Der zimbabwische Oppositionsführer Tsvangirai hat sich zur Beilegung der Krise in seinem Land am Mittwoch für eine „politische Lösung auf Basis von Verhandlungen“ und damit für eine Übergangsregierung der nationalen Einheit ausgesprochen. Zugleich forderte Tsvangirai auf einer Pressekonferenz in seinem Haus in Harare die Entsendung von „bewaffneten Truppen zur Friedenssicherung“.
Zu Gesprächen mit der Opposition bereit
Tsvangirai hatte am Mittwochmorgen die niederländische Botschaft verlassen, in der er nach dem Verzicht auf seine Kandidatur bei der Stichwahl am kommenden Freitag Schutz gesucht hatte. Nach der Pressekonferenz in seinem Haus kehrte er in die Botschaft zurück. Am Mittwoch war in Swaziland das Sicherheitskomitee der Entwicklungsgemeinschaft im südlichen Afrika (SADC) zusammengekommen, um die Situation in Zimbabwe zu erörtern.
Der Vermittler der SADC in der Zimbabwe-Krise, der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, nahm an dem Treffen nicht teil. In Pretoria hieß es, Mbeki sei nicht eingeladen worden. Die SADC bestreitet das. Unterdessen erklärte sich Präsident Mugabe nach Angaben der staatlichen Zeitung „The Herald“ zu Gesprächen mit der Opposition bereit, allerdings erst nach der Stichwahl. Die amerikanische Regierung kündigte ebenso wie die französische an, das Ergebnis der Stichwahl nicht anerkennen zu wollen. Der britische Premierminister Brown stellte verschärfte Sanktionen gegen die Stützen des zimbabwischen Regimes in Aussicht.
Thomas Scheen Jahrgang 1965, politischer Korrespondent für Afrika mit Sitz in Johannesburg.
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