24.08.2001 · Der Verdacht, dass eine Todesschwadron in Weißrußland im Auftrag von Präsident Lukaschenka oppositionelle Politiker ermordet hat, erhärtet sich.
Der Verdacht, dass eine Todesschwadron in Weißrußland im Auftrag des diktatorisch regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenka oppositionelle Politiker ermordet hat, erhärtet sich.
Ein Oberst des weißrussischen Innenministeriums hat jetzt gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die von den mutmaßlichen Mördern benutzte Tatwaffe berichtet.
„Ins Herz zu schießen ist doch effektiver“, sei ihm vom Leiter des Todesschwadrons gesagt worden, berichtete Oberst Oleg Alkajew, der unlängst nach Berlin geflohen ist. Alkajew war in Minsk eine Pistole anvertraut worden, mit der zum Tode Verurteilte hingerichtet werden. Genau an den Tagen, an denen Oppositionelle spurlos verschwanden, war diese Waffe vom Innenministerium ausgeliehen worden.
Zu den verschwundenen Oppositionspolitikern gehören Jurij Sacharenko, ehemals Innenminister, Viktor Gontschar, früher stellvertretender Parlamentspräsident, und der Geschäftsmann Anatolij Krassowskij. Auch der russische Kameramann Dmitrij Sawadskij wird vermisst.
Die Generalstaatsanwaltschaft in Minsk hatte im vergangenen Jahr erste Tatverdächtige festgenommen, musste ihre Ermittlungen auf Anweisung Lukaschenkas aber wieder einstellen.