Home
http://www.faz.net/-gpf-x3rt
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Zentrum für Türkeistudien ermahnt seinen Direktor „Sens Vergleich unverantwortlich“

 ·  Der Vorstand des Zentrums für Türkeistudien in Essen hat Äußerungen seines Direktors Faruk Sen über Türken und Juden scharf verurteilt. "Ich schätze Faruk Sen, aber jetzt hat er krass überzogen", bewertete bewertete Fritz Schaumann, Vorsitzender des Vorstands des Zentrums, Sens Gleichsetzung von Türken als den neuen Juden Europas.

Artikel Lesermeinungen (0)

Der Vorstand des Zentrums für Türkeistudien in Essen hat Äußerungen seines Direktors Faruk Sen über Türken und Juden scharf verurteilt. „Ich schätze Faruk Sen, aber jetzt hat er krass überzogen“, bewertete Fritz Schaumann, Vorsitzender des Vorstands des Zentrums, Sens Gleichsetzung von Türken als den neuen Juden Europas.

„Diese und ähnliche Äußerungen Sens“ seien geeignet, den guten Ruf des Zentrums nachhaltig zu schädigen, sagte Schaumann. Abgesehen davon, dass eine solche Meinung schlicht an der Wirklichkeit in Deutschland und Europa vorbeigehe, belege sie ein eklatant verzerrtes Geschichtsbild.

In einem türkischen Zeitungskommentar hatte Sen im Mai in der Absicht, Solidarität mit dem bekannten türkischen Geschäftsmann jüdischen Glaubens Ishak Alaton zu üben, davon gesprochen, die 5,2 Millionen Türken in Europa seien „die neuen Juden Europas“ und könnten ihn „am besten“ verstehen.

Alaton hatte in einem Gespräch mit einer bekannten Journalistin über Formen von Antisemitismus in der Türkei geklagt. „Zweifellos ist das Zusammenleben von Türken und Deutschen noch nicht problemfrei, zweifellos sind auch weiterhin beidseitig intensive Anstrengungen erforderlich . . . Der Leiter dieses Zentrums versteht seine Aufgabe grundlegend falsch, wenn er waghalsige historische Vergleiche bemüht, um einem Freund beizustehen“, teilte der Vorstand mit. An diesem Donnerstag werde man auf einer Sondersitzung mit Sen über weitere Schritte beraten.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Gestutzte Flügel

Von Günther Nonnenmacher

Bisher ist kein in der Sache triftiger Grund zu sehen, warum die Union de Maizière fallen lassen sollte. Angesichts eigener Mitwirkung am Drohnenprojekt kann ihm auch die SPD keinen Fallstrick drehen. Mehr 7 15