03.04.2008 · Wie der vor Angela Merkel in das Exil einer Anwaltskanzlei geflohene Merz flieht nun Jürgen Walter in Hessen ebenfalls vor einer Parteifreundin. Wie Merz Frau Merkel lange Zeit unterschätzt hat, so nahm auch Walter Frau Ypsilanti nicht ernst genug.
Von Thomas HollWie der vor Angela Merkel in das Exil einer Anwaltskanzlei geflohene frühere Fraktionsvorsitzende Merz flieht nun Jürgen Walter in Hessen ebenfalls vor einer Parteifreundin. Wie Merz Frau Merkel lange Zeit unterschätzt hat, so nahm auch Walter Frau Ypsilanti nicht ernst genug. Leichtfertig verlor er die scheinbar schon sicher erkämpfte Spitzenkandidatur.
Mochte sich der frühere Fraktionsvorsitzende im Wahlkampf damit getröstet haben, seine Rivalin sei gegen Koch chancenlos, stand er nach dem 27. Januar auf verlorenem Posten. Er konnte sich nicht zum Aufstand gegen den Wortbruch seiner Vorsitzenden durchringen. Das überließ er der bis dahin unbekannten Dagmar Metzger. Geschadet hat ihm der Verdacht vieler Genossen, er verstecke sich hinter der mutigen Abgeordneten.
Dass er nicht als stellvertretender Fraktionsvorsitzender an der Zusammenarbeit mit der Linken beteiligt sein will, gehört zur Schadensbegrenzung. Dass er sich als einfacher Abgeordneter verweigert, Frau Ypsilanti in einem zweiten „linken“ Anlauf zur Ministerpräsidentin zu wählen, erwarten nun viele von ihm.
Thomas Holl Jahrgang 1960, politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.
Jüngste Beiträge