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Rede zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus Ein Tag in meinem Leben

 ·  Am 22. Juli 1942 begann die Deportation der Juden aus dem Warschauer Getto. Ich musste den Befehl übersetzen. Dann heiratete ich Teofila.

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Gottfried Scherer

oral history

Die Sprache ist mitunter alogisch: "Doch ich spreche hier als Zeitzeuge..." Der Redner bleibt bisweilen ungenau: Die Mörder töten und vollziehen ein Urteil, während der einzige erwähnte Widerständler einen Mord begeht. Statt "ab" heißt es "bis" 1940, und wieso "später" so genannter jüdischer Wohnbezirk, der dann die "größte jüdische Stadt Europas" wird? Die Charakterisierungen bisweilen adoleszent: "forsch und zügig". "schlagartig still", "übrigens" österreichisch gefärbte Vulgarität, "tödliche Stille" - bis hin zur bemühten Schaustellung der Belesenheit: es wäre denn ein Anzeichen vergeblicher Bildung? Der Freitod Czerniakóws: er sei "abgetreten" und das "still und schlicht" - eben "hoffnungslos" - aber wie passt das mit den auch zitierten Worten Czerniakóws zusammen? Nun wissen wir also, dass der Redner bei einem historischen Ereignis wichtig war und dürfen bezweifeln, ob er etwas begriffen hat: seine Sprache deutet nicht darauf hin.

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Michael Wagner
Michael Wagner (comic) - 29.01.2012 14:43 Uhr

Es ist seltsam, dass so viele nichts gewusst haben (wollen)!

Mein Vater hat bereits 1936 einen Ausreiseantrag in die USA gestellt. Die Einberufung zum Arbeitsdienst kam prompt. Ein guter Freund und Mitschüler (Jude) sagte in dieser Zeit zu meinem Vater, er solle sich mit ihm nicht mehr in der Öffentlichkeit sehen lassen, das werde ihm zum Nachteil gereichen! Beide haben das nicht befolgt. Die Eltern und der junge Mann wanderten nach Amerika aus, nachdem der Besitz beschlagnahmt wurde, mein Vater kam nach Russland. Nach dem Krieg, ich denke es waren die 80iger, besuchte der Freund meinen Vater und wollte auch sein ehemaliges Elternhaus besuchen, in dem noch die Familie wohnte, der es nach der Enteignung zugesprochen wurde. Er war nicht willkommen!
Nein, wer sehen wollte, konnte sehen! Sehr früh und sehr weit. Das Volk war nicht blind, es hat in seiner überwiegenden Mehrheit willentlich und wissentlich weggesehen!

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Uta Vandeloh
Uta Vandeloh (vandel) - 28.01.2012 20:18 Uhr

Wo der Rausch der Macht das Denken beherrscht,

stehen den niedersten Gelüsten alle Tore offen.
Herr Reich-Ranicki hat in schlichten Worten die mörderische Maßlosigkeit von Machtbesessenen skizziert, ohne in Versuchung zu geraten, das unter dieser Macht stehende Volk pauschal des Mordrausches zu bezichtigen. Kein Volk der Welt kann für die Taten ihrer unumschränkten Herrscher bis ins 7. Glied schuldig gesprochen werden.
Dass Maßlose an die Macht gelangten, hat andere Gründe. Was die Ermächtigten mit ihrer Machtfülle iletztendlich m Schilde führten ( Ausrottung der Juden, "Säuberungsaktionen"), wurde dem Volk wohlweisl. verschwiegen, die Vernichtungslager waren nicht ohne Grund weit weg. Oder wusste außer den Eingeweihten die Welt mehr? Wenn ja, warum tat sie nichts? bzw. viel zu spät und am falschen Ort? Flächenbombardierung von Zivilen retteten keinem Juden das Leben.
Der Hang von Individuen zum grausam-perversen Machtmissbrauch wurde mit Hitler & Co. nicht
eliminiert. Vllt. aber die Naivität der Völker...

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Closed via SSO
Erich Ziehon (Leao) - 28.01.2012 11:28 Uhr

Danke

Danke demjenigen, der entschieden hat, endlich mal keinen Politiker tränendrüsige Reden halten zu lassen, sondern einem Zeitzeugen die Chance zu geben, von der erschütternden Brutalität von Durchschnittsdeutschen zu reden. Mich erschreckt stets, wie willig die breite Mehrheit bereit war, beim Morden und Foltern mitzuhelfen.

Warum erfahren wir in der Schule eigentlich jedes noch so winzige Detail zu dem, was "die Nazis" gemacht haben, aber so wenig darüber, wer das eigentlich war? Es wäre schön, wenn wir unseren Kindern mehr Rückgrat beibringen würden, um ihnen eine Karriere als Mitläufer zu ersparen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.01.2012 12:58 Uhr
Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 28.01.2012 12:58 Uhr

Die breite Mehrheit?

Mitzuhelfen beim Morden und Foltern? Das ist keine belastbare Behauptung. Genausowenig, wie in einer Diktatur mit gelenkten Medien und mit SS und Gestapo so einfach von "willig" die Rede sein kann.

Allerdings frage auch ich mich, ob Länder wie Großbritannien oder Frankreich, mit denen wir uns vergleichen können müssen, bei sich überhaupt soviel "Personal" für diese Verbrechen hätten finden können.

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Hiep Van Tran

Beschämt?

Sicherlich war die Rede Reich Ranickis eine sehr schöne, persönliche Ansprache.
Was damals passiert ist, ist einfach grauenhaft gewesen und der Erinnerung wert; keine Frage.

Was mich aber stört, ist, dass sich das "wir"-Gefühl der Deutschen, 70 Jahre später, auf ausschlieslich negative Ereignisse bezieht. Es wird an sich ausschliesslich mit der Zeit nach 1933 assoziiert.
Ansonsten aber ist das "Wir" Gefühl etwas, was die Deutschen als "überholt" betrachten, einmal wirklich sehr vorsichtig ausgedrückt. Als etwas, was der Welt Unglück bringt und was deshalb als "rechts" bekämpft werden müsse. Das "Wir" Gefühl wird dabei aber grundsätzlich allen Migrantengruppen als etwas, was es zu fördern gibt, zugestanden.

Darüber sollten die heutigen Deutschen beschämt sein, dass sich also ein pervertierter Nationalismus zur Hitlerzeit in einen spiegelbildlich anmutenden Selbsthass ( mir fällt auf sie Schnelle kein anders Wort ein) gewandelt hat, was letztlich 2 Seiten EINER Medaille ist.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.01.2012 14:56 Uhr
Sebastian Fels

Beschämt, warum?

Ich habe nicht den Eindruck, dass das "wir"-Gefühl der Deutschen (wer ist das überhaupt? Die Presse? Die Politik, die "Intelligenz"?) rein negativ ist.

Ich bin stolz darauf, Deutscher zu sein. Warum auch nicht? So dunkel unsere Vergangenheit auch ist, ich bin stolz darauf, dass wir uns bis heute mit ihr auseinandersetzten. Manch andere Nation kann das nicht behaupten. Die "Deutsche Seele", wenn man so will, hat ihre eigene Mischung aus guten wie schlechten Eigenschaften, hat viel geleistet und manches verbrochen. Auf das eine kann man stolz sein, das andere muss man akzeptieren, sofern man es nicht ändern kann, aber ich fühle mich nicht in irgendeiner Weise genötigt, mich zu entschuldigen oder beschämt zu sein, Deutscher zu sein.

Und dass es immer noch Menschen gibt, die ihr "Deutsch sein" zum Anlass für irgendwelche Hetzereien gegen "die anderen" nehmen, beschämt mich nicht, das erzeugt bei mir allenfalls Abneigung und Mitleid.

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Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 28.01.2012 12:49 Uhr

Ganz genau

Das sehe ich auch so. Das sind zwei Seiten derselben Medaille. Herrenmensch oder Selbsthasser. Leider das, was Churchill über uns sagte: Die Deutschen hat man entweder an der Kehle oder zu seinen Füßen. Das, was niemand auf der Welt versteht. Schon gar nicht Völker, die existentiell um ihre Identität kämpfen müssen. Unser "Weltbürgertum" ist eine Form des Eskapismus vor uns selber und unserer Verantwortung für das Unsere.

Reich-Ranicki sagte ja auch gestern im Bundestag sinngemäß, wir sollten uns nicht so einseitig mit Hitler beschäftigen. Da sei schließlich auch noch Thomas Mann. Dafür diesem alten Herrn, der genau weiß, wovon er spricht, ein ganz großes Dankeschön!

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karl kappel

Auch Karl Glanz war ein Opfer

Er war einer von Wenigen, die mit ihrem Gewissen und mit ihrem Leben gegen diese Verbrecher gekämpft haben. Dafür ging er ins KZ.

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Günter Blümel

grandiose Rede

Ein junger Übersetzer und seine überraschende Hochzeit. Vertreter eines Apparates und ihr Bemühen 7.000 Morde pro Tag statt 6.000 Morde pro Tag zu organisieren. Lauter Menschen, zu 99,n Prozent gleich, aber welche Unterschiede! Ich finde die Rede grandios. Die Gefühle des einst Erlebten nachvollziehen zu können, führen zwangsläufig zu dem einzig möglichen Schluss: So sollen Menschen Menschen nicht gegenübertreten. Und damit meine ich nicht die Hochzeit.

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Carsten Zimmermann

Kein Vergessen,kein Verdrängen

Als ich vom Gymnasium zurück auf die Hauptschule kam,hatte ich in der 8 Klasse einen Lehrer, der uns bis zum Abschluss alle Dokus gezeigt hatte, die es im damaligen Telekolleg gab. Nachdem wir den 4 teiler Holocaust gesehen hatten, führte er den Geschichtsunterricht bis zum Jahr 1870 zurück. Es ging ihm darum uns die Entwicklung eines Irrglaubens,der zu Hass und schließlich dem schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte führte, vor Augen zu führen. Danach las ich jedes Buch was ich bekommen konnte, auf Zugfahrten fragte ich die älteren Menschen nach ihren Erlebnissen. Ich ging davon aus, das die Menschheit lehren gezogen hätte und wandte mich der Nachkriegsgeschichte zu. Doch ich irrte,denn es hatte sich nichts geändert. Vietnam,Algerien,60iger Jahre in den USA etc. Solange Menschen für Ideologien oder Religion sterben müssen...ist das ein Holocaust,überall auf der Welt!Denn nicht Politiker verlieren ihr Leben,sondern Soldaten,Frauen,Kinder und Alte!

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Hans-Jörg Rechtsteiner

Ach Gott, wie manches Herzeleid begegnet mir zu dieser Zeit!

Zutiefst erschüttert, aufgewühlt und trauernd über das Schicksal der Opfer und zugleich empört, zornig und wütend über die menschenverachtende Roheit der Mörder danke ich Marcel Reich-Ranicki, der ohne Rücksicht auf den eigenen Schmerz und ungeachtet seines hohen Alters es noch einmal auf sich genommen hat, vor aller Augen und Ohren Zeugnis abzulegen.

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Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 27.01.2012 23:30 Uhr

Flaggen auf Halbmast

Heute überall in der Stadt. Jedes Jahr. Offizielles Gedenken an die Opfer eines wahnsinnigen Verbrechens. Rede von Reich-Ranicki im Bundestag. Bundespräsident, Bundestagspräsident und Bundeskanzlerin mit Regierung anwesend. Ja, das Alles ist richtig und angemessen. Aber es reicht auch aus. Da bin ich dann anderer Meinung als Herr Lammert.

Auch glaube ich nicht, daß es in Deutschland einen besonders signifikanten weitverbreiteten Antisemitismus gibt, was immer man darunter genau versteht, und daß dies überhaupt das Problem beschreibt.

