König

Die berühmteste deutsche Burg erhebt sich in Thüringen - die Wartburg. Aber was die Zahl der Burgen anbelangt, kann sich Thüringen nicht mit dem Nachbarn Sachsen-Anhalt messen. Es gibt im Süden von Sachsen-Anhalt sogar einen Burgenlandkreis. Die Gegend war immer wieder Grenzgebiet, da bedurfte es der Befestigung. Mehr

Nächster Halt Sozialismus

Wer sich in den achtziger Jahren in Berlin (West) verirrte, einen Bahnhof suchte und seinem Stadtplan vertraute, dem konnte es leicht passieren, dass er sich vor einem verrammelten oder vor sich hin bröckelnden S-Bahnhof wiederfand, an dem schon lange kein Zug mehr angehalten hatte.Die stillgelegten S-Bahnhöfe erinnerten daran, dass es ein ganz anderes Berlin gegeben haben musste. Mehr

Erfrischend echt

Almabtrieb im Salzburgischen Filzmoos, ein Foto in Hochglanz: die Pferde im schönsten Halfter, das Fell gestriegelt, das Gespann frisch geölt. Die Sennerin im Dirndlkleid, ein Hütchen am Kopf. So, wie man es sich vorstellt, so soll es wohl sein. Allein an den Füßen der Stilbruch: Walkingschuhe, das neueste Modell der Saison. Mehr

Was dagegen?

Wie rasch sich die sich wandelnde Stadt Hamburg gewandelt hat! Das Vorwort für das Büchlein schrieb noch Anja Hajduk von den Grünen als Stadtentwicklungssenatorin. Das war vorbei, kaum dass der Band erschienen ist. Seit die Grünen nämlich die Koalition mit der CDU beendet haben. Mit der Neuwahl der ... Mehr

Der Einbruch des Meeres

"Warum Lübeck?", fragt Matthias Kröner, der dort lebt, und antwortet: "Gäbe es eine Rangliste der in Deutschland unterschätzen Städte, läge Lübeck an erster Stelle." Lübeck hat eine große Vergangenheit als Hansestadt. Drei Nobelpreisträger haben hier gelebt: Thomas Mann, Willy Brandt, Günter Grass. Aber Lübeck scheint eine Stadt, in der die Vergangenheit alle Gegenwart überstrahlt. Mehr

Der grüne Strahl

Wer hätte das von Ostfriesland gedacht, die Gegend, in der sich ein hoher Himmel über endlosen Wiesen und Feldern, Deichen, Knicks, Kanälen und schwarzweißem Weidevieh spannt; wo die Bewohner gelben Nerz tragen und Kandisklunker in den Tee werfen? Tatsächlich liegen zwischen Wittmund, Wiesmoor, Leer und Norden höchst abwechslungsreiche Landschaften. Mehr

Zwei Jahre Ferien

Achtzig Bücher braucht man also, um die Welt zu umrunden. Achtzig Romane, genauer gesagt. Mit der "Reise nach Petuschki" kommt man gut, wenn auch nicht nüchtern, durch Russland, mit Allendes "Geisterhaus" durch Chile, mit Murakamis "Kafka am Strand" durch Japan. Hätten wir selbst noch gewusst. Aber was packt man ein, wenn es nach Puerto Rico geht? Auf Hunter S. Mehr

Tausend Kisten auf zwei Rädern

Bevor der deutsche Motorradfahrer sonntagmorgens feierlich das Garagentor öffnet, um sich seiner gepflegten, geputzten Maschine zu nähern, zwängt er sich in einem ersten Schweißausbruch in seine Lederkombi. Oder hüllt sich in einen atmungsaktiven Funktionsanzug mit Klimamembran und nach amtlichen Normen geprüften Protektoren an Knien, Schultern, Ellbogen und Rücken. Mehr

Reise durch die Sonnenwelt

In München scheut man große Worte nicht. Ein paar Gebäude mit griechischem Zierrat, und schon wurde die Bauernresidenz zum "Isar-Athen". Hundert Jahre später marschierte die "Hauptstadt der Bewegung" ganz vorne mit. Kaum war damit kein Staat mehr zu machen, erfand man sich neu als "Weltstadt mit Herz". Mehr

Stürme in der Kaffeetasse

Ein Schriftsteller sitzt im Kaffeehaus und hört, wie am Nachbartisch sein Name fällt. Er spitzt die Ohren: Der Hass, mit dem man von ihm spricht, macht ihn schaudern. Was also tun? Hinübergehen und sich vorstellen - oder besser davonlaufen? Dafür entschied sich Max Frisch im "Café Odeon" am Zürcher Bellevue. Mehr

Zu hoch für die kleine Stadt

Wer Weimar sagt, muss auch Jena sagen. Jena war gleichsam der wissenschaftliche Ableger der Weimarer Klassik. Man denke nur an den Historikprofessor Schiller der in Jena viel Aufruhr verursachte, schon mit seiner berühmt gewordenen Antrittsvorlesung "Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte". Mehr

Rosen, Rasen, Rhododendren

Die nahe liegende Vorstellung eines englischen Gartens sind Rosen und Rasen, eine alte Ziegelmauer, ein Holzzaun und versteckt zwischen Hecken und Rabatten liegend ein von Clematis umsponnenes Cottage oder ein altes Herrenhaus. Wie ganz anders und vielseitig englische Gärten aussehen können, bringt ... Mehr

Russisch-europäische Renovierungen

Noch vor wenigen Jahren stand das Kofferwort "Jewroremont" in Moskauer Wohnungsanzeigen für etwa dasselbe wie "abgezogene Dielen, Stuck" in Berlin: Indem sie das Adjektiv jewropejskij (europäisch) mit dem Substantiv Remont (Renovierung) verbanden, versuchten die Wohnungseigentümer eine Verheißung zu bündeln. Mehr

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