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Zum Tode Nelson Mandelas : Vorbild für die Welt

Eine Ikone wider Willen: Nelson Mandela Bild: REUTERS

Diese Welt hat einen großen Mann verloren. Nelson Mandela war wahrscheinlich der größte unserer Zeit, voller Ehre, menschlicher Güte und politischer Großzügigkeit.

          Einzigartig sind die Nachrufe, die von Washington bis Delhi zum Tode Nelson Mandelas verfasst worden sind. Aus allen, ohne Ausnahme und Unterschied, spricht Verehrung, Bewunderung und die Ahnung, ja, das Wissen, dass ein Mensch von weltgeschichtlicher Bedeutung von uns gegangen ist. Einer, dessen Freiheitswillen viele, viele Millionen überall auf der Welt inspiriert und der den Geächteten Kraft gegeben hat. Der Vorbild war für die Präsidenten großer und kleiner Länder.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Weil er das Apartheid-Regime Südafrikas bekämpfte, musste Mandela viele Jahre seines Lebens hinter Gittern verbringen. Diese Erfahrung, die alltägliche Erniedrigung verbitterten ihn nicht. Er hatte die Größe und die Weitsicht, den Vertretern des alten Regimes die Hand zu reichen. Mandela war nicht auf Vergeltung und Rache aus – im Gegenteil: Er war von einem beispielhaften Geist der Versöhnung beseelt.

          Das Apartheid-Regime war moralisch diskreditiert und international isoliert; der Wirtschaft setzten die internationalen Sanktionen zu. Aber es war vor allem und nicht nur zu einem geringen Teil Mandelas Autorität und sein Versöhnungswille zugleich, die zu dessen Überwindung beitrugen und die Repräsentanten des alten Regimes beschämten. Auf seiner Person ruhten die Hoffnungen der schwarzen Mehrheit des Landes, die ihn zur Ikone erhob.

          Mandela war der erste schwarze Präsident eines Südafrikas, in dem nach seinem Willen Platz für alle Südafrikaner sein sollte. In Südafrika ist es gelungen, den Übergang weitgehend friedlich zu vollziehen. Das lag auch daran, dass Mandela in seinem weißen Vorgänger im Präsidentenamt, Frederik de Klerk, einen Partner fand, der historischen Mut zeigte und den Realitäten ins Auge sah. Viele afrikanische Länder haben den Kolonialismus blutig abgeschüttelt – und oft genug ein neues Unrechts- und Unterdrückungsregime an dessen Stelle gesetzt. Auch in dieser Hinsicht ist Südafrika, bei allen Unzulänglichkeiten, Fehlentwicklungen und Enttäuschungen, ein Beispiel für die Welt.

          Diese Welt hat einen großen Mann verloren. Nelson Mandela war wahrscheinlich der größte unserer Zeit, voller Ehre, menschlicher Güte und politischer Großzügigkeit.

          Quelle: F.A.Z.

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