Das Problem ist vielmehr, daß Hitler und seine Schläger überhaupt in die Regierung kommen und von da an in Riesentempo das ganze Land unwiderruflich gleichschalten konnten.

Man hatte den wahnsinnigen Volkstribun eben überhaupt nicht unter Kontrolle im Januar 1933, ein unverzeihliches Versagen schon allein in intellektueller Hinsicht, und von da ab gewöhnte man sich viel zu schnell ans Weggucken und Schönreden bis zur endgültigen Eskalation ab 1942.

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Björn Stieler
Björn Stieler (bst) - 27.01.2012 21:43 Uhr

Einfach - gegen das Vergessen

Eine schlichte, schnörkellose Wiedergabe des Erlebten jagt eine Gänsehaut über den Rücken. Zeugnisse dieser Art wirken besser gegen das Vergessen als jeder Geschichtsunterricht. Vielen Dank für dieses Stück Erinnerung.

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karl kappel

Ein wichtiger Beitrag

Viele haben gekämpft, für Frieden und Freiheit. Ich war im KZ Dachau.

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Gottfried Scherer

... denkwürdig?

Es darf die Frage erlaubt sein, was an der Rede denkwürdig gewesen sein soll, wenn man nicht die Geste meint, einen Überlebenden im Bundestag sprechen zu lassen? Oder sollte es denkwürdig sein, dass mit Hilfe des Bundespräsidenten eine neue Sprachregelung sich andeutete: hoffnungsloser Völkertod statt Völkermord - war doch nur bei Herrn Czerniaków von Mord die Rede - ansonsten nur von Tod allenfalls durch Erschießen. Und wie, bitte schön, hätten sich die SS-Mörder des historischen Augenblicks bewusst sein können? Wichtig haben sie ihn ja genommen. Das war kein erhellender Beitrag zur Sprache der und über Täter. Der Bundestagspräsident hat zumindest darauf hingewiesen, dass Ergriffenheit nicht reicht.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.01.2012 00:18 Uhr
Andreas Friedrich

definitiv denkwürdig

Die Rede/Erzählung ist meines Erachtends nicht nur denkwürdig, sondern erfordert selbstständiges Denken, weil sie nicht vorgibt, wie man sich danach fühlen oder denken soll. Gerade das macht sie würdig für diesen Tag, im Gegensatz zu vielen Gedenktagreden, die nicht viel mehr als eine Ansammlung von Sprechblasen sind.

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Michael Wagner
Michael Wagner (comic) - 27.01.2012 19:16 Uhr

sprachlos

Betroffen und beschaemt ob dieser Verbrechen. Niemals darf man vergessen! Mein Vater hat mir des oefteren von den Erschiessungen hinter der Front in Russland erzaehlt. Seine Worte habe ich erst heute verstanden.

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Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 27.01.2012 19:11 Uhr

Auch mir treibt es die Zornesröte ins Gesicht und gleichzeitig Tränen in die Augen,

wenn ich Vorträge, wie den von Reich-Ranicki und anderen Zeitzeugen anhöre. Auch ich hätte ihm stehend Respekt gezollt. Wäre es aber nicht viel besser gewesen, wenn er die Rede Jahrzehnte früher gehalten hätte? Deutschland hat sich seit 1945 grundlegend verändert! Für viele Ausländer - auch für junge Israelis - ist unser Land mittlerweile eine Reise wert. Für Rassismus gibt es keinen fruchtbaren Boden mehr (daran ändern auch die ganz wenigen Verbrecher, wie etwa die Zwickauer Terrorzelle, grundsätzlich nichts)!
Es sei daher die Frage gestattet, welchen Sinn die m.E. verspäteten und immer häufiger stattfindenden Gedenken an die Naziterrorzeit - die NS-Verbrechen bestreitet kein vernünftiger Mensch - noch haben? Vor allem sei auf die "Nebenwirkungen" verwiesen: Als nach der Nazizeit Geborener möchte ich nicht ständig im Rahmen einer Kollektivhaftung und/oder Kollektivschuld in Haftung genommen werden. Und ich dürfte mit Sicherheit nicht der einzige sein, der so denkt.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.01.2012 00:54 Uhr
Christian Wolff

