07.11.2008 · Nach der Niederlage beginnt der Kampf um die Zukunft der Republikaner. McCain konnte die verschiedenen politisch-kulturellen Stränge, aus denen die Partei besteht, nur schwer zusammenführen. Zudem machte Frau Palin an der Basis Furore.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerNach der Niederlage beginnt die Jagd auf den Sündenbock. Das ist nach einer amerikanischen Präsidentenwahl nicht anders als nach geplatzten Träumen in Hessen. Warum also heißt der neue Präsident Obama und nicht McCain? Dessen Wahlkampfmanager deuten mit langen Fingern auf Sarah Palin, McCains Mitstreiterin. Die sei eigenwillig, divenhaft und schwer steuerbar gewesen.
Natürlich keilen die Leute der Gouverneurin, die sich noch etwas für die Zukunft ausrechnet, zurück. Einmal davon abgesehen, dass das Wer-ist-schuld-Spiel verständlich ist: Erstens war es McCain, der die Rechtspopulistin Palin auf sein „Ticket“ hob, obschon er sie faktisch nicht kannte; zweitens wurde schon vor dem Wahltag der Vorwurf erhoben, der Wahlkampf sei nicht aus einem Guss; und drittens dürfte etwas Neid im Spiel sein: Es war Frau Palin, die an der Basis Furore machte.
Hier liegt der wahre Grund für die Abrechnung: Die verschiedenen politisch-kulturellen Stränge, aus denen die Republikanische Partei besteht, konnte McCain nur schwer zusammenführen. Der Kampf um die Zukunft der Partei hat begonnen.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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