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Weihnachtsansprache : Wulff ruft zur Verteidigung der Demokratie auf

  • Aktualisiert am

Fordert Bürger zu Wachsamkeit auf: Bundespräsident Wulff Bild: dapd

Nach der rechtsterroristischen Anschlagsserie hat Bundespräsident Wulff in seiner Weihnachtsansprache zur Verteidigung der Demokratie aufgerufen. Der Zentralrat der Juden lobte die Rede.

          In seiner Weihnachtsansprache hat Bundespräsident Wulff zur entschlossenen Verteidigung der Demokratie und zu einer offenen Gesellschaft in Deutschland aufgerufen. „Wir schulden uns allen Wachsamkeit und die Bereitschaft, für unsere Demokratie und das Leben und die Freiheit aller Menschen in unserem Lande einzustehen“, sagte er in der Ansprache, die am ersten Feiertag im Fernsehen und Rundfunk ausgestrahlt wird.

          Wulff betonte, alle in Deutschland lebenden Bürger müssten in Sicherheit leben können. „Das gilt für jede und für jeden“, betonte er. Es dürfe keinen Platz geben für Fremdenhass, Gewalt oder politischen Extremismus. Nach der rechtsterroristischen Anschlagsserie rief er die Bürger
          zu mehr Wachsamkeit auf. Außerdem erinnerte das Staatsoberhaupt an das
          Engagement der Bundeswehr und betonte die deutsche Hilfsbereitschaft in Krisensituationen.

          Zentralrat der Juden lobt Rede

          Der Zentralrat der Juden hat die Mahnungen von Bundespräsident Christian Wulff zum Rechtsterrorismus gelobt. „Diese Haltung und die Stimme für das, was uns alle gemeinsam doch einen muss, brauchen wir heute auch dringender denn je“ sagte der Präsident des Zentralrats, Dieter Graumann, „Handelsblatt Online.“ „Denn wir alle sind doch noch immer darüber schockiert, dass ein faschistisches Killerkommando jahrelang nahezu unbehindert in unserer Mitte wüten konnte.“

          Den Zwickauer Neonazis werden zehn Morde an Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft und an einer Polizistin zur Last gelegt. Die Tatsache, dass die Morde über Jahre nicht aufgeklärt werden konnten, sei ein schier unfassbares Desaster und Debakel für die deutschen Sicherheitsbehörden. „Hier muss, und ich bin mir sicher: hier wird sich einiges ändern“, sagte Graumann.

          Nötig sei ein „resoluter Ruck gegen Rechts in der ganzen Gesellschaft, in den Köpfen und in den Herzen von uns allen“, betonte der Zentralrats-Präsident. „Wer immer sich faschistisch engagiert oder rassistisch agitiert, muss wissen und spüren: Er ist sozial geächtet.“ Faschisten seien Menschenfeinde und verdienten kein Verständnis, sondern nur Verachtung, sagte Graumann.
           

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