Ein Tag in menem Leben

Sehr geehrter Herr Stauf, man kann für so etwas nicht haften. Schuld ist eine menschliche Erfindung. Es gibt sie auf kosmischer Ebene nicht. Hier geht es um Anderes: es geht darum, wie human-pervers sich Hass, Rassismus, Narzissmus usw. entwickeln können. In der Tierwelt gibt es sowas nicht, deshab "human-pervers" .Geben Sie einem narzistischen Idioten etwas Macht, und er wird sie missbrauchen und darauf stolz sein. Das Erschütternde dabei ist die Beliebigkeit und die Vorstellung, dass sich in den überlebenden Opfern ein Leben lang Emotionen im Kreise drehen, die ihre Richtung niemals finden werden. Allein das lässt sich nicht wieder gut machen, wie soll das dann per Haftung mit allen anderen gehen, die ob der pervers-industriellen Mord-Systematik der Nazis durch den Ascherost fielen? Man kann sich gar nicht genug damit auseinandersetzen. Beim Studium von Hans Frankenthals Buch "Verweigerte Rückkehr" wird deutlich, warum. Die Rede gehört auf öffentliche Plätze, in Schulen usw.

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otto sundt
otto sundt (drto) - 27.01.2012 19:36 Uhr

Rassismus

Rassismus ist ein Begriff mit dem der Nationalsozialismus und die Shoa relativiert und verharmlost wird. Solange dieser Begriff, anstatt Antisemitismus, verwendet wird, gilt es immer wieder Anlass zu erinnern was NS Bevölkerungspolitik für Europa, besonders für Osteuropa noch heute bedeutet.

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Kerstin Münstermann-Bodewig

Warum machen Sie es nicht wie ich ...

... und abstrahieren auch von den konkreten Geschehnissen?

Der Holocaust ist doch nur ein (besonderes) Beispiel desssen, wozu der Mensch fähig ist, wenn die Bürger nicht frech sind, keine Zivilcourage haben, die Meinungsfreiheit beschädigt wird.

Die Mechanismen der unmerklichen Realitätsverschiebung durch Sprachmissbrauch (wie bei den Nazis), der Überwachung (der Nazis), der ideologischen Entwertung des Menschen (wie bei den Nazis) werden schon von George Orwell in "1984" (geschrieben 1948) als ideologie- und länderübergreifend beschrieben.

Das ist keine Verniedlichung oder Relativierung des Holocaust, sondern eine Möglichkeit zu lernen.
Nicht zuletzt, weil die Deutschen größtenteils bereitwillig aus der Geschichte gelernt haben, indem sie sich der Vergangenheit stellen und sich mit ihr auseinandersetzen, leben sehr viele Ausländer und auch Juden heute zu Recht gern in Deutschland, ist Deutschland heute ein Staat, der tief auch von Humanität gekennzeichnet.

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Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 27.01.2012 18:35 Uhr

Auch mir treibt es die Zornesröte ins Gesicht

und gleichzeitig Tränen in die Augen,

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Christoph Rohde

Bitte nicht missbrauchen

Ich habe gerade über den polnischen Untergrundkurier Jan Karski gelesen. Ebenfalls ein unter die Haut gehendes Zeugnis. Das Wichtige ist, dass diese existenziellen Erfahrungen nicht wieder von politischen Sonntagsdampfplauderern zur Forderung einer falschen Toleranz missbraucht werden!

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Thomas Kobler

Es fällt schwer,...

...nach einem solchen Bericht auf den "Empfehlen"-Knopf zu klicken, aber genau das sollte man tun, dafür sind solche Texte entstanden - damit man sich immer wieder diese Zeugnisse der Barbarei antut und hoffentlich etwas daraus lernt.

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Jahrgang 1920, ehemaliger Leiter des Literaturteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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