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Weihnachtsbotschaft Papst ruft zu Solidarität und Frieden auf

 ·  Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft zu Solidarität und einem friedlichen Zusammenleben in der Welt auch in Zeiten der Krise aufgerufen. Benedikt verlas seine Botschaft 14 Stunden nach dem Zwischenfall im Petersdom, bei dem sich eine junge Frau auf ihn gestürzt hatte.

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Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft zu Solidarität und einem friedlichen Zusammenleben in der Welt auch in Zeiten der Krise aufgerufen. Benedikt verlas seine Botschaft zum Weihnachtsfest 14 Stunden nach seinem Sturz im Petersdom. Eine junge Frau hatte sich vor der Messe auf ihn geworfen und zu Boden gerissen. Der 82 Jahre alte Papst überstand diesen Vorfall unverletzt und zeigte sich auch für die Weihnachtsansprache gelassen und ruhig auf der Loggia des Petersdoms.

Schwerer getroffen in dem Getümmel wurde der französische Kardinal Roger Etchegeray, der sich bei seinem Sturz den Oberschenkel brach. Der 87 Jahre alte Kardinal muss in einem Krankenhaus operiert werden, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, fügte Lombardi an.

Die Frau, die für den Zwischenfall in der Heiligen Nacht gesorgt hatte, war von der vatikanischen Polizei festgenommen und später dann in ein Krankenhaus gebracht worden. Sie machte einen verwirrten und erregten Eindruck, hieß es. Vermutet wird, dass die 25-Jährige wahrscheinlich seelisch gestört ist. Die Frau habe die Schweizer und die italienische Staatsbürgerschaft, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

„Sauerteig der Versöhnung und des Friedens“

Auf den Angriff zu Beginn der Weihnachtsmesse ging Papst Benedikt XVI. bei seiner Weihnachtsbotschaft nicht ein. Vor zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz setzte sich das Oberhaupt der Katholiken dafür ein, die Logik der Gewalt und Rache aufzugeben und die unveräußerlichen Rechte jedes Menschen zu achten. Das solidarische „Wir“ der Kirche, der weltweiten Familie der Christen, könne der krisengeschüttelten Menschheit Hoffnung geben. Benedikt sprach von der Menschheit, „die tief von einer schweren wirtschaftlichen, aber mehr noch von einer moralischen Krise und den schmerzlichen Wunden von Kriegen und Konflikten gezeichnet ist.“

Es seien aber alle trotz der Tragödien, Prüfungen und Probleme zur Hoffnung berufen: „In Europa und in Nordamerika spornt das „Wir“ der Kirche dazu an, eine egoistische und technokratische Mentalität zu überwinden.“ Man müsse „das Gemeinwohl fördern und die schwächsten Personen, beginnend mit den noch nicht Geborenen, achten.“ Bei Konflikten etwa in asiatischen Ländern könne die Kirche „Sauerteig der Versöhnung und des Friedens“ sein.

Weihnachtsgrüße in 65 Sprachen bei frühlingshaften Temperaturen

Den bei frühlingshaften Temperaturen versammelten Katholiken rief Benedikt zu, es sei ein großes Geschenk, „zu einer Gemeinschaft zu gehören, die für alle da ist.“ Er setzte sich vor allem für eine Friedenslösung im Heiligen Land ein und erwähnte „die bedrängte Situation im Irak und jener kleinen Herde von Christen in dieser Region“. Die Kirche sorge sich um die, die in Asien, Afrika und Lateinamerika unter Gewalt und Unfrieden leiden müssten. „Solidarisch ist die Kirche mit denen, die von den Naturkatastrophen und der Armut getroffen sind, auch in den Überflussgesellschaften“, fügte er an.

Benedikt erteilte dann den traditionellen Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis) und fügte Weihnachtsgrüße in 65 Sprachen an. Auf Deutsch sagte er: „Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!“

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