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Wissenschaftsrat fordert mehr föderale Kooperation

16.11.2009 ·  Angesichts der Studentenproteste gegen die Bologna-Reform hat der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Peter Strohschneider, die hochschulpolitischen Akteure davor gewarnt, die Verantwortung für Fehlentwicklungen dem jeweils anderen zuzuschreiben und somit in die „Föderalismusfalle“ zu tappen.

Von Heike Schmoll, Berlin
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Angesichts der Studentenproteste gegen die Bologna-Reform hat der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Peter Strohschneider, die hochschulpolitischen Akteure davor gewarnt, die Verantwortung für Fehlentwicklungen dem jeweils anderen zuzuschreiben und somit in die „Föderalismusfalle“ zu tappen.

Die Länder sagten, die Universitäten sollten sich um die Verbesserung der Studienbedingungen kümmern, die Länder verwiesen auf die Gelder des Bundes und der Bund entgegne, die Länder hätten aber das Sagen. Der Wissenschaftsrat indessen unterstütze alles, was Bund und Länder unternähmen, um den Föderalismus so kooperativ wie möglich zu gestalten, sagte Strohschneider. Da der Wissenschaftsrat, der die Bundesregierung und die Länder in Hochschul-, Wissenschafts- und Forschungsfragen berät, jedoch nicht die Aufgabe habe, ins operative Geschäft der Wissenschaftspolitik einzugreifen, müsse er sich darauf beschränken, das Gesamtsystem durch eine Fülle von Empirie zu beobachten und Empfehlungen abzugeben.

Zu den Aufgaben des Wissenschaftsrats gehört etwa die Akkreditierung nichtstaatlicher Einrichtungen. Sie ist die Voraussetzung für das Recht zur Vergabe akademischer Titel. Der University of Management and Communication Potsdam (FH) hat der Wissenschaftsrat die Akkreditierung verweigert, weil sie nicht verlässlich genug agiere, wiederholt Vorgaben zur Titelvergabe missachtet habe und weil kein einziger Studiengang überhaupt positiv akkreditiert wurde, also Bedenken mit Blick auf die Substanz der Studienprogramme bestünden. Das Land Brandenburg hatte die Entfristung der staatlichen Anerkennung von einer positiven Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat abhängig gemacht und wird nun entscheiden müssen. Akkreditiert hat der Wissenschaftsrat die AKAD-Fachhochschulen in Stuttgart, Pinneberg und Leipzig.

Als eine der wichtigsten Forschungseinrichtungen in den Sozial-, Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaften würdigte der Wissenschaftsrat das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) in Berlin. Seit 26 Jahren befragt das am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) angesiedelte Panel jährlich 12 500 deutsche Haushalte zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage und stellt die anonymisierten Informationen der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Analyse zur Verfügung.

Im Rahmen der Einzelevaluationen in der Ressortforschung wurden das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr in Strausberg und die Bundesanstalt für Straßenwesen in Bergisch-Gladbach weitgehend positiv bewertet. Beiden Einrichtungen wurde jedoch empfohlen, enger mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammenzuarbeiten. Zum deutlichen Ausbau seiner eigenen Forschungs- und Entwicklungsleistungen wurde das Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr in Euskirchen aufgefordert. Seine geowissenschaftliche Unterstützung für die vermehrt auch im Ausland stattfindenden Tätigkeiten der Bundeswehr findet grundsätzliche Anerkennung. Im Fall des Schiffahrtmedizinischen Instituts der Marine in Kronshagen bei Kiel hält es der Wissenschaftsrat für dringend erforderlich, die Qualität der Forschungsleistungen erheblich zu verbessern und den Forschungsumfang deutlich zu erweitern. Das Institut bearbeitet Forschungsthemen, die für den Schutz von Leben und Gesundheit der Marineangehörigen im Einsatz überaus relevant sind.

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Jahrgang 1962, politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

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