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Privatbank Hauck&Aufhäuser steigert Bilanzgewinn

 ·  Die Frankfurter Privatbank Hauck&Aufhäuser versucht dem Sicherheitsbedürfnis der Kunden mit ausgewählten Immobilienprojekten Rechnung zu tragen.

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Mit dem im abgelaufenen Geschäftsjahr von 9,1 auf 12,9 Milliarden Euro gesteigerten Bilanzgewinn ist Michael Schramm durchaus zufrieden, zumal angesichts der schwierigen konjunkturellen Lage. Auch, dass das von dem Haus verwaltete Vermögen um drei auf 27 Milliarden Euro zugelegt hat, bereitet dem Sprecher der Geschäftsleitung der Privatbank Hauck&Aufhäuser durchaus Freude. Doch Schramm hatte am Montag, als er den Geschäftsbericht des Geldinstituts vorlegte, das auf wohlhabende Privat- und Firmenkunden spezialisiert ist, durchaus auch von großen Herausforderungen zu berichten.

„Viele Anleger suchen heute in erster Linie Sicherheit und Substanzerhalt für ihr Vermögen“, sagte Schramm. Bislang seien nicht zuletzt deutsche Staatsanleihen ein probates Mittel gewesen, ohne dabei den Wunsch zu vernachlässigen, mit seinem Vermögen auch Geld zu verdienen. Inzwischen sei aber mit Anleihen, gerade mit ausländischen, keine Rendite mehr zu erzielen. Nicht selten sei das Gegenteil der Fall. Um vermögende Kunden davor zu bewahren, sei sein Haus deshalb um so stärker gefordert, neue attraktive Anlagemöglichkeiten zu suchen und zu finden.

Auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt

Dabei setze Hauck & Aufhäuser besonders auf Immobilien, führte Schramm weiter aus. Wobei weniger Hochhäuser das Thema seien, von denen in Frankfurt möglicherweise inzwischen genug geplant und gebaut seien. Es gebe aber durchaus immer wieder Objekte - ebenfalls geplant, gebaut und schon langfristig vermietet -, bei denen sich für die Bank die Gelegenheit biete, selbst einzusteigen und auch den Kunden ein entsprechendes Investment zu offerieren. Aktien gewönnen ebenfalls wieder an Bedeutung. Und das noch vor einigen Jahren als eher „exotischer Baustein“ der Investitionsstrategie geltende Gold sei inzwischen quasi Pflichtbestandteil eines jeden Portfolios.

Ohnedies sieht Schramm eine wesentliche Aufgabe seines Hauses darin, nicht nur Firmenkunden, sondern auch vermögenden Privatkunden eine ausgefeilte und auf die persönlichen Bedürfnisse des jeweiligen Kunden „maßgeschneiderte“ Gesamtstrategie anzubieten. Anlageempfehlungen „aus dem Bauch heraus“ seien nicht mehr ausreichend, um erfolgreich im Geschäft mit Privatkunden zu sein, berichtete Schramm.

Knapp 600 Mitarbeiter

Zu einer Beratung auf der Höhe der Zeit gehöre es inzwischen auch, für diese Kunden detaillierte Szenarien zu entwickeln, anhand deren sie erkennen könnten, wie sich ihre Vermögenslage in verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Situationen verändern könnte. Um derart umfassende Simulationen zu erarbeiten, setzt Hauck&Aufhäuser auf eine eigene Computersoftware. Wie Schramm weiter sagte, ist sein Haus im Begriff, sich an einer kleinen, auf finanzmathematische Berechnungen spezialisierten Programmschmiede zu beteiligen. Er habe zwar nichts dagegen, wenn dann auch andere Geldhäuser mit der Software arbeiteten und seine Bank Lizenzentgelte kassiere. „Aber wir wollen uns das Know-how sichern“, stellte der Sprecher der Geschäftsleitung klar.

Letztlich ist es auch Teil der Strategie von Hauck&Aufhäuser, nicht eine anonyme Bank zu sein, sondern die Vertrauensstellung eines „Hausarztes für Finanzen“ einzunehmen, wie Schramm weiter sagte. Dazu passt aus seiner Sicht auch, dass Hauck&Aufhäuser mit Stephan Rupprecht einen neuen Partner berufen hat, dessen Aufgabe es vom 1. Juli an sein wird, am Traditionsstandort München die Bank zu vertreten. Gerade in München, wo die Privatbank H. Aufhäuser bis zur Fusion mit dem Frankfurter Institut Georg Hauck & Sohn 1998 ansässig war, sei es von besonderer Bedeutung, von einer dort auch gesellschaftlich etablierten Persönlichkeit repräsentiert zu werden. Rupprecht leiste das. Er übernimmt zugleich die Leitung des Privatkunden- und Unternehmerkundengeschäfts. Schramm wird sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen und sich wesentlich den strategischen Aufgaben widmen.

An der derzeitigen Zahl der Beschäftigten von Hauck&Aufhäuser wird sich Schramm zufolge auch im laufenden Jahr nicht viel ändern. Alles in allem waren es im abgelaufenen Geschäftsjahr 590 nach 575 in Jahr davor. Den Zinsüberschuss gibt der Konzern mit 36 Millionen für 2011 nach 30,9 im vorausgegangenen Jahr an, den aus Provisionen mit 80,6 Millionen nach 72,7 Millionen im Jahr 2010. Die Bilanzsumme verringerte sich 2011 auf 3,015 Milliarden nach 3,228 Milliarden ein Jahr zuvor. Wie Schramm weiter wissen ließ, haben die Anteilseigner beschlossen, sich keine Dividende auszahlen zu lassen, sondern die Eigenkapitaldeckung zu stärken, die nun bei 13 Prozent liege.

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Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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