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Weihnachtsansprache Köhler fordert mehr Achtsamkeit

24.12.2009 ·  Bundespräsident Horst Köhler hat in seiner traditionellen Weihnachtsansprache zu mehr Achtsamkeit im Umgang miteinander aufgerufen. Eine Kultur der Ehrbarkeit und Anerkennung könne Vertrauen schaffen, sagte Köhler. Die Menschen sollten sich für eine gerechte Ordnung einsetzen.

Von Günter Bannas
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Bundespräsident Köhler hat in seiner Weihnachtsansprache dazu aufgefordert, die Menschen sollten sich „bei uns und in der Welt“ für eine gerechte Ordnung einsetzen. Er forderte auf, „achtsam“ zu leben. Köhler sagte: „Da gibt es noch viel zu tun. Wir haben gerade erlebt, dass Maßlosigkeit bei Finanzakteuren und Mängel bei der staatlichen Aufsicht die Welt in eine tiefe Krise gestürzt haben. Wir brauchen Ehrbarkeit und bessere Regeln in der Finanzwirtschaft. Wir brauchen das Verständnis dafür, dass Geld den Menschen dienen muss und sie nicht beherrschen darf.“ Köhler mahnte sodann: „Ich verlange Einkehr von den Verantwortlichen. So, wie ich sie mir selbst und uns allen abverlange.“ Er sagte: „Wir leben in einer Welt, die wir selbst gestalten dürfen. Das ist ein Geschenk. Aber es verpflichtet uns auch, die Defizite unserer Welt zu erkennen und dagegen anzugehen.“

Köhler erinnerte an den Fall der Mauer vor zwanzig Jahren. Er lobte das Engagement von Bürgern und Parteien. Doch habe das Land auch „Schutzlosigkeit“ erfahren, sagte er und erwähnte den Amoklauf von Winnenden und den Mord in der Münchner S-Bahn, als ein Mann Kindern hatte helfen wollen. Den deutschen Soldaten, Polizeibeamten und Entwicklungshelfern im Ausland sandte er einen „herzlichen Weihnachtsgruß“.

„Trauen wir uns etwas zu!“

Mit Blick auf die unterschiedliche Versorgung der Menschen und zur Lage in Entwicklungsländern sagte er: „Wir horchen staunend auf, wenn eine Nasa-Sonde Wasser auf dem Mars entdeckt haben soll – aber wir haben verlernt, zu staunen über das Wasser, das bei uns so selbstverständlich aus dem Hahn fließt, wo doch anderswo die Menschen tagein, tagaus viele Kilometer laufen müssen, um an Trinkwasser zu kommen.“ Er fügte an: „Wenn wir wollen, dass unsere Erde, und wir haben nur die eine, auch morgen noch eine gastliche Heimat sein soll, dann müssen wir achtsamer mit den natürlichen Lebensgrundlagen umgehen. Das bedeutet, bewusster zu leben. Für eine bessere Lebensqualität in besserem Einklang mit der Schöpfung.“

Es gehe darum, mit Ideen, Vernunft und Einsatz den Weg für eine gute Zukunft zu finden. „Trauen wir uns etwas zu! Es geht um eine Politik, die über den Tag hinaus denkt und handelt. Es geht um eine Kultur der Achtsamkeit und Anerkennung, überall.“ Das schaffe Vertrauen. „Und jeder von uns kann dazu beitragen.“

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