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Warnung vor Attentaten „Rache“ für Festnahme der „Kofferbomber“?

12.01.2008 ·  Libanesische Ermittler haben deutsche Sicherheitsbehörden vor Racheaktionen militanter Islamisten gewarnt. Demnach solle ein Vergeltungsschlag für die Fahndungserfolge gegen die „Kofferbomber“ geplant sein. Eine Festnahme in Beirut wurde bestätigt, drei mutmaßliche Attentäter sollen in Deutschland sein.

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Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Al-Qaida-Mitgliedes haben libanesische Ermittler vor möglichen Anschlägen in Deutschland gewarnt. Das Bundeskriminalamt (BKA) bestätigte am Samstag den Hinweis. Angeblich sollen Justizbehörden und das Bundesjustizministerium in Berlin im Visier der Terroristen sein. Die Bundesanwaltschaft leitete Medienberichten zufolge ein Ermittlungsverfahren ein, gab selbst aber keinerlei Stellungnahme ab. Hintergrund der Drohung sollen Erfolge bei der Terrorismusbekämpfung in Deutschland sein.

Die libanesische Polizei bestätigte, dass der Mann in der vergangenen Woche bei der deutschen Botschaft in Beirut angerufen und die Drohung ausgesprochen habe. Einem ranghohen Polizeibeamten zufolge wurde er schon am Donnerstag festgenommen. Er gestand demnach den Anruf ebenso wie Verbindungen zum Terrornetz Al Qaida. Seine Verbindungen und das Motiv seien Gegenstand der Ermittlungen, sagte der Behördensprecher.

Keine Äußerung zum Ernst der Bedrohung

Eine Sprecherin des BKA in Wiesbaden bestätigte, dass es einen Hinweis aus dem Libanon gebe, der auch an die betroffenen Stellen und an die anderen Sicherheitsbehörden weitergeleitet worden sei. Das Justizministerium äußerte sich nicht zu Ermittlungen. Eine Sprecherin sagte aber auf Nachfrage, dass der Vorgang bekannt sei. Es seien Vorkehrungen getroffen worden, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. Die BKA-Sprecherin wollte sich nicht dazu äußern, wie ernst die Bedrohung eingeschätzt werde.

Dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ zufolge gelten die Festnahme der Gruppe um den deutschen Konvertiten Fritz G. im September 2007 im Sauerland und der Prozess gegen den mutmaßlichen Kofferbomber Youssef E.H. als mögliches Motiv. Demnach richten sich Anschlagspläne gegen deutsche Militär- oder Sicherheitsbehörden wie das Bundesjustizministerium in Berlin. Über Russland und Finnland soll ein Lastwagen mit bis zu einer Tonne Sprengstoff auf dem Weg nach Rostock sein. Das BKA riet den betroffenen Einrichtungen, die Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen, wie das Nachrichtenmagazin schreibt.

Laut „Focus“ handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen Syrer. Der Mann, dessen Name mit Mohammed Ndoub angegeben wird, habe ausgesagt, ein Deutschtürke, ein Saudiaraber und ein Australier hielten sich in Deutschland auf. Angeblich wollten die Männer einen Anschlag auf das Justizministerium oder andere Justizbehörden verüben, um die Verurteilung von Al-Qaida-Mitgliedern in Deutschland zu rächen. Sprengstoff befinde sich schon im Land.

Mindestens zwei Attentate in Deutschland vereitelt

In den vergangenen beiden Jahren hatte es in Deutschland zwei spektakuläre Erfolge bei Ermittlungen gegen Islamisten gegeben: Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden plante die Gruppe um Fritz G. massive Bombenanschläge auf amerikanische Einrichtungen in Deutschland. Die insgesamt vier inhaftierten Verdächtigen sollen Mitglieder der terroristischen Islamischen Dschihad-Union sein, die Verbindungen zum Terrornetz Al Qaida hat.

Der Kofferbomber-Prozess läuft zudem derzeit vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Dabei muss sich der mutmaßliche Terrorist E.H. wegen der vereitelten Anschläge auf Regionalzüge im Sommer 2006 verantworten. Der Mann wurde schon im Libanon in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Sein Komplize Jihad Hamad muss nach dem Urteil des Gerichtes in Beirut für zwölf Jahre ins Gefängnis. Er hatte sich nach der Tat in sein Heimatland abgesetzt und sich später den Behörden gestellt. Die beiden Islamisten wurden nach bisherigen Erkenntnissen vermutlich nicht von Al Qaida gesteuert.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP, dpa
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