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Bonn : Weltklimakonferenz bringt kleine Erfolge

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Eine Nachbildung der Freiheitsstatue stößt Rauch aus: Kunst gegen den Klimawandel in Bonn Bild: AP

Die Verhandlungen dauerten viel länger als geplant, nach einem zähen Ringen gibt es nun aber eine wichtige Einigung auf der Bonner Klimakonferenz. Beobachter zeigen sich erleichtert.

          Die Weltklimakonferenz in Bonn hat die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens ein Stück weitergebracht. Nach langem Ringen in der Nacht zumeist hinter verschlossenen Türen einigten sich die 195 Staaten am Samstagmorgen zuletzt auch in wichtigen Finanzfragen. Dabei ging es unter anderem um einen älteren Fonds zur Anpassung der Entwicklungsländer an die Folgen des Klimawandels. Für sein Fortbestehen wurden in Bonn wichtige Punkte beschlossen.

          Die Entscheidungen wurden vom Plenum mit Applaus angenommen. Wegen der Unstimmigkeiten über den Anpassungsfonds war die abschließende Plenumssitzung immer wieder unterbrochen worden. Dies führte zu einer stundenlangen Verzögerung des Konferenzabschlusses.

          Verspätetes Konferenzende

          „Wir sind erleichtert, dass die Industrieländer hier nachgegeben haben. Der Fonds ist gerade für die ärmeren Länder sehr wichtig, um sich gegen Dürren, Überschwemmungen oder Unwetterkatastrophen zu schützen“, sagte Jan Kowalzig von der Organisation Oxfam. Die Konferenz dauerte auch am Samstagmorgen noch an, es waren jedoch die wichtigsten Themen durchs Plenum gekommen. Eigentlich sollte die Konferenz am Freitag enden.

          Die Delegierten hatten in den Konferenztagen zudem eine umfangreiche Textsammlung erstellt, aus der im kommenden Jahr das Regelwerk zum Pariser Klimaschutzabkommen entstehen soll. Dies ist unter anderem nötig, damit eine Tonne Kohlendioxid-Minderung in allen Ländern mit gleichem Maßstab gemessen wird. Das Regelwerk soll auf der nächsten Klimakonferenz Ende 2018 in der polnischen Stadt Kattowitz beschlossen werden.

          Zudem gibt es nun neben den direkten Verhandlungen den sogenannten Talanoa-Dialog, der helfen soll, die noch zu geringen Klimaschutzaktivitäten der Länder zu erhöhen. Das Wort Talanoa bedeute auf Fidschi eine Versammlung, in der Wissen ausgetauscht und Vertrauen aufgebaut wird, um weise Entscheidungen zu treffen.

          Als besonderer Erfolg galt in Bonn auch, dass erstmals ein gemeinsames Arbeitsprogramm zu Landwirtschaft und Klimawandel in die politische Agenda aufgenommen wurde. Die Landwirtschaft ist einerseits extrem vom Klimawandel betroffen, so dass eine Anpassung an die Erderwärmung nötig ist. Andererseits ist sie auch für einen großen Teil der Treibhausgase verantwortlich.

          Die Klimakonferenz war nach Ansicht der Organisation Germanwatch auch ein wichtiger Fingerzeig für die Jamaika-Sondierungsgespräche in Berlin. „Deutschland droht beim Klimaschutz international den Anschluss zu verlieren“, warnte der Vorsitzende Klaus Milke.

          Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte am Freitagnachmittag hevorgehoben, die Bonner Konferenz habe die Aufgabe gehabt, „einen wichtigen Zwischenschritt zu machen für die Umsetzung von Paris“. Für die nächste UN-Klimakonferenz sagte die scheidende Umweltministerin ein deutsches Bekenntnis zum Kohleausstieg voraus

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