Home
http://www.faz.net/-gpf-79457
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Zuwanderung Hecheln auf dem Gipfel

Die deutsche Politik hat den demographischen Wandel verschlafen. Jetzt fordern Politiker und Wirtschaftsführer mehr „Zuwanderung“. Ob Deutschland aus seiner Einwanderungsgeschichte etwas gelernt hat?

Die deutsche Politik hat die Gefahren, die vom demographischen Wandel ausgehen, viel zu spät entdeckt und ernst genommen; jetzt hechelt sie ihnen von Demographiegipfel zu Demographiegipfel hinterher, ohne die verlorene Zeit jemals aufholen zu können. Weil die Wirtschaft aber schon das Horrorbild von stillstehenden Fabriken an die Wand malt, ruft nun auch die Politik nach „Zuwanderung“ (und meint doch Einwanderung).

Deutschland, das nie ein Einwanderungsland sein wollte, deshalb die Einwanderung nicht regelte und dadurch zu einem Einwanderungsland mit ungeregeltem Zuzug wurde, müsste aber doch wenigstens gelernt haben, dass das Anwerben ausländischer Arbeitskräfte vielfältige gesellschaftliche Folgen hat, mit denen die Republik bis heute ringt.

Es spricht daher viel für den Vorschlag von Innenminister Friedrich, vorrangig qualifizierten Einwanderern aus den Krisenländern der EU einen Neuanfang in Deutschland zu ermöglichen. Das würde der hiesigen Wirtschaft und den EU-Partnern helfen, die unter einer dramatisch hohen Arbeitslosigkeit leiden.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Aus der Geschichte lernen

Von Reinhard Müller

Der Westen dachte, der Krieg wäre kein Mittel der Politik mehr. Aus dieser Überzeugung resultiert auch die Unentschlossenheit, wenn es um Sanktionen gegen Russland geht. Mehr 11 5

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden