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Zukunft der Energieversorgung Merkel: Ziel ist Zeitalter der erneuerbaren Energien

27.08.2010 ·  Bundeskanzlerin Merkel hat zum Abschluss ihrer Energiereise als langfristiges Ziel ein „Zeitalter der erneuerbaren Energien“ angegeben. Dazu müssten die Netze ausgebaut werden.

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Zum Abschluss ihrer „Energiereise“ hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag in Darmstadt ihr Ziel bekräftigt, die Energieversorgung Deutschlands neu zu gestalten. Der Energiemix werde „sich dramatisch verändern“. Man sei auf dem Weg in das „Zeitalter der erneuerbaren Energien“. Im neuen Energiekonzept der Bundesregierung werde aber auch ein klares Bekenntnis zur Atom- als auch zur Kohlenergie als „Brückentechnologie“ enthalten sein.

Als besonders dringlich beschrieb die Kanzlerin den Ausbau der Netze. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagte, Energieversorgung setze enorme Investitionen voraus. Auch Bundeswirtschaftsminister Brüderle (FDP) bezeichnete den Weg ins „regenerative Zeitalter“ als gangbar. Nach elf Jahren sei ein neues Energiekonzept fällig. Er betonte zugleich, dass Deutschland auf dem Sektor der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien weltweit führend sei. Diese Stellung gelte es auszubauen.

Frau Merkel kündigte am Freitag zudem an, dass die Bundesregierung schnell über das „Energiekonzept 2050“ entscheiden wolle. Sie nährte damit Spekulationen, nach denen die beteiligten Ressorts das Konzept weitgehend fertiggestellt haben. Es soll Ende September im Kabinett beschlossen werden. Zur Vorbereitung hatte die Regierung Gutachten in Auftrag gegeben, die am Freitag übergeben wurden. Von den Berechnungen soll auch abhängen, auf welchen Zeitraum die Laufzeit der Atomkraftwerke ausgedehnt wird.

Merkel sagte weiter: „Wir werden über die Kreditfähigkeit sprechen müssen, zum Beispiel bei Offshore-Windanlagen“. Ohne staatlich flankierende Gelder und einen berechenbaren Rahmen werde die Wende in der Energiepolitik nicht zu schaffen sein. Nach ihrer viertägigen Energiereise sei sie besorgt darüber, wie sehr der Ausbau der Stromnetze der Entwicklung verschiedener Energieträger hinterher hinke. So gebe es in Deutschland bisher keine Möglichkeiten, etwa Windstrom von Norden nach Süden zu transportieren. Deshalb seien große Investitionssummen nötig. „Wer dazu nicht bereit ist, verhindert, dass wir das Zeitalter der erneuerbaren Energien erreichen können“, mahnte Merkel.

Vor allem die CDU-geführten Bundesländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen, in denen große Windprojekte geplant sind, drängen auf einen Netzausbau und fordern dabei auch staatliche Bürgschaften für die Finanzierung. Die Kanzlerin ließ offen, ob die Regierung von den vier großen Atomkonzernen nun entsprechende Selbstverpflichtungen für Investitionen fordern will. Welchen Beitrag man von den Konzernen für eine Verlängerung der Laufzeiten von Atommeilern verlange, werde erst im Gesamtzusammenhang des Energiekonzepts Ende September entschieden.

Ausdrücklich dementierte sie, dass Vorentscheidungen über den Weg oder gar verlängerte Laufzeiten von Atomkraftwerken getroffen worden seien. Auf ihrer Reise hatte Merkel unter anderem Kraftwerke der verschiedensten Energieerzeuger besucht. Ihre Eindrücke sollen ebenso wie die am Freitag übergebenen Energieszenarien für Deutschland bis 2050 die Grundlage für das Energiekonzept bilden, über das die Regierung am 28. September entscheiden will.

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