12.08.2008 · Frau Ypsilanti wagt einen zweiten Anlauf zur Eroberung der Macht in Hessen. Der SPD-Vorsitzende hat sich die widerborstige Hessin nun persönlich vorgenommen, um sie von ihrem Kurs abzubringen. Doch ohne Erfolg. Die Wand, die Frau Ypsilanti jederzeit mühelos einrennt, heißt Kurt Beck.
Von Stefan DietrichVor fünf Monaten riet der SPD-Vorsitzende Beck der hessischen Oppositionsführerin Ypsilanti öffentlich davon ab, mit ihrem angeschlagenen Kopf noch einmal gegen die Wand der überaus prekären hessischen Mehrheitsverhältnisse zu rennen. Frau Ypsilanti hat das nicht davon abgehalten, noch einmal Anlauf zu nehmen.
Vom Landesparteitag der SPD ließ sie sich postwendend dazu ermächtigen. „Mit wem und wann die SPD regiert“, werde sie sich von niemandem vorschreiben lassen, gab sie Beck öffentlich zur Antwort. Vor der Sommerpause sickerte in Berlin durch, der Parteichef werde sich die widerborstige Hessin im August persönlich vornehmen, um sie von ihrem Kurs abzubringen.
Das ist jetzt geschehen. Als Ergebnis teilte Beck beiläufig mit, die hessischen Freundinnen und Freunde entschieden selbst, wie sie mit der Linkspartei umgingen. Das geht also weder die bayerischen Sozialdemokraten etwas an, die laut darüber klagen, dass Ypsilanti ihren Wahlkampf störe, noch die Bundespartei. Die Wand, die Frau Ypsilanti jederzeit mühelos einrennt, heißt Kurt Beck.